Majin and the Forsaken Kingdom

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Majin and the Forsaken Kingdom
Majin and the Forsaken Kingdom

Partner, Partner……..nein ich bin dein Freund. Majin and the Forsaken Kingdom ist wieder einmal einer der Titel, die in hohen moralischen Instanzen glänzen können, ohne dabei aufgesetzt oder arg in Unsere kleine Farm Kitsch zu versinken. Allerdings wundert es nicht, wenn man von diesem Titel bis dato nichts hörte. Denn dieses Schicksal trifft alle Mini-AAA Titel. So ist Majin and the Forsaken Kingdom viel weniger eine Videospielreise, als vielmehr eine Reise durch menschliche Charakterschwächen und daraus resultierender Stärke.

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So ist die Basis für Majin and the Forsaken Kingdom eine altbekannte Formel der Geschichtenerzählung. Ein anmutiges Königreich, welches mit der Welt der Monster harmonisierte wurde durch die „Finsternis“ heimgesucht und zum Stillstand verdammt. In einer Nacht wurde das Schicksal von Mensch – und Monster besiegelt. So scheint es zumindest, denn ein mutiger Dieb macht sich auf den Weg, diesen Kreis des Schicksals zu durchbrechen und die beiden Welten zu vereinen. Zunächst nur begleitet durch Tiere, denn mit diesen kann er mehr oder weniger kommunizieren, trifft er schon bald auf ein Monster namens Majin und gleichzeitig auch der Namensgeber dieses Spiels.

Majin ist von seinem Auftreten her wohl den sanftmütigen Vaterfiguren sämtlicher Filme entsprungen. Denn als Beschützer der Welten schließt er sich zügig unserem Helden an. Majin ist ein Garant für heftige Gefühlsschwankungen von Mitleid bis Genervt sein. Denn so lieb und nett der gute Naturgeist auch erscheinen mag mit seinem grinsenden Gesicht und seiner roten Nase, so sehr nervt sein Voice Acting nach kurzer Zeit. Denn Majin redet in kurzen Naiv-Sätzen mit Yoda Grammatik. Kostprobe gefällig? „I made fire boom“ wirkt beim ersten Mal hören noch ganz niedlich, allerdings nach dem zehnten Mal möchte man am liebsten die Glotze auf stumm stellen.

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Das zehrt selbst beim tolerantesten Spieler nach kurzer Dauer am Nervenkostüm. Anders als nervend sind glücklicherweise die Interaktionen und Kämpfe gelungen. Hier dreht sich dann alles um Majin selber, der als eine Art Command and Conquer Einheit im Kampf mit Befehlen versehen werden kann. So kann man ihm sagen, dass er uns heilen soll, oder aber einen Feuerregen auf die Gegner prasseln soll. Dank der geschickt kombinierten Story wird dies zu keiner Zeit langweilig, denn besondere Zaubersprüche muss Majin erst erlernen, durch fortschreiten der Handlung. Denn zu Beginn ist der sanfte Riese noch relativ magielos, da er seine wahre Stärke vergessen hat.

Majin ist als Bündnispartner unablässig, da wir die Größe sowie Stärke für das lösen von Rätselaufgaben benötigen. So kann nur Majin selber schwere Türen stemmen oder aber unseren Dieb auf höhere Plateaus werfen. Durch das integrieren von faszinierenden und kniffligen Rätseln, macht das Kombinieren und das probieren mehr Spaß als die eigentlichen Kämpfe. Hier ergänzen sich dann auch beide Helden wie kein zweites Team. So ist unser Dieb so agil wie Ezio, während Majin das Bollwerk der Stärke ist.

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In Kämpfen selber, ist man ebenfalls auf harmonisches Miteinander angewiesen, denn Kämpfe ohne Majin Support können sehr schnell in einem Desaster enden. Denn unser Held ist relativ schwach, was die direkte Konfrontation mit vielen Feinden angeht. Hier hilft dann zumeist nur ein Crowd-Breaker Schlag von Majin, welcher sämtliche Feinde in alle Richtungen verteilt und so für Freiraum sorgt. Majin ist ebenfalls durch seine Stärke im Nachteil, wenn flinke Gegner auf seinen Rücken springen oder Flugattacken gegen ihn einsetzen. Hier muss dann Tepeu sein akrobatisches Können anwenden und den agilen Gegnern ein paar Schellen verpassen.

Wem der offene Konflikt nicht zusagt, der darf sich gerne der Deathtrap Dungeon Methode bedienen. Es besteht nämlich bei Gegnern die Möglichkeit ähnlich wie bei Enslaved zum Beispiel, einen Instant Stealth Kill zu vollziehen, dazu muss man sich nur an den Feind anschleichen oder aber im toten Winkel dieses zuschlagen. Von dieser Methode sollte man inflationären Gebrauch machen ansonsten können Kämpfe sehr zäh und undankbar werden.

Von der optischen Seite folgt das Spiel seiner Verpackung. Die Umgebung ist mysteriös schön und erinnert teilweise ein wenig an Ico. Man kauft dem Königreich die erdrückende Last der Finsternis durch die satten Kontraste von Finsternis in schwarz bis zu dem lebensfrohen Grün der befreiten Welt einfach ab.

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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