The Walking Dead: Die Unterschiede zum Comic

Laura Szabo
Serien TV

Die siebte Staffel von The Walking Dead ist beendet und viele Zuschauer sehnen schon die achte herbei. Doch keine Angst: Um die Wartezeit bis zum 23. Oktober zu überbrücken, lest ihr einfach unser mehrteiliges The Walking Dead-Special. Unter anderem erklären wir euch, was passieren muss, damit die Serie wieder richtig spannend wird, zeigen euch die krassesten Szenen und spekulieren, wie die Serie enden könnte.

Im vierten und letzten Teil, den ihr gerade lest, zeigen wie euch die wichtigsten Unterschiede zwischen der Serie und der Comic-Vorlage. Letztere erscheint seit 2003 monatlich und hat es in Deutschland auf bisher 27 Bände gebracht. Die Comics sind der Serie um einige Zeit voraus. Wer jedoch glaubt, anhand dieser einen Blick auf die Zukunft der Serie erlangen zu können, der irrt sich. Die Serie und ihre Vorlage unterscheiden sich drastisch voneinander. Die Charaktere sehen anders aus, einige von ihnen existieren entweder nur im Comic oder nur in der Serie, die Ereignisse und deren Ablauf gehen weit auseinander – und vor allem die berühmte Frage „Wer mit wem?“ wird völlig unterschiedlich beantwortet. Wir wünschen euch viel Spaß beim Staunen – lasst euch überraschen!

Spoiler-Info: Um unseren Artikel spoilerfrei genießen zu können, solltet ihr die ersten sechs Staffeln von The Walking Dead gesehen und die Comics gelesen haben. Darüber hinaus verraten wir nichts, was nicht jeder von euch weiß, der die Serie und die Comics kennt.

One-Night-Stands und die große Liebe

In Sachen Beziehungen und sexuelle Affären unterscheiden sich Comic-Vorlage und Serie am stärksten voneinander. Wir erklären euch die wichtigsten Techtelmechtel.

Eine besonders lange Liebesgeschichte entsteht im Comic zwischen Dale und Andrea. In der Serie würdigen sich die beiden kaum eines Blickes, was aufgrund des deutlichen Altersunterschieds nicht verwunderlich ist. Tatsächlich zweifelt Dale aus eben diesem Grund an Andreas Liebe. Die beiden bleiben jedoch zusammen, bis Dale stirbt – Andreas Affäre mit dem Governor findet in den Comics nie statt (dafür vergewaltigt dieser Michonne). In Alexandria wird dann aus Rick und Andrea ein Liebespaar – wobei sich Rick und Michonne, anders als in der Serie, in den Comics niemals näherkommen. Die kurze Liason zwischen Rick und Jessie (Staffel 5) existiert in den Comics nicht.

The Walking Dead: Die Unterschiede zum Comic

Aus Rick und Andrea wird ein Paar. (Copyright: Cross Cult, Amigo Grafik GbR, Robert Kirkman)

Michonne wirft in der Zwischenzeit ein Auge auf Ezekiel. Davor verliebt sie sich in Tyreese, was dazu führt, dass sich die eifersüchtige Carol die Pulsadern aufschneidet, die eine Liason mit Tyreese hat (und ihren Selbstmordversuch zunächst überlebt). In Alexandria beginnt Michonne eine Affäre mit Morgan, den jedoch das schlechte Gewissen plagt, da er seine Frau verloren hat. Später trennt Michonne Morgan einen Arm ab, nachdem dieser gebissen wurde. An dieser Stelle ebenfalls interessant: Während Michonne im Comic im Großen und Ganzen nie so tough auftritt wie in der Serie, erweist sich Carol als extrem schwache und seltsame Figur, die unter anderem davon fantasiert, Lori zu heiraten.

Abraham zeigt sich in der Comic-Vorlage wesentlich sensibler und trauert heulend um seine tote Familie, wird aber von seiner Geliebten Rosita getröstet. Nachdem Abraham Rosita für Holly verlassen hat (die in der Serie durch Sasha ersetzt wird), gesteht Eugene Abraham, dass er für Rosita ein paar Kilo abnehmen will, da er in sie verliebt ist. Abraham stirbt in diesem Moment und gibt Eugene seinen Segen für eine Beziehung mit Rosita.

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Ungewöhnlich: Abraham zeigt Gefühle. (Copyright: Cross Cult, Amigo Grafik GbR, Robert Kirkman)

 

Tot oder lebendig

In Staffel 2 gibt es hitzige Diskussionen zwischen Rick und Lorie. In der Annahme, Rick sei tot, hatten Lori und Ricks ehemaliger Arbeitskollege Shane eine kurze Affäre. Rick traut Shane bis zum Schluss nicht über den Weg – und tötet ihn schließlich, nachdem Shane zur ernsten Gefahr für Ricks Beziehung wurde. In der Comicvorlage richtet Shane bereits kurz nach Ricks Rückkehr eine Waffe auf ihn und droht ihn zu töten, um mit Lorie ein glückliches Leben zu führen – da schreitet Carl ein und erschießt Shane. Anders als in der Serie wird Shane im Comic somit nie Otis töten.

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Carl erschießt Shane, bevor Rick ihn tötet. (Copyright: Cross Cult, Amigo Grafik GbR, Robert Kirkman)

Andrea, die im Comic eine große Narbe quer über das halbe Gesicht trägt, stirbt in der Serie in Staffel 3 durch den Biss eines Beißers. In der Vorlage ist sie eine der Hauptfiguren und meistert sich als geschickte Scharfschützin zu Ricks rechter Hand. Sie stirbt erst lange, nachdem die Gruppe auf Negan traf und somit zu einem Zeitpunkt, der weit über das Finale von Staffel 7 hinausgeht.

Sophia ist in den Comics immer noch am Leben, ganz im Gegensatz zu ihrer Mutter Carol, die noch vor der Flucht aus dem Gefängnis Selbstmord begeht, indem sie sich absichtlich einem Beißer nährt. Dies führt dazu, dass Glenn und Maggie Sophia „adoptieren“. Später versucht auch Maggie, sich in den Comics umzubringen, wird jedoch rechtzeitig von den anderen gefunden und enthüllt Glenn eine wichtige Erkenntnis, die in der Serie nicht erwähnt wird: Aufgrund ihres Beinah-Todes ist sie überzeugt, gesehen zu haben, dass nach dem Tod nichts mehr kommt – und sie alle das Beste aus der Gegenwart machen müssen.

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Maggie hat während ihres Selbstmordversuchs eine Nahtoderfahrung. (Copyright: Cross Cult, Amigo Grafik GbR, Robert Kirkman)

In den Comics stirbt Lori nicht während Judiths Geburt. Sie wird beim Überfall des Governors auf das Gefängnis von der Kugel einer Frau getroffen – und begräbt Judith unter sich, als sie zu Boden fällt. Anders als in der Serie ist Baby Judith in den Comics also längst tot. Als die Frau erkennt, was sie getan hat, tötet sie den Governor – in der Serie wird dieser von Michonne umgebracht. Tyreese stirbt ebenfalls beim Überfall auf das Gefängnis – er wird vom Governor vor den Augen der anderen mit einem Säbel enthauptet. Diese Szene existiert auch in der Serie – nur ist es hier Hershel, der geopfert wird.

Laura Szabo
Zockt seit 1988, begann mit einem Atari ST und einem Sega Game Gear. Hält Silent Hill für das ideale Reiseziel und die Ocarina für das schönste Instrument. Braucht regelmäßig neue Regale für neue Bücher, Comics, Filme, CDs und Games.

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