Alles über Es (2017) – Das große Special

Laura Szabo
Filme Specials

Alles über Es (2017): Warum Es mehr ist als nur ein Clown

Kein anderer Film wurde dieses Jahr so gehyped und herbeigesehnt wie das Remake von Es. Der Stoff, aus dem die Alpträume sind und der die Angst vor Clowns salonfähig gemacht hat, ist mittlerweile über 30 Jahre alt und gehört zu den bekanntesten Horrorstories überhaupt. Für alle, die Pennywise fürchten, Stephen King anbeten oder gar nicht wissen, wovon überhaupt die Rede ist, klären wir die wichtigsten Fragen zum vielleicht wichtigsten Film 2017 – und erklären euch gleichzeitig, warum der berühmte Clown eigentlich kaum eine Rolle spielt.

Alles über Es (2017)

Der alte und der neue Pennywise

Worum geht es in Es?

1958 in der fiktiven Kleinstadt Derry, Maine: Ein namenloses, unbekanntes Wesen tötet Kinder. Eltern und Polizei scheinen machtlos und nicht imstande, einen Täter ermitteln. In Wahrheit können nur Kinder die schreckliche Kreatur, die sie als „Es“ bezeichnen, sehen. Sie begegnet ihnen in verschiedenen Gestalten, je nachdem wovor sie sich am meisten fürchten. In seiner häufigsten Erscheinungsform als Pennywise, der Clown, lockt Es die Kinder an, indem er ihnen Luftballons schenkt, um sie dann zu fressen. Als Bill Denbroughs kleiner Bruder Georgie von Es ermordet wird, tut dieser sich mit sechs Freunden zusammen, um Es zu töten. Doch wie besiegt man ein Monster, das keine feste Gestalt hat und von dem man nicht weiß, wo es sich versteckt…?

Stephen Kings gleichnamige Romanvorlage erschien 1986 in Deutschland und hat in der ungekürzten deutschsprachigen Fassung (Heyne Verlag, 2011) über 1500 Seiten. Aufgrund der enormen Fülle an Ereignissen, Daten und Details wurde die erste Verfilmung von 1990 dem Buch nur bedingt gerecht. Zwar bemühte sich Tommy Lee Wallace, den komplexen Stoff in einem Zweiteiler mit einer Gesamtlänge von 192 Minuten unterzubringen, reduzierte die Handlung jedoch überwiegend auf die Gruselmomente und ließ dabei die tiefgründige, psychologische Ebene und die Coming-of-Age-Thematik der Romanvorlage weitgehend außer Acht (siehe „Worum geht es wirklich in Es?“). Abgesehen davon verstand es der Regisseur hervorragend, eine zum Zerreißen angespannte, beklemmende Atmosphäre zu erschaffen. In Erinnerung geblieben ist von Stephen Kings Es vor allem der von Tim Curry (bekannt aus The Rocky Horror Picture Show) furchteinflößend verkörperte Clown Pennywise.

Alles über Es (2017)

Der „alte“ Pennywise der 1990er-Verfilmung wurde von Tim Curry verkörpert.

Welche Figuren muss ich kennen?

Das namenlose böse Wesen, das von den Kindern nur Es genannt wird, tritt wie bereits erwähnt in verschiedenen Erscheinungsformen auf – die bekannteste ist ein Clown namens Pennywise.

Im Zentrum der Geschichte steht eine Gruppe aus sieben Kindern im Alter von etwa 11 Jahren, die sich aus der Schule kennen, eng befreundet sind, jederzeit zusammenhalten und sich selbst als „Klub der Verlierer“ bezeichnen, weil sie wegen ihrer „Fehler“ gehänselt werden. Ihr Anführer ist der charismatische und stotternde Bill Denbrough. Sein bester Freund ist Eddie Kaspbrak, der unter Asthma sowie seiner dominanten Mutter leidet. Ben Hanscom erfährt aufgrund seines Übergewichts viel Spott an der Schule. Richie Tozier ist der witzige Sprücheklopfer der Gruppe, leidet aber unter seiner dicken Brille. Stan Uris ist Jude. Das einzige Mädchen im Klub ist Beverly Marsh, die in einer armen Familie aufwächst und von ihrem Vater verprügelt wird. Als letzter gelangt der farbige Mike Hanlon zu den anderen, der in der Klasse als Streber verschrien ist.

Die sieben Freunde werden vor allem von ihrem Mitschüler Henry Bowers und seiner Bande terrorisiert. Auch Henry wird Es begegnen, mehr möchten wir aber nicht verraten.

Alles über Es (2017)

Die Kinderdarsteller der 1990er-Verfilmung (von links nach rechts: Eddie, Bill, Richie, Mike, Stan, Beverly und Ben). Am populärsten: Jonathan Brandis als Bill und Seth Green als Richie

Worum geht es im neuen Film?

Die Handlung der Neuverfilmung orientiert sich an Stephen Kings Romanvorlage – ob mehr oder weniger genau als der erste Film, bleibt abzuwarten. Es wurde jedoch bereits angekündigt, dass einige Handlungselemente des Buchs neu interpretiert werden und King diese Änderungen für gut befunden hat.

Genau wie die erste Verfilmung von 1990 wird auch der neue Film ein Zweiteiler. Der ab 28. September in Deutschland ausgestrahlte erste Teil läuft 135 Minuten und wird dabei die oben beschriebene Handlung rund um die Kindergruppe beinhalten – allerdings spielt die Geschichte jetzt nicht mehr in den Fünfzigern, sondern in den achtziger Jahren.

Im zweiten Teil (geplant für 2019) kehren die Freunde als Erwachsene zurück in ihre Heimatstadt, um Es erneut zu bekämpfen. Im Buch kommen die Freunde zudem erst 1985, also 27 Jahre später, wieder nach Derry. Da die Handlung 30 Jahre in die Zukunft verlegt wurde, wird der zweite Film in den 2010er Jahren spielen.

Gedreht wurde an verschiedenen Orten Nordamerikas, unter anderem in Bangor/Maine, dem Geburtsort von Stephen King. Regie führt der noch relativ unbekannte Argentinier Andrés Muschietti. Der Clown Pennywise wird von dem schwedischen Schauspieler Bill Skarsgård dargestellt, der jüngeren Zuschauern am ehesten durch eine Nebenrolle in Die Bestimmung – Allegiant (2016) bekannt sein dürfte.

Alles über Es (2017)

Bill Skarsgard spielt den neuen Pennywise

Die Rollen der Kinder wurden überwiegend mit unbekannten Darstellern besetzt. Populär sind Finn Wolfhard (Stranger Things), der die Rolle des Richie Tozier übernimmt sowie Wyatt Oleff, der Stan Uris spielen wird und bereits den jungen Peter Quill (die Figur von Chris Pratt) in der Eingangssequenz von Guardians of the Galaxy verkörpert hat. Nicholas Hamilton, der Henry Bowers darstellt, hat übrigens auch eine kleine Rolle als Lucas Hanson in Der dunkle Turm.

Alles über Es (2017)

Die neuen Kinderdarsteller (von links nach rechts): Eddie, Ben, Stan, Bill, Mike, Richie und Beverly

Ob der Film überwiegend auf Schockeffekte setzt oder auch die psychologische Ebene des Romans thematisiert, bleibt abzuwarten. Die ersten Kritiken aus den USA sind jedenfalls hervorragend. Mit einem bisherigen Einspielergebnis von über 400 Millionen Dollar ist Es bereits jetzt der kommerziell erfolgreichste Horrorfilm aller Zeiten.

Laura Szabo
Zockt seit 1988, begann mit einem Atari ST und einem Sega Game Gear. Hält Silent Hill für das ideale Reiseziel und die Ocarina für das schönste Instrument. Braucht regelmäßig neue Regale für neue Bücher, Comics, Filme, CDs und Games.

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