Sniper: Ghost Warrior 2

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Sniper: Ghost Warrior 2
Sniper: Ghost Warrior 2

Knapp zwei Jahre nach dem ersten Teil bekommt die Sniper Reihe einen Nachfolger spendiert. In Ghost Warrior 2 zieht man wie in der Realität auch, sofern der klassische Scharfschütze nicht bereits von Drohnen und anderen Maschinen ersetzt wurde, nicht alleine los, sondern begibt sich im Zweier-Team auf die Jagd. Zusammen mit dem Spotter der sich um die äußeren Einflüsse wie Wind und Schwerkraft kümmert, reisen wir zunächst auf die Philippinen.

Bevor ich mich jedoch ins Gefecht wage, absolviere ich nochmal schnell ein kleines Training um ein Gefühl für das Spiel zu kriegen. Dies ist aber weder notwendig noch groß hilfreich, dennoch fühle ich mich etwas sicherer im Umgang mit dem großen Kaliber.

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Die erste Mission beginnt und ich erfahre in einem kurzen Briefing meinen Einsatzort samt Zielperson. Kaum angefangen erlebe ich ein kleines Deja Vu, denn die Mission startet fast genauso wie eine Mission aus Call Of Duty Modern Warfare 3, welches ich erst vor kurzem gespielt habe. Aber man sollte sich nicht beschweren, schliesslich sind Kriege immer gleich, denn wir alle wissen doch „War…….War never changes“. Nachdem ich mich mit meinem Spotter durch den philippinischen Dschungel vorbei an allerhand Gegnern zu einem Kirchturm gekämpft habe, bin ich vollkommen in meinem Element. Von meinem „hohen Ross“ schalte ich Gegner für Gegner aus um weiteren Kameraden den Weg frei zu machen. Ich habe Spaß daran, aus dem Hinterhalt die gegnerischen Reihen zu dezimieren.

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Wer war zuerst, das Huhn oder das Ei ?

Während der erste Akt noch in der (kürzlich vergangenen) Gegenwart spielt, führt uns der zweite weitaus tiefer in die Vergangenheit zurück, nur um uns mit dem dritten Akt wieder in das hier und jetzt zu befördern. Und warum das Ganze ? Wir verfolgen einen Kriegsverbrecher der zu allem Übel noch eine gefährliche biologische Waffe bei sich hat, die er meistbietend verkaufen möchte. Dieser Jemand ist uns leider schon früher einmal begegnet. Und da er uns damals entwischt ist, müssen wir heute sozusagen etwas Schadensbegrenzung betreiben. Alles in allem erinnert mich das etwas (zu sehr) an Call of Duty mit seinem Captain Price der ebenso einem Geist aus der Vergangenheit nach jagt.

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Der Herr möchte sterben

Wer nun glaubt das jeder Gegner akribisch mit dem Scharfschützengewehr eliminiert werden muss, der irrt. Denn ab und an bietet sich die Möglichkeit eines Stealth-Kills. Dabei schneiden wir unseren Feinden regelrecht das Wort ab, denn diese telefonieren nur all zu oft, was uns die Möglichkeit bietet sie abzustechen. Dass sich der Gesprächspartner nicht über die plötzliche Funkstille wundert ? Außerdem stehen die Soldaten manchmal hintereinander oder laufen an einem Kameraden vorbei, was mit einem Double-Kill enden kann und Elemente wie Benzinfässer oder Handgranaten ermöglichen es eine ganze Gruppe mit einem einzigen Schuss über den Jordan zu schicken. Außerdem verfolgt ihr ab und an mit der sogenannten Bullet-Cam den Verlauf der Kugel bis ins Ziel. Dieser Effekt kann sich durchaus sehen lassen und macht wirklich Spaß.

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Kimme und Korn

Die Tatsache, dass man nur als Scharfschütze unterwegs ist stört gar nicht und ist sogar recht stimmig. Mal davon abgesehen das man ja noch eine Pistole als Zweitwaffe dabei hat. Wenn man jedoch mal zu dieser wechseln muss, hat man nur noch Kimme und Korn zum zielen zur Verfügung. Und ob mit oder ohne den Spotter unterwegs ist, entscheidet auch nicht über Sieg oder Niederlage. Ohne ihn müsst ihr einfach selber schauen welches Ziel innerhalb einer bewachten Anlage besser zuerst ins Gras beißen sollte. Dieser Umstand fällt dann besonders auf, wenn das Team getrennt wird und man alleine weiter machen muss. Klar ist es irgendwo schöner wenn man sich nicht alleine dem Feind stellen muss, jedoch reagiert die KI mitunter recht schwerfällig. Obwohl angekündigt wird, dass er sich um das andere Ziel kümmert, passiert nichts nachdem ich das erste Ziel ausgeschaltet habe. Ebenso guckt mein Kamerad dumm in der Weltgeschichte herum, wenn wir entdeckt wurden und uns die gegnerischen Kugeln nur so um die Ohren fliegen, schießen mein Freund, schießen ist Trumpf. Wer solche Freunde hat, der braucht keine Feinde mehr.

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Oh, das wars schon

Das Spiel ist mit seinen drei Akten und insgesamt 10 Missionen leider recht kurz ausgefallen, denn man ist gut in unter fünf Stunden durch. Auch die Story haut einen nicht wirklich vom Hocker. Besonders nervig ist das schon fast trotzige Verhalten des Soldaten gegenüber seinem Vorgesetzten, ein bisschen Disziplin Soldat. Meiner Meinung nach hätte man auch gut darauf verzichten können und aus dem Hauptakteur einen Geheimagenten oder so etwas in der Art machen können.

Obwohl die Level teilweise recht weitläufig sind, gibt es eigentlich kaum einen Grund vom Hauptweg abzuweichen. Im Spiel sind zwar ein paar Sammelgegenstände versteckt, jedoch habe ich die Suche nach diesen gar nicht erst begonnen sondern bin lieber zum nächsten Zielpunkt vorgerückt. Manchmal hat man aber auch nur die Wahl zwischen zwei Abschusspunkten, oftmals genau dann, wenn man sich eigentlich lieber woanders auf die Lauer legen würde. Ja gut in dem Punkt kann man es mir wohl nicht recht machen, weil ich von Sniperspielen grundsätzlich sehr viel verlange, da ich dieses Genre liebe.

Von Denise Meyer

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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