Soul Calibur V
Soul Calibur V

Wir kennen die Geschichte an sich ja schon. 2 Schwerter im ewigen Krieg, die immer und immer wieder für Bürgerkrieg sorgen. Kämpfer, die sich auf die Suche machen, um nur eines der ‚Sagenumwobenen Schwerter‘ einmal führen zu dürfen. Die Rede ist von Soul Calibur und Soul Edge. Dem einen Schwert wird das Gute und Reine nachgesagt, dem anderen Terror und Verderben!

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Und genauso geht es nach nunmehr 17 Jahren nach dem letzten großen Konflikt weiter. Doch Soul Calibur hat seine Kraft verloren und Soul Edge verbreitet mithilfe von Nightmare, dem Träger des verfluchten Schwertes, mal wieder Angst und Schrecken. Im Jahre 1607 brechen wieder Kriege aus und die sogenannten Verderbten fallen über die Menschen her. Doch es gibt auch Menschen, die dazu auserkoren sind, dieses Übel zu bekämpfen. Patroklos zum Beispiel, der Sohn der damaligen Streiterin Sophitia. Er dient dem Grafen Dumar, um die Verderbten zu jagen und seine verlorene Schwester Pyrrah zu finden.

Das klingt alles wie der Stoff für eine spannende Geschichte voller Emotionen und Tiefgang. Hier und da eine überraschende Story-Wendung. Doch all das bietet der Story-Modus – der sich nur noch „Geschichte – 1607 Anno Domini“ nennt – NICHT! Die zwei Hauptprotagonisten Patroklos und Pyrrah sind langweilig und entweder total naiv und ängstlich oder vollkommen euphorisch vor Tatendrang. Emotionen kommen bei den verfluchten Geschwistern zu keiner Zeit auf. Und auch überraschende „Aha!“-Momente bleiben leider völlig aus… Man wechselt ab und an die Spiel-Figur, darf auch hier und da mal einen der neuen Charaktere mit dem Namen: „Z.W.E.I.“ übernehmen. Einen punkigen Kauz mit einer Art Werwolf als Partner.
Nach 20 Episoden und 24 Kämpfen ist dieses magere Storyboard auch ge- und vergessen. Was mir nicht ganz in den Kopf geht, ist der mich verwirrende Mix von Stilen, was die Erzählung der Geschichte betrifft. Einerseits wird die Story in einer Art von Kohlezeichnungen vermittelt. Dann springt alles wieder in filmische Sequenzen um! Das verstehe, wer will. Die Macher hätten besser daran getan, bei einem Stil, am besten der filmischen Darstellung zu bleiben.

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Freuen darf man sich über neue spielbare Charaktere und neue Gegenstände für den aufgemotzten und polierten Charakter-Erstellungs-Editor. Dieser bietet nun noch mehr verrückte Gestaltungsmöglichkeiten, als es im vierten Soul Calibur noch der Fall war. Ihr müsst auch nicht mehr Unmengen an Gold durch Kämpfe farmen und euch so neue Ausrüstung freikaufen. Ihr erhaltet dafür nach jedem Kampf eine bestimmte Menge an Spiel-Erfahrung für Euren Account, so steigt Ihr nach und nach auf und bekommt so neue Variationsmöglichkeiten der Gestaltung.

Dabei sind Euch kaum Grenzen gesetzt. Ihr könnt fast alles mit neuen Farben versehen, ein Muster drauf malen oder Aufkleber benutzen, alles nach Herzenslust verschieben, vergrößern oder Eure Stimme verzerren. Vergrößern? Ja richtig, von Kopf bis Fuß kann jedes Körperteil angepasst werden. Auch wenn zuvor diskutiert wurde, ob die Brüste der weiblichen Kämpfer reduziert werden sollen! Ich kann Entwarnung geben, denn DiGGa hat sein Prüf-Siegel auf die Körbchengröße gesetzt! Ihr könnt natürlich auch Eure Lieblings-Figuren nachbauen. Rosa Afro Look – kein Thema. Großer, kräftiger HULK? – Kein Problem. Von Flügeln und Hörnern bis hin zu den passenden Socken und Schuhen: Der Bastlerfreund kann sich hier voll und ganz austoben.

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Allerdings gibt es eine Grenze für den geneigten Einzelspieler, denn dieser arme Tropf hat nach der Geschichte nicht mehr viele Herausforderungen zu meistern. Schade eigentlich, dass man gerade hier deutlich gekürzt hat und auch keine Intention gehabt hat noch irgendwas einzubauen, das einen noch beschäftigt hätte. So bietet das Spiel weder einen Edge-Master-Mode, noch gilt es irgendwelche Missionen oder Bedingungen zu erfüllen. Das finde ich sehr traurig, da die Story allein einfach nicht ausreicht um mich bei Laune zu halten.

Man kann natürlich versuchen. sich an den harten CPU Gegnern zu messen. Diese warten in einem extra harten „Legendäre Seelen“-Modus auf Euch, wobei ich Euch warnen möchte, dass Controller durch einen Wurf an die Wand durchaus kaputt gehen könnten!
Dann gibt es natürlich noch den Arcade-Mode, aber hier werden weder cineastische Sequenzen, noch charakterspezifische Story-Details behandelt. Im Schnellkampf könnt ihr Euch darüber hinaus auch noch austoben und diverse Titel von den anderen Gegnern gewinnen und so selber tragen um die Spieler-Lizenz noch weiter auszuschmücken.
Zum Glück ist der Online Mode deutlich ausgebaut wurden. So kann man in sein Kollosseum für die Region gehen und sich dort potenzielle Gegner suchen, die ungefähr auf dem eigenen Niveau sind. Somit ernte ich wieder weitere Spielerpunkte und steige einen Level auf. Man darf sich nicht darüber wundern, wenn man beispielsweise einen Österreicher trifft, der sich Hugo Stiglitz nennt und den Titel „der Bezwinger des Übermächtigen“ trägt.

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Und dann sind wir auch schon am Kern des Ganzen angelangt: Dem Kampfgetümmel, denn Soul Calibur scheint ein klein wenig an Tempo zugelegt zu haben. Während ich meine erste Combo vorbereite und mich in Position bringe, hat der Asiate mich schon in die Luft befördert, drischt mir den halben Lebensbalken weg und pustet mich dann mit einer „kritischen Klinge“ komplett weg. Und vorbei ist Runde Eins. Ich erhole mich grad vom Schock des Verlierens, als es schon wieder los geht und mich der 12 jährige Asiate sprichwörtlich auseinander nimmt. Ich bekomme nicht mal Boden unter den Füssen und verliere erneut. Insofern kann man auch mal ganz böse auf die Schnauze fallen Und noch etwas ist neu, denn es gibt Arenen die verändern nach einigen Runden entweder Ihr Aussehen oder den Kampfschauplatz, das ist ein nettes Gimmick.

Aber die Spielmechanik ist unbestritten noch immer eine der besten des Genres. Und auch die Moves und Charaktere, sowie die liebevollen und detailreichen Schauplätze sind grafisch opulent. Eben State of the Art. Der orchestrale, bombastische und stimmige Soundtrack trägt sein Übriges dazu bei.
Apropos „passend“: Da es bei Soul Calibur ja schon Pflicht ist einen Gast-Charakter auftreten zu lassen, haben sich die Jungs diesmal einen waschechten „Assassinen“ ins Spiel geholt. Kein Geringerer als „Ezio Auditore“ persönlich kreuzt die Klingen dieses Mal mit unseren geliebten Helden oder Schurken – wer weiß das schon. Es ist wirklich erfrischend zu sehen, wie gut er sich in das Spielgeschehen einfügt und wie leicht er sich bedienen lässt.
Leider gibt es bei unserer Stamm-Riege auch ein paar kleine Änderungen, denn „Taki“ und leider auch einige andere sind durch jüngere Versionen ersetzt wurden. Hinzu kommen noch ein paar neue Gesichter und auch ein paar der alten, in veränderter Form, aber ich werde hier nichts spoilern!

Von Carsten Meyer

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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