Xenoblade Chronicles X

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9.3

Großartig

3.1

Ø Wert.

Xenoblade Chronicles X
Xenoblade Chronicles X
Publisher:Developer:Release-Datum:Genre:USK:

Endlich ist es da, das sehnsüchtig erwartete JRPG-Epos Xenoblade Chronicles X, das kurz vor Weihnachten noch einmal die Wii U-Spieler in seinen Bann zieht. Wir haben den Rollenspiel-Blockbuster ausgiebig getestet.

Wie es sich für Hochglanz-JRPGs gehört, wartet Xenoblade Chronicles X mit einer Story auf, die sowohl Sci-Fi, als auch Fantasy und Dystopie zu ihren spielprägenden Attributen zählt. Im Jahre 2054 bekriegen sich zwei verfeinde Stämme von Außerirdischen Lebensformen, die ihre Scharmützel an den Rand unseres Sonnensystems tragen. Die Erde, mehr noch das Leben auf ihr, wird als passive dritte Fraktion fast vollständig ausgelöscht und nur ein paar Tausend Menschen überleben dieses interstellare Massaker. Da sich der Konflikt im Laufe der Zeit auch auf der Erde abspielt, sehen sich die noch vorhandenen Zivilisationen dazu gezwungen, riesige Evakuierungsschiffe zu bauen und zu entsenden. Diese Schiffe hören auf den bedeutungsschwangeren Namen „Arks“. In diesem Wettlauf um das Überleben der Restmenschheit kann am Ende allerdings nur ein Schiff den sterbenden Planeten verlassen: die White Whale. Doch auch der Fluchtversuch der White Whale findet ein jähes Ende, als das Schiff von einer Alienrasse attackiert wird und auf dem Planeten Mira notlanden muss. Willkommen in New Los Angeles.

Xenoblade Chronicles X Test 1

Wer jetzt beim Lesen dieser Zeilen schon eine Gänsehaut vor Spannung bekommen hat, ist in sehr guter Gesellschaft. Wir in der Redaktion sind immer noch hin und weg von der eleganten Narrative, die Xenoblade Chronicles X für Spieler bereithält. Gerade wenn man denkt, man könne sich jetzt erst einmal entspannt zurücklehnen um den Widerstand auf dem Planeten zu formen, wird man von besagtem Planeten eines Besseren belehrt. Die Story entspricht hier einer Art Tutorial, bei dem die Spielmechanik erklärt wird, die man direkt beim ersten Kampf schon mal einstudieren kann und auch dringend sollte.

Kämpfe mit Gegnern laufen zwar in Echtzeit ab, das heißt man muss sehr gut taktieren können und sich auf Aktionen von Feinden gefasst machen, die mitunter heimtückisch sein können. Um selbst eine Aktion auswählen zu können muss man sich aus einer Kampfleiste am unteren Bildschirm für eine Interaktion entscheiden, die der Charakter in seinem Zeitfenster ausführen soll. Um die Schlachten abwechslungsreich zu gestalten kann man jederzeit die eigenen Vorlieben und Herangehensweisen verändern. In Xenoblade Chronicles X ist der Schlüssel zum Erfolg primär das Ausloten von Schwachstellen und das dementsprechende Ausnutzen der Kenntnis. Dadurch eröffnen sich viele neue Möglichkeiten und ein Gefecht kann seine Dynamik von jetzt auf gleich verändern.

Xenoblade Chronicles X 2

Atemberaubend darf und sollte man auf jeden Fall die offene Welt von Mira nennen. Hier kann man erkennen, wozu die Wii U fähig ist. Die Umgebung sieht wunderschön aus, wirkt lebendig und in ihrer Beschaffenheit organisch statt steril. Da es sich um ein Open World Spiel handelt, macht das Erkunden einfach nur Spaß und man fühlt sich wie ein richtiger Entdecker. Dieses Gefühl ist vergleichbar mit dem Bau einer Bude im Wald oder der Entdeckung einer kleinen Höhle in der Kindheit.

Im Kontrast zu eher schnell ablaufenden Spielen entwickelt sich die Story in Xenoblade Chronicles X eher langsam und entfaltet sich immer nur stückweise. Dieser Umstand ist der Tatsache geschuldet, dass den Spieler eine Gesamtspielzeit im dreistelligen Stundenbereich erwartet. Fortführende Missionen können teilweise nur dann aktiviert oder abgeschlossen werden sofern man die minimalen Voraussetzungen erfüllt hat. Im gesamten Kontext ist diese Herangehensweise für ein Open World-Rollenspiel sehr clever durchdacht. So gibt es statt künstlicher Schranken eher narrative Limitationen, welche Gebiete man begehen kann und welche nicht. Eine sehr elegante Lösung die dafür sorgt dass man sich als Spieler nicht langweilt oder von Einschränkungen frustriert ist.

Xenoblade Chronicles X 3

Die auffallend abwechslungsreichen Nebenmissionen der Bewohner auf Mira sind positiv zu hervorzuheben. Hervorragend ist, dass sämtliche Nebenmissionen einem das Gefühl geben, dass man auf etwas Grösseres hinarbeitet. Dabei wirken alle Areale die man betritt glaubwürdig und trotz der fantastischen Wesen sehr real. Man könnte fast von einem realen Jurassic Park schwadronieren. Lebensformen haben die Eigenschaft, dass sie sich clever verhalten. Greift man hier ein schwächeres Tier an, werden die anderen Tiere aus der Herde direkt zur Hilfe eilen. Dies sorgt für ein positives Gefühl, das an ein Katz-und-Maus-Spiel erinnert.

Im späteren Verlauf des Spiels erhält man Zugriff auf einen Charakter namens SKELLS. Ironischerweise werden diese Roboter in der japanischen Version noch als DOLLS bezeichnet. Mit diesem verändert sich das Spielerlebnis nochmals, da man sich nun mit anderen Problemen und Möglichkeiten konfrontiert sieht. Gegner mit der Größe eines Hochhauses können dann nicht mehr einfach nur ignoriert werden. Stattdessen beginnt man sich zu überlegen, wie man diese Biester recht schnell attackieren kann. Einfach ein herrliches Gefühl, welches an alte Godzilla-Filme erinnert, in denen sich allerhand Monster gegenseitig verkloppt haben. Für die jüngeren Leser: Stellt euch Pacific Rim vor.

Was stört denn eigentlich anXenoblade Chronicles X? Zum einen, dass der Titel ein Epos ist, das sehr viele Stunden Zeit in Anspruch nimmt. Ein kurzer Ausflug nach Mira zwischendurch ist hier nicht drin. Ansonsten fallen lediglich kleine Mängel auf, die nicht ins Gewicht fallen und daher nicht erwähnenswert sind.

Xenoblade Chronicles X ist ein hervorragendes Spiel und ein fantastisches RPG, das durch eine wunderschöne Welt und eine emotionale Narrative eine glaubwürdige Immersion erzeugt. Pflichtkauf für alle Wii U-Besitzer.

Gut

  • Tolle Story
  • Spielwelt lebt und atmet und man fühlt sich wohl
  • Sehr großer Spieleumfang
  • Wird dem Genre des RPG vollkommen gerecht

Schlecht

  • Kann man nicht mal eben zwischendurch spielen
  • Gegner manchmal arg angriffslustig
9.3

Großartig

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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