Sniper Elite 3
Sniper Elite 3

Zugegeben, das Genre der Sniper Simulationen ist bis dato recht überschaubar. Viele Shovelware und Grabbeltischspiele aus der Softwarepyramide versprechen „tolle Action“ „ein nie dagewesenes Spielgefühl“ „akkurate Kugelphysik“. Die Realität sieht allerdings anders aus und somit versanden besagte Titel recht schnell im Spielenirwana. Anders sieht es mit der Sniper Elite Reihe von 505 Games aus, die in einem stetigen Lern – und Neuerfindungsprozess, eine feste und mehr als solide Größe darstellt.

In Sniper Elite 3 spielen wir den einsamen Scharfschützen, der gegen Hitlers Schergen auf dem Afrikafeldzug für Leichenberge und gesplitterte Knochen sorgt. Splitternde Knochen sind hier wortwörtlich zu nehmen, denn in Sniper Elite 3 wird mit Grausamkeiten und schonungsloser Deteilfreudigkeit in keinster Weise gegeizt. So sorgt das Feature der Death Cam immer noch für schmerzverzerrte Gesichter der Spieler nebst dem obligatorischen unterbewussten Griff an den eigenen Körper, ob noch alle Knochen heile sind. Dennoch ist die, zugegeben, sehr amüsante Gewalt nicht der Hauptgrund, in Sniper Elite 3 ein hervorragendes Spiel zu sehen.

Sniper_Elite_3

Das Gameplay in Form von diversifiziertem Spielprinzip sorgt durch verschiedene Handlungsmöglichkeiten und Herangehensweisen für einen hohen Wiederspielwert. Als Beispiel sei hier exemplarisch ein Bestandteil einer Mission genannt, bei der es darum geht einen Transporter in die Luft zu jagen. Hier hat man nun die Möglichkeit ganz ordinär eine Mine auf den Boden zu platzieren und sich an der anstehenden Explosion zu erfreuen, oder aber man greift zu einer perfideren Taktik und vermint ein paar LKW, die dann nach der Detonation eine schöne kleine Todeszone bilden und das Zielobjekt gleich mit in den Orbit befördern.

Verschiedene Taktiken sind von essentieller Natur, da man nur so, die Verdachtsmomente der Gegner annulieren kann. Wer nämlich ständig im Kirchturm hockt und auf alles schiesst was durch die Wüste rennt, muss sich nicht wundern, wenn irgendwann der feindliche Scharfschütze einen Treffer auf unserer Fontanelle erreicht. Aber auch im regulären Gefecht, sollte man oft die Position wechseln. Grundsätzlich hat man einen Schuss frei, der noch unbemerkt einen Feind töten kann. Setzt man einen zweiten Schuss ab, werden die Truppen misstrauisch und setzen einen Marker auf unsere Position und schicken ihre Aufklärer zu uns. Solche Situationen können sehr plümerant werden, denn statt billiges Kanonenfutter abzugeben, räuchern einen die Gegner mit Zermürbungstaktiken aus.

Da Ablenkung im Sniper Gewerbe das A und O darstellt, liefert das Inventar ein breites Sammelsurium an Hilfsmitteln. Von zeitversetzten Brandbomben über Minen bis zu Medi Kits ist alles vertreten, was das Herz eines einsamen Wolfes zum jauchzen bringt. Ebenfalls sehr positiv hervorzuheben ist das sinnvoll eingesetzte Terrain. So finden sich an bestimmten Stellen, die aber nicht forciert wirken, Hot Spots, die durch ihre Lautstärke eure Schüsse übertönen und euch so einen absoluten Vorteil für das Gefecht liefern.

Durch die Todesanimationen nebst passenden Knack Geräuschen und die verschiedenen Herangehensweisen, sorgt Sniper Elite 3 für einen gewissen Suchtfaktor, dass man selbst nach Abschluss des Spiels, immer einmal wieder das Spiel in die Konsole werfen kann, um eine Mission zu spielen.

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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