Wii U – Der ultimative Rückblick mit allen Spielen

Laura Szabo
Specials Diverses

Von Killer Apps und Must Haves

Als Killer App bezeichnet man Plattform-exklusive Spiele, die aufgrund ihrer herausragenden Qualität den Kauf der Konsole rechtfertigen. Und wir wollen ehrlich sein: Davon hatte die Wii U nicht allzu viele in petto. Ob sich eine Wii U-Anschaffung aufgrund der wenigen Must Haves lohnte, musste jeder selbst entscheiden.

Das insgesamt wohl beste Wii U-Spiel ist Xenoblade Chronicles X. Das J-RPG entpuppte sich in unserem Test als Rundum-sorglos-Paket und toppte den bereits sehr guten Wii-Vorgänger dank einer riesengroßen wie auch außergewöhnlich lebendigen Welt, hervorragendem Klassensystem und und und. Eines der wenigen Wii U-Highlights, bei dem die positiven Aspekte so sehr überwiegen, dass wir über die Mängel gerne hinwegsehen und ein wahres Must Have für jeden J-RPG-Fan!

Das wohl beste Wii U-Spiel: Xenoblade Chronicles X

Eine sehr positive, aber auch überfällige Überraschung lieferte Nintendo mit Super Mario Maker. In diesem vollwertigen Leveleditor wählt ihr Maps aus vier altbekannten 2D-Mario-Spielen (darunter der SNES-Liebling Super Mario Bros. 3) und zaubert mit zig freischaltbaren Gadgets eigene Levels. Erstmals wurde das GamePad nicht nur clever genutzt, sondern hatet eine obligatorische Funktion: Per Touchstick konntet ihr die bunten Klempner-Welten schnell und unkompliziert erschaffen. Dank Online-Modus spielten wir selbstgebaute Level anderer Spieler und luden unsere eigenen hoch. Klare Kaufempehlung für alle Kreativ-Bastler!

Den schönsten Auftritt aller bekannten Nintendo-Charaktere hat auf der Wii U eindeutig Yoshi. Die Spielwelt des Sidescrollers Yoshi’s Woolly World war dermaßen zuckersüß gestaltet und putzig animiert, dass euch fast ein Zuckerschock ereilte. In Sachen Leveldesign, Steuerung und Abwechslung übertrumpfte der Plattformer sogar den hervorragenden geistigen Wii-Vorgänger Kirby und das magische Garn. Bei kaum einem anderen Spiel staunten wir bis zum Ende immer wieder über all die liebevollen Details aus Fäden und Knöpfen, in kaum einer anderen Welt fühlten wir uns so wohl. Wie auch die gesamte Optik des Spiels waren die drei optional erhältlichen Yoshi-amiibo aus Garn gestrickt und echte Verkaufsschlager, auch wenn sie eher im Regal eine gute Figur machten und für das Spiel selbst unwichtig waren. Als besonderes Schmankerl für alle Yoshi-Fans erschien zusätzlich der gut verarbeitete, über 20 cm große Mega Woll-Yoshi, mit dem ihr im Spiel einen zweiten (kleinen) Yoshi freischalten konntet und der sich daher ebenfalls in der Vitrine besser machte als im Spiel.

Unglaublich liebevoll gestaltet: Yoshi’s Woolly World

Für die größte Überraschung sorgte Nintendo mit Bayonetta 2. Hatte es der Vorgänger mit USK-18-Freigabe noch auf die PS3, Xbox 360 und Wii geschafft, erschien die Fortsetzung um die schießwütige Hexe exklusiv für die Wii U und ließ PS4- und Xbox-One-Zocker erstmals neidisch zu Nintendo-Veteranen herüber schielen. Solide Technik, spektakuläre Action sowie alle positiven Elemente des Vorgängers machten jeden Action-Fan glücklich.

Zuletzt seien noch die HD-Neuauflagen von The Legend of Zelda: The Wind Waker sowie The Legend of Zelda: Twilight Princess erwähnt. Inhaltlich haben sich die HD-Versionen nicht verändert, erstrahlten aber technisch in neuem Glanz und boten praktische GamePad-Unterstützung. Twilight Princess wurde um sinnvolle Funktionen durch bisher erhältliche Zeldaamiibo und ein neues Dungeon erweitert, das ihr mit dem Wolf-Link-amiibo freischalten konntet. Beide Spiele sind absolute Meilensteine und Pflichttitel – insofern ihr die Originalversionen noch nicht kennt, weshalb wir sie nicht als vollwertige Killer Apps für jedermann durchgehen lassen können.

Leider hat es Nintendo versäumt, durch Drittherstellerunterstützung Franchises wie Beyond Good & Evil, Eternal Darkness, Baten Kaitos oder Tales of Symphonia, aber auch Eigenmarken wie F-Zero oder Metroid auf der Wii U fortzusetzen und damit wiederzubeleben. Wir wünschen uns deshalb für die kommende Switch-Ära möglichst viele Überraschungen! 

Laura Szabo
Zockt seit 1988, begann mit einem Atari ST und einem Sega Game Gear. Hält Silent Hill für das ideale Reiseziel und die Ocarina für das schönste Instrument. Braucht regelmäßig neue Regale für neue Bücher, Comics, Filme, CDs und Games.

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