Worms 3
Worms 3

Von Sabrina Radegast

Woher kenne ich das nochmal?
Auf den ersten Blick sieht Worms 3 fast genau so aus wie Worms Revolution. Die verschiedenen Locations – wie etwa am Strand, in der Kanalisation, im Gruselgarten und auf einer Farm – , kommen uns doch bekannt vor. In der Umgebung befinden sich auch die dazugehörigen Gegenstände, allerdings mit dem Unterschied, dass diese dieses mal nicht dynamisch sind, sondern fest zum Schlachtfeld dazugehören. Auch die verschiedenen Wurmtypen sind uns nicht fremd, dazu aber später mehr.

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Willkommen neues Feature
Was bietet Worms 3 denn nun, womit die anderen Teile für den PC und die Konsolen nicht mithalten können? Es gibt die Spielkarten, die wir im Kampf für, und wenn’s schlecht läuft gegen uns einsetzen können. Anders als unsere direkten Angriffe werden die Karten vor und nach einem Zug verwendet. Nach einem Zug können wir zum Beispiel die Erde nochmal ordentlich beben lassen, damit die Würmer, die an einer Klippe stehen, nichts mehr zu lachen haben. Hrhr… *boshaftes Lachen bricht die Stille*. Durch den Einsatz der Karten entsteht eine total neue Situtation. Unsere Angriffe können bis ins kleinste Detail ausgetüftelt und eine perfekte Strategie bereit gelegt werden.

Während eines Zuges können wir bis zu drei Karten spielen. Da wir natürlich nicht unser gesamtes Kartendeck mit zur Schlacht schleppen können, müssen wir vor einer Mission maximal zehn aus unserer Sammlung auswählen.

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Mal ordentlich shoppen gehen
Im Laden können wir die Karten dann käuflich erwerben. Das benötigte Gold erhalten wir, wenn wir Missionen erfolgreich durchspielen oder in Online-Matches gewinnen. Je schneller wir einen Kampf für uns entscheiden können, desto mehr Kohle bekommen wir. Nun aber wieder zurück zu den Karten. Es gibt drei Arten davon: Bronze, Silber und Gold. Jeder kann sich vorstellen, die goldenen sind am effizientesten, aber auch die teuersten. Außerdem erhalten wir in den billigeren Packs gleich mehr Karten auf einmal, als in den Profi-Packs. Es können aber auch Packs nach Themen eingekauft, das sind dann die Joker-, Kisten-, Magier-, Predator-, Umwelt-, Gegenstands- und Bewegungs-Packs.

Jede einzelne Karte kann nochmal in eine der vier Kategorien eingeteilt werden: Planung, Angriff, Joker und Regeln. Die Letzteren gelten solange, wie sich der Wurm, bei dessen Zug die Karte ausgespielt wurde, am Leben bleibt, oder bis die Karte wieder abgelegt wird. Alle anderen haben eine kurze Wirkungsdauer von nur einem Zug.

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Mit den Karten der Kategorie Planung werden Eigenschaften bestimmter Gegenstände verändert. Beispielsweise kann die Menge des Treibstoffes eines Jetpacks auf das Doppelte erhöht werden, so können wir weitere Distanzen mit einer Ladung zurücklegen. Setzen wir Karten für den Angriff ein, so erhöhen wir beispielsweise den Schaden oder die Sprengladung. Dann gibt es noch die Regel-Karten, die über mehrere Züge gelten. Damit können wir die Naturgesetze außer Kraft setzen. Entweder wir verringern die Schwerkraft oder drehen ein bisschen an der Windrichtung bzw. -stärke herum. Hrhr *wieder ertönt das hämische Lachen* Wer kennt das nicht, einmal nicht richtig aufgepasst und gleich ein persönliches Desaster angerichtet. Mit den Joker-Karten können wir einen Zug einfach rückgängig machen, wiederholen und hoffen dass das keiner gesehen hat. Auch zu dumm, wenn man ungewollt Selbstmord begeht.

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Im Menüpunkt Set können wir dann noch unser Team managen, Würmer hinzufügen, benennen und deren Typ festlegen. Außerdem können wir in diesem Menü Accessoires, wie Hüte, Brillen und Schnurrbärte, die ausgegebene Sprache, Grabsteine und den Siegestanz aus einer breiten Palette auswählen und sich dazu die Team-Statistiken ansehen.

Klasse – da gibt’s ja verschiedene
Jetzt endlich zu den Klassen. Jeder der unterschiedlichen Würmer besitzt verschiedene physische Eigenschaften, Stärken und Schwächen. Es gibt den Soldat, den kennen wir schon lange. Er ist eher der Durchschnitt der Bande, dafür ein perfekter Alleskönner. Das etwas kleinere Würmchen ist der Aufklärer. Dieser süße Bursche passt durch nahezu alle kleine Öffnungen, hat den Vorteil, dass er beim Vorbeikriechen keine Minen auslöst, zudem ist er schnell und beweglich, dafür ist er der Schwächste von allen und kann demnach weniger einstecken. Seine Waffen richten außerdem weniger Schaden an, als die von seinen Kollegen.

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Das Gehirn der Gruppe ist immer der Chefredakteur (ist notiert Sabrina Anm. d. Redaktion), äähhh Wissenschaftler. Er ist nur wenig labiler und langsamer als der Soldat. Sein Dasein wurde auch nicht wirklich für den Kampf geplant, viel eher setzt er seine riesige Birne dazu ein, die anderen Krieger während einer Schlacht zu unterstützen. Der Letzte im Bunde ist der Schläger. Er ist riesig, unbeweglich und langsam, dafür kann er einiges sowohl austeilen, also auch einstecken. Team17 rät, weg mit der Waage und haltet ihn von eurem Kühlschrank fern.

Auf in den Kampf
Für den Einzelspieler gibt es folgende Modi: Kampagne, schnelles Spiel und den Body Count- Modus. Die Kampagne umfasst insgesamt 27 Level in vier Locations. In Body Count haben wir nur einen Wurm, der alle anderen zur Strecke bringen soll. Stirbt er, so ist das Spiel beendet. Solange er aber am Leben bleibt und anrückende Feinde platt macht, sammeln wir ordentlich Punkte. Die anrückende Schar an neuen Gegner, wird jedoch immer fieser und hat auch mehr Lebenspunkte auf ihrem Konto.

Im Multiplayer-Modus können wir mit anderen Wurmbesitzern an Freundschaftsspielen oder Ranglistenmatches teilnehmen. Das läuft dann wie folgt ab: Wir setzen unser Team auf die Spielfläche und schicken den Zug an den Server. Ein anderer Spieler nimmt die Challenge an, setzt sein Team und schickt diese Nachricht an den Server. In der Online Übersicht sieht man nun, ob mein Zug der Aktuellere ist, oder ob ein anderer Spieler den Gegenzug getätigt hat. Wir werden aber auch, wenn wir das wollen, außerhalb der Anwendung über einen verfügbaren Zug informiert.

Dann gibt es noch den Pass ‚N‘ Play- Modus. Der wird lokal gespielt, das mobile Endgerät wird quasi weitergereicht. Bis zu vier Spieler können sich hier jeder-gegen-jeden duellieren. Es gibt aber auch den Festungsmodus. Hier arbeiten zwei Teams zusammen und stehen dem anderen Team Auge in Auge gegenüber.

Steuerkreuz oder Touch?
Zum Schluss noch ein paar Worte zur Steuerung, die uns anfangs etwas Zweifel bereitet hat. Alles zu unrecht, denn sie funktioniert einfach super. Auf der linken Seite befindet sich ein Steuerkreuz, mit dem wir unsere Würmer in die gewünschte Richtung bewegen können. Alternativ können wir auf die klassische Touch-Steuerung umschalten. Wenn unser Wurm springen soll, tippen wir entweder auf den Bildschirm oder wir verwenden den Sprungbutton, auf der rechten Seite.

Je nach ausgerüsteter Waffe, werden uns relevante Buttons wie Zünderzeit und Richtung angezeigt. Da es sich ja um eine mobile Anwendung handelt, können wir mit den gewohnten Gesten, also zwei Finger aufeinander zu bzw. voneinander weg, ins Spielgeschehen rein bzw. heraus zoomen.

Nach einer bestimmten Anzahl von Runden, hat das Spiel dann die Schnauze voll und es kommt zum Sudden Death. Das heißt, das nicht wie gewohnt das Wasser um uns drumherum steigt, sondern jeder Wurm, der sich noch auf dem Schlachtfeld befindet, bekommt bis auf einen Lebenspunkt seine Energie abgezogen, sodass er jetzt nur noch einmal getroffen werden muss. Wenn die Teamkameraden bei einem Anschlag dann noch nebeneinander stehen, dann heißt es Sachen packen und die Niederlage eingestehen.

Für solche Fälle gibt es den goldenen Esel, er ist über das Hauptmenü käuflich zu erwerben. Wenn wir nämlich in einigen Kampagnen nicht gewinnen können, so hilft uns der Esel, diese Missionen zu überspringen. Jeder kann für sich selbst abschätzen ob ihm das 89 Cent wert ist.

Worms gibt es in den verschiedensten Variationen. Gerade noch waren wir mit ihnen golfen, dann sprangen wir auf dem Mars herum und töteten andere Würmer mit einer alten Dame oder einem braunen Sofa, das von Himmel fiel. Team17 schafft es immer wieder neue Features einzubauen, nun sind das die Spielkarten. Eine gelungene Abwechslung und die Möglichkeit jede erdenkliche Strategie auszuprobieren, lässt uns einige Türen offen. Ich finde Worms 3 sehr gelungen, finde es aber gleichzeitig schade, dass es nicht für den PC oder die Konsolen auf dem Markt kommt.

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