Warhammer 40k – Space Marine

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Warhammer 40k – Space Marine
Warhammer 40k – Space Marine

Von Carsten „DiGGa“ Meyer

„Während wir stehen, kämpfen wir. Während wir kämpfen, obsiegen wir. Nichts soll unseren Zorn widerstehen.“ -Marneus Calgar, Ordensmeister der Ultramarines.

Bei solchen Einführungsworten kommt man doch schnell in die Stimmung eines Space Marines oder nicht? Das steigert nicht nur die Moral, ich fühle mich auch gleich unbesiegbar und stürme mit meinen Brüdern ins Kriegs-Getümmel. Na gut, vielleicht bin ich ein wenig übereifrig, aber bei dem Begriff: „Space Marine“ hab ich nur noch den Tunnelblick! Und bei dem Spiel ist das auch gar nicht so verkehrt. Denn Space Marinel geht weit nach vorn. Wenn das Imperium die Space Marines schickt, dann muss die die Situation schon kritisch sein. Und eine Ork-Invasion ist schon recht verheerend. Einfach die Welt „exterminieren“ kann man nämlich auch nicht. Da diese marodierende grüne Horde auch noch eine strategisch wichtige Fabrik-Welt im Auge hat, muss die Elite der Menschheit ausrücken um das Schlimmste zu verhindern. Und wer, wenn nicht die Ultra-Marines selbst, können sich einer Flut von Millionen grünhäutiger Orks entgegenstellen.

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Wir beginnen also mit dem Anflug auf die invasierte Fabrik-Welt „Graia“ und da der kürzeste Weg meist der schnellste ist, schnappen wir uns einfach ein Sprung-Modul und springen ohne zu zucken aus dem Landungs-Schiff. Wer hier direkt mit einer Flug-Sequenz rechnet, den muss ich enttäuschen, denn wir landen nach der Sequenz mitten auf dem Ork-Schiff und schneiden uns mit dem Kampf-Messer durch die ersten Grotze, kleine miese Ork-Diener. Somit lernen wir schnell die recht flüssige und unkomplizierte Steuerung kennen. Und wie es sich für einen beinharten Space Marine gehört, wird der nicht aktiv nach Deckung suchen, sondern sich in den Kampf schmeißen. Am besten immer gleich nach vorne rennen und im Sturmangriff alles im Nahkampf platt machen. Das gilt allerdings bestenfalls für den leichten Schwierigkeitsgrad, aber bei „Normal“ und „Hart“ werdet ihr damit nicht weit kommen.

Auch wenn es kein aktives Deckungs-System gibt, so könnt ihr euch dennoch hinter den zahlreichen Ruinen und Mauerstücken in Deckung begeben. Von dort aus erstmal eine Granate in die anstürmende Menge werfen und dann mit dem Bolter solange die Horde aus der Ferne dezimieren, bis sie in Nahkampf-Reichweite kommen. Dann packen wir das Kettenschwert aus und der Spaß beginnt erst so richtig. Denn hier ziehen wir alle Register. Zuerst ein paar Schläge mit dem Kettenschwert oder einer vergleichbaren Nahkampf-Waffe wie z.B. einer Energie-Axt oder einem Energie-Hammer. Und dann ein paar Tritte und Schläge um die letzten Feinde bewusstlos zu schlagen, um sie dann wie ein Space Marine blutig zu exekutieren. Das ist hilfreich, denn solche Exekutionen frischen unsere Energie wieder auf, auch mitten im Kampfgeschehen. Wer dies allerdings bei einer großen Horde tut, muss damit rechnen, während der kurzen Sequenz Staub zu fressen, denn die Gegner werden weiter auf uns eindreschen und auf uns ballern. Das Spiel macht hier keine Pause und unverwundbar sind wir währenddessen auch nicht.

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Das ganze erinnert uns schon ein wenig an „Gears of War“ oder „Mortal Kombat“, denn zimperlich sind die Marines hier ganz und gar nicht. Das Blut spritzt hier immer in Fontänen und mit der roten Suppe wird im Allgemeinen hier auch nicht gegeizt. Dass das Spiel dennoch komplett ungeschnitten ist, kann ich bestätigen. Ein Wunder das Deutsche in den Genuss kommen dürfen. Falls es doch mal brenzlig werden sollte, und wir der Übermacht nicht trotzen können, aktivieren wir unseren „Fury-Mode“ und werden so zu einer echten Kampf-Maschine auf Zeit und schlagen uns mit voller Wut durch die gegnerischen Reihen. Unverwundbar sind wir auch dann nicht aber meistens können wir so auch die härtesten Zweikämpfe bestreiten, ohne zu Boden zu gehen. Man kann den „Fury Mode“ auch nutzen um mit den Feuerwaffen die Zeit zu verlangsamen und so gezielte Schüsse anzubringen. Nach so einem Ansturm sollten wir erst einmal wieder aufmunitionieren und uns nach frischen Granaten umsehen. Denn dies ist bitter nötig, da einige Stellen im Spiel richtig knackig sind und es passieren kann, dass ihr oft ins Gras beißt. Dann hilft nur noch der letzte Speicherpunkt und den Abschnitt nochmals in Angriff nehmen.

Aber keine Sorge, eure zwei Team-Kameraden unterstützen euch beim Niedermachen der Feinde. Und das ein oder andere Mal kann es sein, dass Ihr von einem NSC begleitet werdet.. Doch ein wahrer Captain der Space Marines wirft sich ab und an auch gern mal völlig allein in die Schlacht. Dabei helfen dann nur weitere große Kaliber und andere Ausrüstung,die Ihr auf dem Weg findet. Insgesamt gilt es nämlich fünf Teile (aufgeteilt in 16 Kapiteln) zu durchkämpfen. Und dabei werden wir allerhand Schießeisen in die Finger bekommen. Dort gibt es nicht nur Nahkampf Waffen und Pistolen, sondern auch die großen Laserkanonen und Plasma-Waffen. Leider können wir nur insgesamt vier von diesen mit uns führen. Im Waffenrepertoire gibt es allerdings zwei Vorgaben: Zum einen muss man immer eine Nahkampf-Waffe mit Pistole haben und den heiligen Bolter natürlich. Die anderen zwei Plätze könnt ihr dagegen frei belegen. Aber so richtig Spaß habt ihr erst, wenn Ihr wieder ein Sprung-Modul findet und euch damit in die Lüfte erhebt und auf eure Feinde mit Kampfgeschrei und Energiehammer im Anschlag niederstürzt. Der Ritt der Walküren in Reinkultur. Leider behält man das Sprung-Modul nicht die ganze Zeit. Auch Fahrzeuge werden in Warhammer 40k: Space Marine nicht gefahren.

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Leider gibt es in der ganzen Story auch keine Terminatoren. Hin und wieder hat die Imperiale Armee ein paar Befestigungen mit allerhand Artillerie und Abwehr-Kanonen, aber so ein paar spezielle Einheiten habe ich dennoch vermisst. Trotzdem macht „Space Marine“ richtig viel Spaß und zieht euch, wie kein anderes Spiel zuvor, so sehr in das Geschehen von Warhammer 40k, dass ihr meint mitten in einem Table Top zu sein. Auch vom Finale bin ich begeistert, denn üblicherweise gipfeln diese ja immer in totaler Übertreibung oder einem schlecht inszenierten Ende. Ich will nichts verraten, aso nur soviel, ich wurde nicht enttäuscht. Außer von der wirklich miesen deutschen Synchronisation, die weder synchron ist, noch haben die Sprecher Elan bei ihrer Sprechrolle, hier gibt es kein Seal of Purity für die deutsche Synchroschmiede. Zum Glück ist daher aber für alle die englische Tonspur enthalten.

Im Multiplayer hat man sich anscheinend sehr von „Call of Duty“ inspirieren lassen, denn hier gibt es viele Dinge freizuspielen und bestimmte „Challenges“ zu absolvieren. Leider gibt es derzeit nur zwei Spiel-Modi. Der eine ist eine Art von Punkte-Übernahme und nennt sich: „annektieren“. Man erobert zwei bis vier feste Punkte und steigert somit den Zähler für die Gruppe. Bis eine Seite das vorgegebene Maß erreicht hat oder die Zeit abläuft. Im Zweiten Modus geht es dann einfach nur Team gegen Team um die meisten Kills. Drei Klassen sind spielbar: der taktische Space Marine, der Schwere Waffen Typ und der Sturmtrupp mit Sprungmodul. Wer hier viel zockt bekommt dafür auch neue Rüstungs-Teile und kann seiner Klasse noch mehr Feinschliff und Ausrüstung, sowie Fertigkeiten verpassen.

Also „Space Marine“ hat mich überzeugt und in seinen Bann gezogen. Die ganze Atmosphäre stimmt einfach und das Spiel rockt! Es ist Eure Pflicht gegenüber dem Imperium!

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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