Titanfall 2 Test – Singleplayer

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7.5

Gut

Titanfall 2 Test – Singleplayer
Titanfall 2 Test – Singleplayer

Ein epischer Soundtrack dröhnt durch die Kopfhörer, ein Soldat bahnt sich den Weg durch feindliche Stellungen und zusammen mit dem Off-Sprecher ergibt dies ein voluminöses Gesamtbild für die Intro-Sequenz von Titanfall 2. War der erste Teil ein reiner Multiplayer-Shooter, der versucht hat nur eine Rahmenhandlung zu bieten, so verspricht uns Respawn Entertainment diesmal eine vollwertige Einzelspieler-Kampagne. Wir durften Titanfall 2 einem Belastungstest unterziehen und sagen euch, ob eure Erwartungen erfüllt werden.

Wir haben uns für eine von mehreren Testvarianten entschieden. Aufgrund der Neuausrichtung auf Story und Einzelspieler wurde zuerst die gesamte Aufmerksamkeit der Kampagne gewidmet. Ein Multiplayer-Test sowie ein gleichzeitig erscheinendes Video gibt es, sobald auch dieser genau unter die Lupe genommen wurde.

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Der Spieler übernimmt die Kontrolle von Jack Cooper, einem Schützen der Frontier-Militia. Während unserer Trainingseinheit wird die Simulation unterbrochen und wir müssen schneller als geplant zu unserem Einsatz. Die Landung wird zu einem Desaster, wir rappeln uns aus unserer Landungskapsel raus und schließen uns dem restlichen Team an. Kurze Zeit später werden wir von einem herannahenden Titan überrascht, der aber von einem der unseren abgefangen wird. Dieser Titan hört auf dem Namen BT-7274 (wir dürfen aber „BT“ sagen). Wie wir dazu kommen den Piloten von BT unser Eigen nennen zu dürfen, möchten wir Euch nicht verraten. Gemeinsam kämpfen wir aber gegen lokale fremde Kreaturen und tragen unseren Kampf gegen die Interstellar Manufacturing Corporation ( IMC ) aus.

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Mit Titanfall 2 soll sich vieles ändern, was der Vorgänger falsch gemacht hat. Was sich aber nicht im Gegensatz zu anderen Vertretern dieses Genres geändert hat, sind die in die Handlung integrierten Tutorials. Wir lernen erst einmal die Funktionen unseres Pilotenanzugs kennen: Wandlauf, Doppelsprung per Düsenantrieb und Unsichtbarkeit. Wenn wir diese Fähigkeiten meistern können, sind wir in der Lage, den Pilotensessel von BT-7274 in Beschlag nehmen zu dürfen.

An vielen Stellen müssen wir unsere Fähigkeit der Sprungdüsen mehr als präzise unter beweis stellen. Später müssen wir mit Kränen Wände verschieben, bei unserer majestätischen Sprungeinlage mit einer Elektrokanone Schalter umlegen und sogar kleine Zeiträtsel lösen. Für Abwechslung und Spielereien ist mehr als genug gesorgt und dies sind nur wenige Beispiele.

Wie schon erwähnt, können wir in einer Passage auch zwischen den Zeiten wechseln. Dies dient nicht nur der Handlung, sondern hilft auch in kniffligen Passagen weiterzukommen. Klafft z.B in einer Ruine ein unüberwindbares Loch im Boden oder ist eine Tür verschüttet, so können wir dank eines Zeitsprungs zurück in die Vergangenheit um dieses überwinden. Aber auch Gegner können so umgangen werden, oder wir fallen ihnen einfach in den Rücken und springen hin und her durch die Zeit. Hier ist aber Vorsicht geboten: Einige Gegner sind in beiden Zeitebenen vertreten.

Wenn wir uns einen Sprung über eine größeren Distanz nicht zutrauen, kann man gelegentlich einen „Ghost“ aktivieren, der uns den Sprung vormacht und wir müssen diesem dann nur hinterher jagen.

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Respawn Entertainment versteht es, die Schützen und Titan-Missionen gekonnt abzuwechseln. Springen wir gerade noch von einer Wand zur nächsten, sitzen wir schon wieder in unserem Titan. Da fällt es einem schwer, mit seinen übermächtigen Waffen nicht Überheblich zu werden. Es macht einfach Spaß, mit seinen BT feindliche Gegnerhorden zu zerquetschen und sie mit einer großkalibrigen Waffe in mehrere Teile zu zerfetzen. Aber dieser Übermut wird dann doch durch eine Übermacht gegnerischer Soldaten relativiert. Merken wir, dass unser Vorgehen doch etwas unüberlegt gewesen ist, so ändern wir einfach unsere Taktik und stürmen nicht mehr einfach drauf los – und schon ist unser Vorgehen von Erfolg gekrönt.

Im Lauf der Kampagne können wir verschiedene „Loudouts“ einsammeln und somit unserem Titan eine neue Waffe spendieren. Jedes Loudout kann wie im Vorgänger nur einzeln ausgewählt werden. Entweder feuern wir mit unserem MG feindliche Gegner in Grund und Boden, oder wir benutzen langsam nachladende Projektile, die mehr Schaden anrichten. Diese müssen aber auch länger nachgeladen werden und brauchen einige Zeit, um die jeweiligen Ziele anzuvisieren. Jedes dieser „Loudouts“ hat auch ein spezielles Manöver. Beim Raketenwerfer dürfen wir höher springen, beim MG gibt es Dauerfeuer ohne Nachladen und der Vortex-Schild darf auch nicht fehlen. Mit dem Vortex-Schild, fangen wir feindliche Projektile in einer Art Dämpfungsfeld auf, die wir dem entgegengesetzten Titan wieder postwendend gegenschleudern. Die Einzelspieler-Missionen versprechen alles, was der Multiplayer auch beinhaltet. Zum Üben und Eingewöhnen mit den verschiedenen Mechanismen des Titans ist die Kampagne mehr als geeignet.

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Wir stellen uns vor, dass ein geliebtes Haustier für die Familie gekauft wird. Man wächst damit auf und je nach Art des Tieres bekommt dieses einen Beschützerinstinkt.  Genauso verhält sich die Beziehung zwischen Mensch und Titan. Man erhöht laut Geschichte die Kampfeffizienz und auch die seelische Bindung wird immer eingehender. Die Geschichte erzählt nicht nur den Kampf gegen Gut und Böse, sondern soll auch dazu dienen, sich mit seinem Titan zu Identifizieren. Man soll den Titan respektieren und schätzen, was den Entwicklern wirklich gut gelungen ist. Wenn uns eine „KI“ im wirklichen Leben so zum Schmunzeln bringen könnte, dann ist BT das beste Beispiel dafür. Die Multiple-Choice-Dialoge sind gut gestaltet und werden im Lauf der Geschichte immer persönlicher. Die einen oder anderen Wortwitze durften da nicht fehlen und BT hatte immer eine entsprechende Antwort parat.

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Das erste Titanfall war grafisch wirklich nett und es fielen durch die rasanten Einlagen keine wirklich negativen Punkte auf, doch wirkte das gesamte Spiel etwas steril. Jetzt wirken die Texturen frischer. Details wurden erhöht, Wind und Wettereffekte prasseln auf uns ein und die Animationen sind wie im ersten Teil einfach klasse. Die Levels selbst sind abwechslungsreich gestaltet und laden immer wieder zu Staunen und Erkunden ein.

Eine Gesamtwertung wird es jetzt noch nicht geben. Man kann aber schon jetzt EA und Respawn Entertainment ein großes Kompliment machen. Die Handlung ist kein Meisterwerk, die einem Hollywood-Drehbuchautor aus der Feder entflohen ist. Trotzdem begeistert das Gameplay mit frischen Einlagen und dem Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine. Der Singleplayer überzeugt also und ob die Gesamtwertung inkl. Multiplayer überzeugen kann, werden wir in den nächsten Tagen sehen.

Gut

  • Präzise Steuerung
  • Abwechslungsreiche Schauplätze
  • Flüssige Animationen
  • Gut nachvollziebare Handlung
  • Dynamischer Soundtrack
  • "BT" ist der Boss

Schlecht

  • Uninteressanter Protagonist
  • Kurze Kampagne
7.5

Gut

Benjamin Schudrowicz
Retro Fan, der von seiner Freunde als offen und nett bezeichnet wird. Sein Talent liegt im kommunikativen Bereich und konstruktiver Kritik ist er nicht abgeneigt

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