Bulletstorm
Bulletstorm

Ich muss zugeben, das ich anfangs, bei der Demo von Bulletstorm, dachte: „Mensch, das is zwar ne spaßige Sache, aber doch recht stumpf und da ne vernünftige Story zu basteln, das wird wohl nix werden!“ Weit gefehlt, wie ich mir nun eingestehen muss. Denn Bulletstorm schafft es, auf recht erstaunliche Weise, zu unterhalten. Das fängt bereits mit dem noch unverbrauchten Charkter an: Grayson Hunt, klingt, und sieht aus, wie „Wolverine“, ballert wie „Marcus Fenix“ und reisst derbe Sprüche, wie „Duke Nukem“ (Anm. des Chefredakteurs : Carsten der Duke ist einzigartig also unterlasse solch blasphemischen Äusserungen in meiner Anwesenheit sonst gibts ein Memo :-)! Zudem ist er ehemaliges Mitglied einer Spezial-Einheit, namens „Dead Echo“, die unwissend, die Drecksarbeit für Ihren ehemaligen Befehlshaber, namens: „General Sarrano“, erledigten. Und wie es sich neuerdings für eine Story gehört, werden einige Teile der Vorgeschichte in Rückblenden nachgespielt. So ist schnell klar, dass Graysons Team benutzt wurde und nun auf Rache sinnt… Zurecht natürlich!

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Und durch eine glückliche Fügung des Schicksals begegnet Graysons Schiff dem Flaggschiff von Sarrano, der „Ulysses“. Und zwar direkt im Orbit eines ehemaligen Urlaubs-Paradieses genannt: „Stygia“. Grayson eröffnet sofort das Feuer und die beiden Schiffe liefern sich ein heftiges Weltraumgefecht bei dem am Ende keiner als Sieger hervorgeht. Schlimmer noch beide Schiffe stürzen auf dem Planeten ab. Dabei wird Ichi so schwer verletzt, das der „Doc“ sich um ihn kümmern muss, auch wenn nur wenig Hoffnung besteht, dass er den Eingriff überlebt. Nun werden wir ganz sanft in das Tutorial eingeführt und lernen, das Spiel erstmal zu beherrschen. Braucht man allerdings nicht, denn das Spiel spielt sich so einfach, wie die meisten Shooter heutzutage, ohne dabei überladen zu wirken. Schneller Action steht hier nichts im Wege, ausser vielleicht ihr seid nicht allzu abgehärtet, denn Bulletstorm ist alles andere als zimperlich mit seinem Kanonfutter! Der ein oder andere mag hier wirklich an die Grenzen des schlechten Geschmacks stossen… Zudem wird das ganze dahinraffen der Gegner auf möglichst vielfältige Weise auch immer belohnt und von unserem Duo auch noch auf übelst menschenverachtende Weise kommentiert…

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Das extremst gewaltverherrlichende Spielprinzip nennt sich Skill-Shot System! Wer seinem Widersacher auch standardmäßig die Birne wegpustet, der bekommt natürlich den obligatorischen Headshot Bonus gutgeschrieben, aber es geht auch eine Nummer härter. Hier ein Beispiel: Sie ziehen Ihren Gegner schon vom weitem mit Hilfe einer Energie-Peitsche zu sich, dann binden Sie ihm einige Granaten um den Hals, dann bekommt der Gute einen Tritt ins Gesicht, der ihn in Richtung einesn Kaktus befördert und aufspießt, danach macht es BOOM! Dadurch kassieren wir einen fetten Punkte-Bonus. Und das ist nur ein Skill Shot von insgesamt 131, die es zu entdecken und zu meistern gibt. Wer also möglichst kreativ Gegner um die Ecke bringt wird dabei mit Skillpoints belohnt und diese können dann an sogenannten „Drop-Kits“ für Waffen-Upgrades eingetauscht werden. Und das funktioniert in der Praxis erstaunlich gut.

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Erstaunlich gut an Bulletstorm ist vor allem auch die Optik, das Spiel bietet auf langer Strecke ein wirklich wunderschönes, paradiesisches und exotisches Panorama. Und wechselt sich auch immer wieder mal in der Stimmung ab. So geht es durch Industrie-Anlagen, Gebirgs-Dschungel-Passagen, Häuserschluchten, aber auch staubige Höhlen und Canyons mit Wüstenflair… Bulletstorm bietet recht viel schönes fürs Auge. Nicht nur die Landschaften sind gut geworden, auch die Charaktere geben allesamt ein gutes Bild ab. Dabei wirken diese nicht so emotional,wie in einem „Mass Effect 2“, aber es reicht für einen Shooter allemal. Auch an Abwechslung gibt es nichts zu meckern,die Landschaft bietet auch des öfteren die Möglichkeit sich die Umgebung geringfügig auszuleihen. Die Standarisierten roten Explosions-Fässer fehlen natürlich in diesr Comic Gewaltorgie ebenfalls nicht, aber eine fleischfressende Pflanze in Lebensgröße kann durchaus nützlicher sein, um sich den Feinden zu entledigen. Es gibt immer wieder rasante Action-Parts und Sequenzen, in denen Bulletstorm nicht nur eine stumpfe Ballerei ist. Zu allem Überfluss gibt es auch noch ein herrlich schräges Waffen-Reportoire, bei dem jede Waffe auch noch Ausbaufähig ist und einen zweiten Feuer-Modus bietet. Aber wer brauch schon Waffen, wenn man einen Stiefel hat zum Ärsche treten!

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Die ganze Atmosphäre wird zudem auch immer wieder von dreisten Kommentaren und beißenden Beleidigungen gewürzt. Denn „Ishi“ und „Grayson“ sind nicht mehr die allerbesten Freunde und zusehends entwickelt sich hier eine herrlich, komische Hassliebe zwischen den beiden, die dann nur noch durch die provozierenden Neckereien von „Trishka“ übertrumpft oder beendet werden, die sich schon bald zu unserer Rache-Engel Truppe dazugesellt. Dabei bleibt manchmal kein Auge trocken. So sei hier nur Graysons Song für Ishi erwähnt, während ihr einen Dinosaurier steuert, der Godzilla-like Gegner plättet. Ich glaube, dass Bulletstorm Zitate schon bald Kult sein werden! Der Einfluss von Epic Games macht sich im Detail (Gewaltgrad) bemerkbar, aber das spricht wahrlich nur FÜR das Spiel. Bulletstorm macht einfach richtig Spaß, sowohl im Single als auch im Multiplayer. Einzig und allein der Mangel an einer breiten Palette an verschiedenen Gegnern und ein paar mehr Boss-Gegner hätte ich mir gewünscht…

Der Test basiert auf der ungekürzten Version zu Bulletstorm, welche beim Importhändler eures Vertrauens zu erwerben ist.

Von Carsten Meyer

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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