Tormentum: Dark Sorrow

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Tormentum: Dark Sorrow
Tormentum: Dark Sorrow

Das polnische Entwicklerteam von OhNoo! Studio erschafft mit Tormentum: Dark Sorrow ein wirklich düsteres Point-and-Click Adventure. Der Name des Indie-Unternehmens ist dabei Programm, denn hier gibt wahrhaft es keine gute Laune.

Unsere Reise durch die trostlose Alptraumwelt beginnt damit, dass wir uns in einem Käfig befinden und mit einem seltsam aussehenden Luftschiff transportiert werden. Wir wissen weder wer wir sind noch wo dieser Flug endet. Nach einem Gespräch mit unserem Mitgefangenen, einer Ratte mit maschineller Ausrüstung, befinden wir uns nach kurzer Zeit an unserem Ziel: einer Gefängniszelle.

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Der recht brutal aussehende Wärter macht uns klar, dass wir für unsere Taten bestraft werden müssen – wir müssen von dem Bösen gereinigt werden, und das kann anscheinend nur durch Qualen passieren…

Was sofort auffällt: Die surreal anmutende Umgebung und die düsteren Klänge im Hintergrund. Mit viel Liebe, sofern man es so bezeichnen kann, haben die Entwickler das Spiel animiert. Es gibt zahlreiche Details, die kaum zu übersehen sind.

In traditioneller Point-and-Click Manier müssen wir unseren namenlosen, vermummten Protagonist aus dieser schrecklichen Zelle befreien. Dies gelingt auch relativ einfach. Das Spiel beinhaltet viele leichte Rätsel, hier und da müssen wir einen Schalter umlegen oder ein Puzzle lösen.

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Zwischendurch gibt es auch etwas kompliziertere Rätsel, die sich über mehrere Ebenen erstrecken. Zum Beispiel müssen wir eine grauenhafte Kreatur töten, in dem wir sie mit einem vergifteten Stück Fleisch ins Jenseits befördern. Dafür ist es erforderlich, erst einen Ofen in Gang zu bringen, damit wir das Gift herstellen können.

Doch neben Rätseln gibt es auch einige moralische Entscheidungen zu treffen. Leider ist nicht ganz ersichtlich wofür wir uns entscheiden müssen, was aber nicht unbedingt negativ sein muss. Zum Beispiel wissen wir nicht, wieso wir eine Hexe befreien sollen, obwohl ihr Hofnarr uns gebeten hat sie umzubringen. Jedoch beeinflussen all unsere Entscheidungen das Ende des Spiels.

Ein großes Plus von Tormentum: Dark Sorrow ist der grausame, aber doch faszinierende Grafikstil.

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Überall befinden sich groteske Figuren und Kreaturen, alles ist etwas technisch angehaucht. Auch die herumliegenden Knochenberge oder die Gemälde im Hintergrund tragen zu dieser schaurig-schönen Kulisse bei. Alles in allem wirkt das Spiel wie ein komplexes Gemälde, da sich auch unser namenloser Held immer statisch in einer Bildecke befindet und sich nicht bewegt.

Wer Fan von ausschweifenden Dialogen ist, wird hier enttäuscht. Es gibt keine Sprachausgabe und die seltenen Unterhaltungen werden in knappen Texten präsentiert. Diese sind dafür – anders als auf unserem Screenshot unten – komplett deutsch.

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Die Rätsel sind auch für Einsteiger in diesem Genre definitiv zu meistern. Ihr werdet voraussichtlich drei bis fünf Stunden Spielspaß mit diesem Titel haben.

Mein Fazit: Tormentum: Dark Sorrow ist wirklich empfehlenswert, wenn man auf eine düstere Atmosphäre steht. Und auch wenn man sonst kein Fan von Point-and-Click Adventures ist – das unglaublich gute Artwork und die musikalischen Untermalungen machen alle Kritikpunkte wieder wett!

Hannah Gottfried
Videospiele- und Anime-Fan der ersten Stunde auf der Suche nach dem Sinn des Ragequits.

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