Homefront: The Revolution

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4.1

Dürftig

Homefront: The Revolution
Homefront: The Revolution
Publisher:Developer:Release-Datum:Genre:USK:metacritic:

Die Propagandamaschinerie läuft mal wieder auf Hochtouren. Im Nachfolger zum fünf Jahre alten Homefront haben die Koreaner die USA besetzt. Homefront: The Revolution bei uns im Test.

Unzählige Publisher-Wechsel, unschöne Geschichten hinter den Kulissen und mangelndes Interesse sind nur drei Gründe, die schon einmal eine sehr schlechte Voraussetzung für ein Spiel sind, das eine komplett neue IP aufziehen will. Fast hat man schon die Hoffnung aufgegeben, jemals einen Nachfolger zu Homefront auf den heimischen Konsolen spielen zu können. Mit Homefront: The Revolution darf nun wieder einmal die USA gerettet und der böse Feind getötet werden. Hoorahhh…

homefront screen 1Zugegeben, wenn ich Open World höre, schlackere ich mit den Ohren, denn besagtes Gamedesign sorgt bei mir spätestens seit GTA für stundenlanges Erkunden und Spielspaß. Nimmt man dazu noch die Besatzungsgeschichte und den daraus resultierenden Widerstand der zivilen Bevölkerung, sollte man eine gewisse spielerische Freiheit erwarten. Sollte man…? In Homefront: The Revolution versteht man sich allerdings eher darauf, eine nicht ganz so offene Welt zu präsentieren und schickt auch gleich eine sehr lieblose Entschuldigung hinterher. Man kann ja nicht erwarten, überall im Stadtgebiet frei herumlaufen zu können, schließlich lebt man ja in einer besetzten Zone. Das mag durchaus vertretbar sein, aber im Gegenzug dürfte man doch wenigstens mehr Aufgaben erwarten, die über das mangelnde Open-World-Szenario hinwegtrösten können. Aber leider auch hier – Fehlanzeige.

Die Geschichte ist bisweilen sehr einfach gehalten und nahezu absolut vorhersehbar gestrickt. Wir spielen Ethan Brady und sind Teil des Widerstands. Die Koreaner haben sich zusammengeschlossen und einen kommunistischen Pakt gegründet um die USA zu unterjochen. Kommunismus mal wieder, denn nach den obligatorischen Standardfeindbildern greift man wieder tief in die Klischeekiste. Ethans Aufgabe ist es nun, Amerika wieder groß werden zu lassen – alles schon einmal dagewesen. Der Weg zu diesem Ziel ist mit diversen Aufgaben gefüllt, die man schon erahnen kann. Feindliche Kontrollpunkte übernehmen, Sabotage betreiben und nebenbei von Punkt A zu Punkt B marschieren, natürlich in Stealth-Modus.

homefront screen 3Das Abmurksen der Feinde mag zwar kurzweilig sein und auch einen gewissen Fun-Faktor haben (obwohl fast alle Gegner vollkommen identisch aussehen) aber diese Kämpfe scheitern an einer absolut schlechten Umsetzung. Gegnerische Soldaten verhalten sich vollständig unkoordiniert, stellen sich selber ein Bein und lassen sich Moorhuhn-like nacheinander abschießen. Tatsächlich haben wir uns gefragt, ob es sich hierbei um einen Programmierfehler handelt oder ob dies so gewollt ist. Ich hoffe immer noch auf ersteres.

Das Repertoire an Waffen ist recht überschaubar. Man hat Handfeuerwaffen, Maschinengewehre, den obligatorischen Bogen und natürlich Sprengstoffe. Waffen können im Spiel upgegraded werden. Trotzdem stellt sich kein Gefühl von Überlegenheit oder gar Spaß ein, da man eigentlich nur mit Waffen agiert, um irgendwas abzuschießen. Nutzen oder Erfolgserlebnisse bleiben aus und verpuffen im Wind der Straßenzüge.

Homefront screen 2Wenigstens in technischer Hinsicht kann man Homefront: The Revolution keinen Strick drehen. Die Engine liefert sehr gute Grafiken ab, die zumindest die einzelnen Gebiete glaubwürdig erscheinen lässt und nicht allzu steril daherkommt. Ähnlich sieht es da im Koop-Modus aus. Mit kompetenten Mitspielern an Bord reißt zumindest dieser Modus ein klein wenig den Karren aus dem Dreck. Aber auch hier krankt es an der Motivation und dem Verhalten der KI-Teammitglieder, denen man attestieren kann und die subversiv gegen uns zu agieren. Schade eigentlich.

Homefront: The Revolution ist schlicht und ergreifend ein Spiel, welchem man die Entwicklungsprobleme ansieht. Es kommt zu keiner Zeit Spaß auf und die lichten Momente, in denen man sich mit dem Titel anfreunden kann, sind sehr spärlich gesäht. Warum man in der heutigen Zeit so ein Produkt auf den Markt wirft, ist mir persönlich ein Rätsel. Besonders da der Vorgänger durchaus überzeugen konnte. Hart, aber ehrlich: So ein Spiel darf man nicht auf die Spieler loslassen.

Gut

  • Schöne Grafik
  • Koop-Modus teilweise spaßig

Schlecht

  • Spiel wirkt unfertig
  • miserable KI
  • Story extrem klischeebeladen und unglaubwürdig
  • Langweiliges, repetitives Gameplay
  • Kein Wiederspielwert
4.1

Dürftig

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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