Sonic CD
Sonic CD

Wer in den 90er Jahren sein Heil im Camp SEGA gefunden hatte, dem erzähle ich wohl nichts neues, wenn ich sage dass Sonic CD einer der Wegbereiter für emotionales Gameplay und den allerersten großen Importkrach war, denn die noch jungen Spieler damals erleben durften. Zentraler Bestandteil beider Ausführungen ist die, selbst heute noch, bezaubernde Musik in Sonic CD, die des einen Fluch und des anderen Segen darstellte und nicht nur mir bei den Endcredits Pippi in die Augen laufen lies.

Aber erklären wir doch einfach mal das Prinzip in Sonic CD. Dr Robotnik hat es sich wieder einmal nicht nehmen lassen und alle Chaos Emeralds gekrallt um Sonic wieder einmal fertig zu machen, dieser Schlawiner. Sonic hat indes erkannt, dass er beim erreichen von 88mp/h ganz ohne DeLorean in die Vergangenheit reisen kann, um dort Teleporter zu zerstören und so für eine Good Future zu sorgen. So nimmt das Igel und Wissenschaftler Spiel seinen Lauf.

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Spieltechnisch gesehen ist Sonic CD eher uninteressant da einfach ein verdammt gutes Sonic Konzept um die Elemente Zeitreisen erweitert wurde, daher kommen wir zum ultimativen Sahnestück, nämlich der Musik, welche schon für sich genommen 100 Seiten Diskussionsstoff bieten kann.

Sonic CD ist eines der frühesten Beispiele, die zeigen dass bei der Lokalisation vom japanischen Original zur US/EU Version ein langer kreativer Weg stehen kann. Im Gegensatz zu inhaltlichen Veränderungen wurde bei Sonic CD nämlich musikalisch der Rotstift angesetzt und man veränderte den Soundtrack der US Version dahingehend, dass das markante Japan Intro der Gruppe Pastiche, welches auf den fan Namen Toot Toot Sonic Warrior hört, durch das bekannte Sonic Boom ersetzt wurde. Ferner wurden auch Level Melodien komplett umgestaltet und so erscheinen einige Stücke in der Japanfassung besser, während die US Version an anderer Stelle mit feinsten Beats aus der Synthipopfabrik punkten kann.

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Glücklicherweise sind beide Soundtrackspuren in Sonic CD enthalten, wobei leider das japanische Intro Toot Toot Sonic Warrior/ You can do anything aus lizenzrechtlichen Gründen nur als Melodie erhalten ist. Damn it.

Sonic CD überzeugt nicht nur als gnadenlos gute Portierung sondern viel mehr als emotionales Stück Videospiele aus einer Zeit, in der die Welt in vielerlei Hinsicht noch in Ordnung war. Gerade in Sonic CD werden dank der musikalischen Untermalung die Wege aufgezeigt, die die Videospielindustrie Mitte der 90er einschlug. Nämlich eine gewisse „Nur Mut du kannst alles schaffen“ Kampagne, die durch vielerlei Ikonen wie Super Mario oder Donkey Kong gestützt wurde.

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Daher werde ich auch zum Abschluss dieser Review einfach mal einen persönliche Anekdote erzählen, wie ich damals Sonic CD erlebt habe, jaja die Emotionen. Auf jeen Fall erinnere ich mich noch, dass ich damals beim Creditsvideo mit Tränen in den Augen vor dem TV saß und gesagt habe „Und am Ende hätte ein Stein gereicht“. Tja ich habe damals auch leider nur das Bad Ending zu Gesicht bekommen.

Sonic CD ein emotionaler Trip in die 90er mit wahnsinnig toller Musik und einer tieferen Message. Trouble keeps you running faster.

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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