LEGO: Pirates of the Carribean

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LEGO: Pirates of the Carribean
LEGO: Pirates of the Carribean

Eines kann man Lego wohl nicht vorwerfen: über keine zugkräftigen Lizenzen zu verfügen. So schafft es nun auch der Disney Vorzeigehit Fluch der Karibik als Klötzchenvariante in den Laufwerken und Modulschächten der aktuellen Konsolengeneration zu landen.

Das Prinzip eines Lego Spiels ist recht schnell erklärt. Der Spieler steuert einen Lego Charakter durch eine Lego Welt, in welcher man auf kleine Rätsel trifft, die man nur in typischer Lego Manier lösen kann. Also aufbauen, kaputt machen und wieder neu bauen. Dabei hat jeder Charakter eine ganz bestimmte Besonderheit um diese Rätsel lösen zu können. Manche Figuren verfügen über Projektile, welche abgeschossen werden können und andere können höher springen als der Rest.

Gerade im Fluch der Karibik Setting macht diese Art des Zeitvertreibs allerdings richtig Laune, da man hier recht schnell den typischen Lego Humor umsetzen kann, ohne dabei wie teilweise in den Vorgängern leicht nervig und infantil zu erscheinen. Denn mein persönliches Probem mit Lego Batman war die Tatsache, dass die Zwischensequenzen zu gewollt komisch umgesetzt wurden. Denn gerade Batman ist bestimmt nicht dafür bekannt, dass zum Beispiel der Joker ein lustiges kleines Kerlchen ist. Daher passte hier der typische Lego Humor leider nicht so wirklich. Bei Fluch der Karibik funktioniert die ganze Chose allerdings einwandfrei, nicht zuletzt dank des Jack Sparrow Charakters.

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Bei einer Sache sollte man sich allerdings vorsehen. Denn Lego Pirates of the Caribbean spoilert die Geschichte des vierten Teils vor allen Dingen in Schlüsselsequenzen. Daher sollten alle, die den vierten Teil noch nicht sahen (verpasst habt ihr nichts, denn der war einfach nur mies) die letzte Episode wohl erst nach dem Kino“vergnügen“ in Angriff nehmen. Ansonsten dürft ihr in insgesamt 20 Leveln die Geschichte um den guten Jack Sparrow erleben und nachspielen. Erfreulicherweise hat man hier auch die typische Musik beibehalten, welche sogar ein wenig für Gänsehaut sorgt. Was hier sofort auffällt, ist das aufbohren der Grafik. Man hat dieses Mal nicht das Gefühl, leblose Legopuppen ohne Charisma zu steuern, sondern die Figuren wirken so plastisch wie in unserer Kindheit, zumindest wenn man nicht dem feindlichen Playmobil Lager angehörte. Was ein großes Plus darstellt. Besonders hervorzuheben ist hier das integrieren der Legofiguren sowie Legoblöcken in eine teilweise sehr realistisch wirkende Umwelt. Hier seien die Wassereffekte hervorzuheben, die überzeugen können und fast fotorealistisch erscheinen.

Ein Problem gibt es mit Lego Spielen; wenn man eines gespielt hat, dann hat man sämtliche Lego Spiele gespielt und selbst die Titel die dann wohl in zehn Jahren erscheinen werden. Bei anderen Titeln ein Manko, hier allerdings eine angenehme und vor allen Dingen sichere Routine, der man fast schon blind folgen kann. Hier muss ich aber gerade als Spieler der Vorgänger Titel, die Lanze für Lego Pirates of the Caribbean brechen, denn für mich ist gerade dieser Lego Teil der mit Abstand beste Vertreter seiner Art. Der Humor passt, man hat sich mit der Grafik Mühe gegeben und die einzelnen Welten unterscheiden sich und liefern in jedem Sektor etwas neues. Auch sind Geheimnisse nicht mehr ganz so offensichtlich zu finden. Stellenweise muss man um die Ecke denken und das Gehirn anstrengen, um alle Geheimnisse eines Levels zu erforschen. Ebenfalls ein großes Plus für Spieler jenseits von 7 Jahren.

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Achievementfreunde oder Trophyjäger, die ihren Score mal wieder etwas boosten wollen, sei Lego Pirates of the Caribbean wärmstens empfohlen. Sämtliche Achievements sind „straight forward“ und bedürfen keiner großen Aktionen, wie zum Beispiel der Zero Death Flug in Lego Star Wars. Die Gesamtspielzeit von Lego Pirates of the Caribbean liegt mit circa fünf Stunden im guten Lego Lizenzprodukt Mittelmaß. Dank der Freeplay Funktion wird diese Länge allerdings nochmals um circa zwei Stunden aufgestockt, da die neu zu erforschenden Areale teilweise die Größe eines regulären Levels haben und weit über dem Niveau eines einzelnen Bonusraums liegen. In einigen Geheimabschnitten gibt es sogar noch andere Geheimgänge die man finden kann.

Hat man alle Boni in den Abschnitten gefunden, so öffnet sich ein ganz besonderes Schmankerl für all diejenigen, die schon mal in Disney World waren. Ihr dürft nämlich die Pirates of the Caribbean Attraktion nachspielen. Das heisst ihr bewegt euch in einer Art Gondel von Filmschauplatz zu Filmschauplatz und kämpft gegen Feinde. Musikalisch wird dies von der original Dudelmusik der Attraktion untermalt.

Lego Pirates of the Caribbean, ein weiterer souveräner Lego Titel um die Trophyliste und den Gamerscore zu boosten oder aber um mit den kleinen eine Runde in die Welt der Piraten abzutauchen.

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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