Tekken Hybrid

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Von Sabine Bernd

Kommen wir zunächst zum Film: Blood Vengeance. Filme zu Videospielen sind meistens eines: Schrecklich. Einzig den Hardcore-Fans können da noch die zu Leben erweckten Figuren das Fanherz aufblühen lassen. Bei allen anderen Cineasten ohne merkliche Vorkenntnisse von Story oder Charakteren können solche Filme hingegen recht wirr und überladen daherkommen und im Anschluss die Frage aufkommen lassen, was denn das gewesen sei und wieso man kostbare Lebenszeit mit so einem Nonsens vertun musste. Von einer konkreten Beispielbenennung möchte ich in diesem Zusammenhang absehen, denn es geht ja hier primär erstmal um den Film „Tekken – Blood Vengeance“. Und da hatte ich glücklicherweise nicht das Gefühl, dass ich in der Zwischenzeit besser meinen Garten umgegraben hätte.

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Kurz zur Story: Die Schülerin Ling Xiaoyu wird eines Morgens zum Schuldirektor zitiert. Jedoch entpuppt sich der Direktor als sexy hexy Anna Williams von der G-Corporation, die Xiaoyu damit beauftragt, den Studenten Shin Kamyia im Auge zu behalten. Xiaoyu bleibt keine Wahl, als die Schule zu wechseln, und an der Kyoto International School lernt sie Alisa Boskonovitch kennen, die von der Konkurrenz ebenfalls auf Shin angesetzt wurde. Beide Mädchen freunden sich an und finden heraus, dass vor Jahren Genexperimente an Schülern durchgeführt wurden und Shin als einziger überlebte, da er das Gen der Unsterblichkeit in sich trägt. Dabei steht besonders die ungewöhnliche Freundschaft zwischen einem Cyborg und einem Menschen im Vordergrund, sowie natürlich der Familienzwist der Mishimas.

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Da ich nicht zu den Tekken-Bibel-festen Menschen gehöre, kann ich nicht beurteilen, ob die Story mit der des Videospiels 100%ig übereinstimmt. Meist ist es ja so, dass es bei der Menge an Charakteren, die derart verflochtene Vergangenheiten haben, dass selbst der Eingefleischteste diese nicht mehr zu entwirren vermag, schwierig ist, jedem Detail gerecht zu werden. Dann ist es in meinen Augen sinnvoll, einen Bruchteil aus dieser Geschichte herauszunehmen und einen guten Film daraus zu machen, der auch dem größten Noob einigermaßen schlüssig vorkommt. Und genau das ist hier der Fall. Man wird gut unterhalten, es kommt keine Langeweile auf und man fiebert mit den Charakteren mit. Klar, dass nicht jeder glücklich mit der kleinen Auswahl der Darsteller ist, aber wie soll man alle unterbringen? (Wo ist Lars?! schluchz…) 😉

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Das Ende ist ein Showdown der Superlative und verlangt nach mehr! Einzige Witzfigur in dem Film ist Lee Chaolan als Lehrer und Gehilfe. Er sorgt für die komödiantische Komponente im Film. Nachdem ich ihn aus Tekken 6 kannte, hätte ich mir eine solche Rolle für ihn niemals vorstellen können. Natürlich dürfen actiongeladene Fights nicht fehlen und man wünscht sich, dass die Kämpfe im Tekken-Videospiel eines Tages genau so aussehen werden. An der Grafik des Films ist jedenfalls nichts auszusetzen. Dass es „nur“ deutsche Untertitel gibt und keine Synchro ist kein Makel, da ich generell japanische Filme in dieser Konstellation empfehle. Deutsche Synchros haben mehr als einmal den Zauber eines Films zerstört.
Alles in allem ist Blood Vengeance empfehlenswerte Unterhaltung und macht Lust auf mehr. Diese jedoch mit einem laschen Aufguss von alten Tekken-Spielen zu spicken und dann einen unverschämt hohen Preis zu verlangen ist eine ganz andere Kiste.

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Wären wir also bei Tekken Tag HD: Hierbei handelt es sich um die 1:1 Adaption des PS2 Titels in HD. Ich für meinen Teil kenne nicht das Original und möchte daher keine Vergleiche ziehen. Aber hätte ich die Wahl, würde ich zu Tekken 6 greifen, weil die Grafik einfach besser ist. Der Vorteil, dass der Teil nun auf der PS3 spielbar ist, sind natürlich die Trophys, die man als eiserner Trophyjäger ergattern kann.
Viel interessanter ist der Tekken Tag Tournament 2 Prologue. Zu spielen sind lediglich 4 Charaktere: Alisa, Xiaoyu, Devil Jin und Devil Kazuya. Man spielt jeweils 2 gegen 2, was aufgrund der geringen Anzahl der Kämpfer leider schnell etwas öde wird. Aber wie der Name schon sagt, verbirgt sich hinter „Prologue“ ja auch nur ein kleiner Ausblick auf das, was da noch kommen mag. Und das sieht gar nicht mal schlecht aus. Und an spielbaren Charakteren wird es in Tekken Tag Tournament 2 auch nicht mangeln. Wir werden berichten und sind schon sehr gespannt.

Ihr könnt die Wartezeit auf das neue Tekken Tag Tournament 2 kaum aushalten? Dann kauft euch bloß nicht diese Zusammenstellung sondern legt Tekken 6 ein oder erfreut euch an der DVD Blood Vengeance, die ebenfalls viel günstiger erhältlich ist. Denn dieser Film lohnt sich wirklich anzuschauen und erhält von mir 8 Punkte. Der Rest von Tekken Hybrid ist für den Preis ein Witz und alles andere als Fanservice, weshalb ich insgesamt nur 4 Punkte vergebe.

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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