Oddworld: New n Tasty

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Oddworld: New n Tasty
Oddworld: New n Tasty

Abe´s Oddysee ist ein Titel, den man heute sehr wohl als Retroklassiker bezeichnen könnte, den auch die jüngeren Spieler durchaus noch kennen dürften. Schliesslich hat es Abe auch zu einem Musikvideo gebracht, welches wir am Ende im Test verlinkt haben. Mit Oddworld New n Tasty erhält dieser phänomenale Titel sein Remake, welches aber mehr als nur eine stumpfe Portierung ist.

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Die Handlung von Oddworld New n Tasty spielt auf Mudos, einem Gebiet, das von Mudokons besiedelt wird, die eine sehr triste Existenz führen. Sie alle, bzw 99 von ihnen, sind Sklaven für den größten Fleischhersteller des Planeten der von den Glukkons angeführt wird. Glukkons sind vergleichbar mit grauen Eminenzen, die Kette rauchend Lebewesen schikanieren, notfalls mit Stromstössen. Da die Fleischgewinnung durch Überbeanspruchung des Viehbestandes beinahe erschöpft ist, sehen sich die Glukkons dazu gezwungen, aus den Mudokons Wurst herzustellen, neben anderen Speisen. Abe bekommt diese Pläne mit und startet seinen Fluchtversuch…..Get Freaky.

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Oddworld New n Tasty ist wie sein Ursprungsspiel ein klassischer Plattformer, bei dem es darum geht Rätsel zu lösen. Allerdings unterscheidet sich Abe´s Abenteuer ein wenig von den herkömmlichen Genrekonventionen. Die Fortbewegung ist angelehnt an Prince of Persia oder Another World. Das bedeutet, dass manche Rätsel nur durch gezieltes Timing erfolgreich lösbar sind. Zum Beispiel ist es nur durch eine Kombination aus rennen und springen zum richtigen Zeitpunkt möglich, einer Pressfalle zu entgehen. Hier hat das Remake im direkten Vergleich die Nase vorne, da diese Passagen nun weitaus besser funktionieren als in Abe´s Oddysee. Ein weiteres Feature ist die Chanting Funktion. Hier begibt sich Abe in eine Art Trance und kann so Kontrolle über andere Lebewesen erlangen. Wer fies ist, kann diese Gegner dann auch in den Freitod springen lassen.

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Im Spiel selber ist Abe dazu fähig seine Mudokon Freunde zu retten und diesen Befehle zu erteilen, damit diese nicht blindlings in die nächste Wurstpresse rennen, Soylent Green lässt grüßen. Diese Befehle waren in der Playstation Fassung noch recht überschaubar in ihrer Anzahl. In New n Tasty wurde der Wortschatz von Abe erweitert. Hier können im Spielverlauf neue Befehle erlernt werden. Zum positiven Eindruck passt auch, dass verschiedene Spielelemente aus Abe´s Exodus, dem offiziellen Nachfolger zum Erstling, in das Spiel eingebaut wurden. Statt einem geretteten Mudokon, dürfen im Remake mehrere parallel befehligt werden. Das minimiert Backtracking und sorgt so für ein flüssiges Spielerlebnis ohne Langeweile.

Grafisch hat New n Tasty einige Schauwerte zu bieten. Die Welt wirkt angenehm organisch, besonders wenn Natur ins Spiel kommt. Hier wurde geschickt der Hintergrund genutzt um ein Gefühl von grenzenloser Freiheit zu simulieren. Dadurch merkt man, wie viel Herzblut in das Projekt geflossen sein muss. Denn gerade was die Optik angeht, ist New n Tasty wirklich sehr schön und sauber umgesetzt.

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Um sich dem Zeitgeist anzupassen, wurde der Schwierigkeitsgrad des Originals etwas abgemildert. Zum einen sind Checkpoints nun großzügiger verteilt und zum anderen kann man nun zu jedem Zeitpunkt speichern. Die Steuerung trägt ebenfalls dazu bei, da die Bewegungen nicht mehr so abgehackt wirken und man jederzeit die Kontrolle über Abe´s Bewegungen hat.

New n Tasty zeigt, wie Remakes funktionieren sollten. Grafisch nicht nur hochskalieren, sondern von der Pieke auf eine neue Welt erschaffen die zum Träumen einlädt. Alte Mängel beseitigen und dem Jetzt anpassen ohne dabei das Ausgangsmaterial zu ignorieren. New n Tasty ist wirklich zum anbeissen.

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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