God of War: Ascension

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God of War: Ascension

Mit God of War: Ascension geht es für Kratos in die kritische vierte Runde. Wie die Vergangenheit gezeigt hat, neigen Spiele IPs dazu, spätestens nach dem dritten Ableger einer Serie in ihrem eigenen Trott zu versanden. Grund genug also mit Kratos kritisch ins Gericht zu gehen.

Eines ist sicher, Kratos hat nicht wirklich viele Freunde auf dieser Welt und im Jenseits. Wieder einmal in einer brenzligen Situation gefangen und dem Willen der Götter als Spielball ausgeliefert, beginnt das vierte Abenteuer. Eine alte Bekannte mit einem psychopathischen Knacks im Schädel will Kratos foltern, hinrichten und vierteilen, nicht unbedingt in dieser Reihenfolge. Grund genug die Fesseln zu sprengen und der guten Dame auf den Zahn zu fühlen und ganz nebenbei die restlichen omnipotenten Götter mitnehmen.

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Es ist verblüffend wie man es bei Sony immer wieder schafft, ein recht eingängiges und sogar oftmals kopiertes Spielprinzip so gut zu verpacken, dass man keine Langeweile verspürt und ständig ein Gefühl von epischen Kämpfen erfährt. God of War: Ascension führt den Spieler zu Beginn sogar etwas an der Nase herum, denn statt direkt mit einem Knall ins Getümmel zu preschen, entwickelt sich die Story nebst Kämpfen langsam und sehr wohl portioniert. Die ersten Gegner verstehen sich als niederes und unkompliziertes Fußvolk ohne dabei eine nennenswerte Gefahr darzustellen. Mit einem Knall ändert sich dieses Gesamtbild und Kratos findet sich neben dem erstaunten Spieler in einem epochalen Gesamtwerk wieder. Neben Zyklopen, Untoten und sonstigen Fabelwesen wirkt die Welt in Ascension noch größer und weitläufiger als in den Vorgängern.

Dieser Umstand ist dem sehr geschickten Perspektivenwechsel geschuldet, der sich wie ein roter Faden durch das Spiel zieht. So werden bestimmte Situationen durch einen Kameraschwenk nach hinten oder einem Zoom viel interessanter. Oftmals erreichen selbst routinierte Kämpfe dadurch einen Hauch von Genreüberlegenheit eines God of Wars. Auch wenn die Kamera ihren fest positionierten Standort vorzuweisen hat, beschleicht einen nie das Gefühl, dass man etwas verpassen oder noch schlimmer, nicht sehen könnte. Wobei man manchmal lieber gar nicht wissen will, was gerade durch das Dach gerauscht kommt.

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Das God of War Kampfsystem sollte mittlerweile hinlänglich bekannt sein. Es gibt leichte sowie schwere Attacken, die ihrem Gusto entsprechend mehr oder weniger Schaden bei den Feinden verursachen. Durch das aufsammeln von Orbs und ähnlichem ist es möglich Upgrades freizuschalten. God of War versteht es allerdings wie kein zweites Spiel, aus diesem Grundbaustein ein sehr gutes Produkt zu schaffen, bei welchem man den hohen Production Value an jeder Ecke sehen kann. Denn grafisch bietet Ascension beste und vor allen Dinge sehr plastische Grafik, die sich mehr als nur sehen lassen kann. Hiermit bestätigt man auch einen der Kritikpunkte an grafisch aufwändigen Spielen. Spiele die wirklich zeigen wollen, was sie können, müssen bunt, hell und leicht dreidimensional erscheinen. Genau das tut God of War: Ascension. Man hat ständig das Verlangen, dem Zyklopen ins Auge zu pieksen oder sich bestimmte Fabelwesen aus den Fernseher heraus ins Regal zu stellen, als Actionfigur.

Eine wesentliche Neuerung ist das Gameplay. God of War: Ascension spielt sich einfach flüssiger als seine Vorgänger. Kette und Schwert lassen sich spielend erlernen und man hat niemals Probleme aus den Vorgänger Titeln, wie Cheap Hits, von den Gegnern zu befürchten. Dabei sind sämtliche Feinde nicht weniger aggressiv als zuvor. Neu hinzugekommen sind einige Relikte. Als prominentestes Beispiel sei der Uroborus Stein genannt, mit dem man die Zeit manipulieren kann. Entweder lässt man das Gelände zerfallen oder man baut es wieder auf. Dadurch gewinnt God of War: Ascension noch etwas Tiefgang.

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Zum ersten Mal bietet ein God of War Titel einen Multiplayerpart. Ganze vier verschiedene Spielmodi können dort gespielt werden. Neben dem obligatorischen Capture the Flag reihen sich Trial of the Gods, Match of Champions und Team Favor of the Gods in das Bild ein. In Team Favor of the Gods muss man in vier Personen Teams durch Kills etc Punkte generieren um am Ende der Sieger zu sein. Hier steht der kooperative Gedanke im Vordergrund. In Match of the Champions heißt es jeder gegen jeden. Hier wird ebenfalls auf Punkte gespielt. Trial of the Gods ist recht interessant, da man hier mit einem anderen Spieler gegen die Zeit agieren muss und Gegnerwellen abschliessen muss, die mit einem Endboss abgerundet werden.

God of War Ascension ist ein sehr überzeugendes und zugleich zugänglichen Spiel geworden. Auch wenn man den Multiplayermodus zu Beginn belächelt hat, muss man festhalten, dass man sich bei SCE Santa Monica durchaus Gedanken dazu gemacht.

God of War: Ascension ist ein Brett. Epische Kämpfe und ein sehr schnelles und einfach zu erlernendes Gameplay rocken wie immer den Olymp. Ebenfalls überzeugen kann der vormals belächelte Multiplayermodus, bei dem man merkt, dass man hier eben nicht auf Zeus komm raus eine Onlinekomponente integrieren wollte, weil dies jeder tut, sondern vielmehr weil man den kooperativen Gedanken in God of War in den Vordergrund stellen will. God of War bleibt demnach seiner Linie treu: brachial, brutal und optisch sexy.
Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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