Mass Effect: Andromeda

Benjamin Schudrowicz
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So widmen wir uns nun der Story, Verbündeten und Gegnern. Wir versuchen, Planeten für die Besiedlung herzurichten, indem wir Außenposten errichten, Gefahren beseitigen und mittels einer Relikttechnologie das Terraforming zu unseren Gunsten umgestalten. Die zeitgleiche Suche nach den verlorengegangenen Archen oder der von uns vorangetriebene Ausbau der Nexus tragen ebenfalls einen großen Teil dazu bei, uns wie ein Pathfinder zu fühlen. Die Grundstory fällt dagegen eher etwas flach aus. Hatten wir uns in der Mass Effect-Trilogie noch einem geheimnisvollen Gegner stellen müssen, so haben wir hier eher einen blassen Gegner vor unserer Flinte. Die Kett sind einfach nur die Bösen. Optisch erinnern uns diese Wesen etwas an die Proteaner und werden schon nach der Einführungsmission als unser Konterpart vorgestellt. Wir stoßen in mehreren Welten aufeinander, infiltrieren ihre Schiffe und verbünden uns mit einer neuen Bekanntschaft, um mit ihnen in den Kampf zu ziehen. Die Angara kämpfen schon länger gegen die Kett und müssen sich erst in einer Loyalitätsmission als unsere Verbündete beweisen.

 

 

 

 

Wer die Grundstory kompromisslos durchspielt, ist nach ungefähr 15 – 20 Stunden mit der Story durch. Das wäre aber sehr schade, da die Nebenmissionen wirklich liebevoll gestaltet worden sind und schon in der Mass Effect-Trilogie motivierten. Auch die Inszenierung kann sich sehen lassen und so kommt ihr insgesamt auf seine gut 40 – 50 Stunden Spielspaß. Dies ist der hohen Storylastigkeit in den Nebenmissionen zu verdanken, die uns abseits der Hauptmissionen stundenlang an den Controller fesseln.

Wenn wir schon bei stundenlangen Missionen sind, so sind die Dialoge auch nicht ohne. Ist man auf unserem Schiff „Tempest“, so hat jedes Mitglied der Crew ein Gespräch parat, von den neu erschlossenen Kolonien ganz zu schweigen. Hier empfehlen wir einen kleinen Snack, ein leckeres Getränk, ein gutes Auffassungsvermögen und Zeit.

Die Dialoge laufen ähnlich wie bei den Vorgängern ab. Wir sind mit den Kameraden zwar nicht immer einer Meinung, doch die Auswirkungen unserer Wahl in den Multiple-Choice-Dialogen (zwischen „emotional“, „logisch“, „zwanglos“ oder „professionell“) haben keine spürbaren Konsequenzen. Auch sonst hat Bioware die Bedeutung der Entscheidungen und der Moral, von wenigen Ausnahmen abgesehen, zurückgefahren. Schade eigentlich.

Weiterhin ist uns aufgefallen, dass der Anteil der Action-Sequenzen deutlich zurückgefahren worden ist. Mehr als die Hälfte der Spielzeit – unabhängig davon, ob man auch Nebenmissionen absolviert – verbringt man mit Dialogen oder dem Erforschen der Umgebung. Lediglich kleinere Gegnergruppen „stören“ uns dabei. Wenn man also einfach mal einen gemütlichen Abend auf der Couch verbringen möchte und nur wenige Stunden Zeit hat, so ist es möglich, dass man von vier bis fünf Stunden realer Spielzeit nur eine Stunde in Kämpfe verwickelt ist. Die Kämpfe wiederum haben es in sich und sind auf die Action getrimmt.

Wir haben keine Möglichkeit, unsere Mitstreitern eigene Kräfte einsetzen zu lassen, denn diese agieren komplett selbständig. Einzig und alleine die Positionen dürfen wir bestimmen, Gegner markieren oder in Formation bleiben. Pausieren dürfen wir bei den Kämpfen nur beim Zugriff auf unser Waffenrad, in dem wir auch Verbrauchsobjekte wie Kryo-Munition zur temporären Schadenserhöhung mitführen.

Prinzipiell wählen wir frei aus den Bereichen Kampf, Tech und Biotik. Nehmen wir „Granaten“ oder „ziehen“ wir Gegner und lassen sie hilflos schweben? Auf einen Einsatz mitnehmen dürfen wir allerdings immer nur drei aktive Fähigkeiten und die passiven Skills sind immer ausgerüstet. Kombinieren wir beispielsweise „Verbrennung“ mit „Überlastungsschuss“, erzeugen wir eine mächtige Feuerexplosion. Das Gleiche geschieht mit dem Kryo-Strahl und Betäubungsschuss usw.

Benjamin Schudrowicz
Retro Fan, der von seiner Freunde als offen und nett bezeichnet wird. Sein Talent liegt im kommunikativen Bereich und konstruktiver Kritik ist er nicht abgeneigt

Gut

  • Möglichkeit zur Schnellreise
  • Präzise Steuerung
  • Lange Spielzeit
  • Toll designte Spielwelt
  • Freiraum für Entdecker
  • Hervorragender Soundtrack
  • Gute Synchronisation
  • Typisches "Mass Effect"- Feeling

Schlecht

  • Hauptstory mau
  • Überflüssiges Planeten-Scannen
  • Begleiter können nicht individuell ausgerüstet werden
  • Zwischensequenzen brechen teilweise ab
7.8

Gut