Wonderbook
Wonderbook

Meist wird behauptet, dass Videospiele dafür sorgen, dass man die eigene Imagination nicht mehr benutzt, da dem Spieler ja sprichwörtlich alles vorgekaut wird. Dank Wonderbook und dem Buch der Zaubersprüche dürfen sich Spieler und Familien nun darauf einstellen, dass Kreativität und Motivation von nun an einen festen Stellenwert im Sony Computer Entertainment Repertoire haben wird.

Mit Wonderbook ist Sony tatsächlich ein großer Wurf gelungen, denn mit besagter Periphere wird zwar ein Casualmarkt bedient, der aber im Vergleich zu anderen von Sony recht ernst genommen wird. Statt nerviger Minispiele oder abgehalfterten Lückenfüllern, bietet Wonderbook ein gelungenes Sammelsurium an spielerischen Finessen die in einer wunderschönen Story eingebettet wurden.

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Wie spielt man denn Wonderbook?

Wonderbook versteht sich als ein Augmented Reality Spiel. Formal bedeutet dies, dass man zusätzlich zum eigentlichen Spiel einen Move Controller nebst Eye Toy Kamera für die Playstation 3 als Hardware besitzen muss. Glücklicherweise wird Wonderbook in verschiedenen Varianten zum Kauf angeboten, wobei die Variante „Move Controller plus Eye Toy Cam und Spiel“ die attraktivste sein wird. Um das Spiel zu spielen wird das sogenannte Wonderbook vor den Fernseher auf den Boden gelegt. Die Playstation 3 Kamera erfasst dieses Buch und auf dem heimischen TV entsteht so eine Augmented Reality Illusion, bei der sich allerlei Fabelwesen, Effekte und sonstige Spielereien auf dem Bildschirm befinden. Mit dem Move Controller darf man dann bestimmte Bewegungen ausführen, die dann ebenfalls auf dem TV Bildschirm in bunten und bezaubernden Effekten dargestellt werden.

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Bevor es allerdings los geht, nimmt einen das Spiel per Tutorial wohlwollend an die Hand und erklärt Schritt für Schritt und sehr geduldig, was man als Spieler zu tun hat. Dabei wirkt das Tutorial für geübte Spieler in die Länge gezogen, allerdings dürften jüngere Spieler recht angetan sein, da man mit viel Liebe zum Detail und einigem Humor dieses Tutorial ansprechend gestaltet hat. Hierbei sei erwähnt, dass man recht schnell von Wonderbook gefesselt wird, da die Augemented Reality Komponente nicht nur flüssig umgesetzt wurde, grafisch wirken die Illusionen absolut glaubwürdig und real, dass man hier recht schnell auf den Trichter kommt und sich selbst als gestandener Zocker von Welt, das ein oder andere Mal wie Harry Potter fühlen kann. Das sage ich als bekennender Harry Potter Verleugner. Ich konnte mit besagten Büchern und Filmen nichts anfangen. Wonderbook dagegen fasziniert mich.

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Wonderbook bzw das Buch der Zaubersprüche spielt zwar im Harry Potter Universum, allerdings gibt es die Figuren im Spiel selber nicht zu sehen. Ihr spielt also nicht Harry Potter oder einen sonstigen Charakter, sondern nur euch selber. Es steht das Buch der Zaubersprüche im Vordergrund, welches die Grundlage sämtlicher Magie liefert. Zaubersprüche die einmal gelernt sind werden durch Druck auf den Move Button gespeichert. Zieht man zum Beispiel einen Stern oder einen Kreis, kann man diesen Zwischenspeichern. Durch eine Bewegung des Move Controllers in Richtung TV, wird dieser Zauberspruch aktiviert. Diese Sprüche haben zum Teil unterschiedliche Effekte. Insgesamt gibt es rund 20 verschiedene Zaubersprüche, die man erlernen kann. Ähnlich wie in Hogwarts steht am Ende eines Acts dann eine sogenannte Zauberprüfung an, bei der man alle zuvor gelernten Sprüche anwenden muss. Dies mag recht wenig erscheinen, aber in Anbetracht der geradezu faszinierenden AR Figuren kann man dies verschmerzen, da hier primär der Spaß der Kinder im Vordergrund steht.

Ein wunderschöner Schmetterling

Nur mit Zaubersprüchen ist es allerdings nicht getan. Während die Story erzählt wird, verwandelt sich unser Wonderbook in eine Art Theater um so den gesprochenen Worten eine visuelle Grundlage zu schaffen. Die Interaktion steht hier im Vordergrund, denn an bestimmten Stellen werden immer wieder kleine Rätsel in die Story eingeflochten, die man mit ein klein wenig Kreativität lösen kann. Zum Beispiel muss man an einigen Stellen das heimische Buch kippen um so den Blickwinkel auf das Geschehen zu verändern. Hier werden Kinder dann aktiv vom Spiel selber als Lösungsgeber herangezogen und zum mitmachen statt konsumieren animiert. Nach einer recht kurzen „Ich trau mich nicht“ Phase sind Kinder recht schnell bei der Sache und freuen sich schon auf die nächsten kleinen Minirätsel und den Belohnungseffekt in Form einer veränderten Sichtweise auf Dinge am TV Gerät.

Für einen Erstlingsversuch kann sich der spielerische Umfang von Wonderbook Das Buch der Zaubersprüche sehen lassen. So ist man circa 8 Stunden in etwa mit dem Spiel beschäftigt.

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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