Lego Marvel: Super Heroes

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Nach einer etwas längeren Videosequenz geht es dann auch endlich los. Der Sandmann hat es auf New York abgesehen und verwandelt die Grand Central Station Ruck Zuck in eine Wüstenlandschaft. Mit Bruce Bana aka Hulk und Tony Stark aka Ironman jagen wir ihm und seinem Helfer Abomination hinterher, allerdings dauert es eine Weile bis wir sein Kryptonit gefunden haben. Nachdem sich zu dem Duo noch Peter Parker aka Spiderman hinzu gesellt, wird nicht lange gefackelt und die riesige Sandburg verwandelt sich dank unserer Wasserfontäne in einen großen Haufen Matsch. Die erste Mission wäre geschafft und wir finden uns mit neuen Helden auf dem etwas zerstörten Time Square wieder.

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Gab es das schon mal ?
Ab hier stellt sich direkt ein völlig neues Spielgefühl ein. Zwar gab es bereits in Lego Der Herr der Ringe eine große offen begehbare Welt, allerdings hebt sich das belebte New York schon ein Stück weit vom eher ruhigen Auenland ab. Auch sonst fühlt es sich angenehm frisch an, was mitunter an den vielen kleinen Neuerungen liegen mag. Zum einen kann man nun in den Missionen speichern. Hat man einen bestimmten Abschnitt durchlaufen, lässt sich über ein Terminal der Spielstand sichern. Da mir die Level mitunter etwas länger vorkommen als bei den Vorgängern, keine schlechte Idee, denn nun kann man das Spiel auch in den Missionen unterbrechen und beginnt mittendrin statt am Anfang. Was sich rein banal anhört, wirkt im Spiel geradezu perfekt und hebelt den Stressfaktor „Ich muss dieses Level schaffen sonst war der ganze Fortschritt umsonst“ aus. Außerdem fällt mir auf, dass die Charaktere nach einer Weile im Dauerlauf anfangen zu rennen. Dies ist gerade bei der riesigen Metropole sehr hilfreich, wenn man lange Strecken zurücklegen muss oder der letzten kleinen Münze hinterher rennt. Die Idee dahinter finde ich gut, allerdings wäre es noch besser gewesen wenn es auch innerhalb der Missionen möglich wäre.

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Ich will mehr, immer mehr

Durch das Bekämpfen von Gegner erhöht sich nach und nach ein Multiplikator, der wiederum eure Einnahmen erhöht, da die gesammelten Münzen mit ihm multipliziert werden. So kann man einen Multiplikator von maximal 10 erhalten und der Münzen-Zähler dreht sich wie eine Slot-Maschine.
Auch wenn ihr in den Missionen nicht so schnell rennen könnt, so wurde die Punktesammlerei auch hier etwas vereinfacht. Schießt man z.B. aus etwas Entfernung auf Objekte so wandern die Münzen direkt aufs Konto und man muss ihnen nicht mehr hinterher eilen.
Clevere Charaktere wie Mr. Fantastic oder Iroman müssen hin und wieder diverse Terminals bedienen. Hierbei erwarten den Spieler kleiner Minigames, die bspw. an Pipe Mania angelehnt sind. Die Minigames sind allesamt sehr einfach und fordern kaum das Denkvermögen. Etwas mehr Anspruch wäre hier wünschenswert gewesen.

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Dafür hat sich für mein Befinden der Schwierigkeitsgrad im Allgemeinen etwas erhöht, denn die Bösewichte schicken uns oftmals ganze Horden an Gegnern auf den Hals. Das heißt jedoch nicht, dass die Missionen unmöglich wären. Im Gegensatz, man schafft es, sie auch im Single Player in Schach zu halten und wird lediglich etwas mehr gefordert. Genau das ist der interessante Spin, der die LEGO Spiele für alle Altergruppen interessant gestaltet.

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Laufen, fahren, schwimmen, fliegen
Der Fortbewegung sind kaum Grenzen gesetzt, denn die Charaktere können nun auch schwimmen in ihren sportlichen Aktivitätenkatalog aufnehmen. Wer lieber laufen möchte, kann dies natürlich auch tun (außer übers Wasser) oder aber man kapert GTA like Autos auf der Straße. Jedoch reißen wir hier die Fahrer nicht brutal aus ihren Fahrzeugen, diese überlassen sie uns, den Superhelden die ihre Stadt retten, freiwillig. Ähnlich wie bei GTA kann man auch hier alles umfahren was nicht rechtzeitig beiseite springt. So hat man sehr schnell viel Geld eingesammelt. Allerdings macht es auch mindestens genauso viel Spaß mit Hulk durch die Straßen zu wüten und nur Zerstörung hinter sich zu lassen. Wem das noch nicht reicht, der schnappt sich Spiderman und hangelt sich oder fliegt mit Thor durch die Metropole.

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Was gibt es sonst noch so zu tun ?
Innerhalb der Missionen muss wieder ein bestimmtes Kontingent an Münzen gesammelt werden. Für dessen Erfüllung wird man zum True Believer gekürt. Auch wieder mit dabei, eine Person in Gefahr die gerettet werden muss. Diesmal schafft es Stan Lee sich regelmäßig in Schwierigkeiten zu bringen, aus denen ihn die Helden befreien müssen. Oh nein, Stan Lee ist in Gefahr und braucht unsere Hilfe. Da zögern wir natürlich nicht lange und helfen dem Erfinder der Marvels aus der Patsche.

Hat man die Hauptmissionen durchgespielt, erwarten euch noch allerhand Aktivitäten außerhalb. In ganz New York stehen Bürger auf den Straßen, die eure Hilfe brauchen. Für solche „Bürger in Not“ Missionen erhaltet ihr bei erfolgreichem Abschluss einen der begehrten goldenen Steine. Darüber hinaus könnt ihr Rennen fahren und an jeder Ecke gibt es auch Hotspots an denen die unterschiedlichsten besonderen Eigenschaften der Charaktere benötigt werden. So habe ich durch Zufall das Marvel Hauptquartier gefunden und musste es direkt in einer Mission vom Geier und Howard the Duck befreien.

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Was wurde aus den Vorgängern übernommen
Auch dieses Mal wurden die Charaktere synchronisiert. Ich glaube zwar, dass keine Original Sprecher zum Einsatz kamen, da die synchronisierten Stimmen jedoch sehr gut zu den einzelnen Akteuren passen, kann man das verschmerzen. Dieser Umstand führt auch dazu, dass die Charakter rege vor sich hin brabbeln, was in mal lustig und weniger lustigen Anekdoten endet. Auch die Zwischensequenzen sind voll davon und tragen zum lockeren Spielflair hinzu.

Dieses Mal wieder mit von der Partie, eine Karte. Mit ihr kann man zwischen den verschiedenen Stationen wie New York, Asgard oder dem S.H.I.E.L.D. Flugzeugträger hin und her springen. Dabei lassen sich auch die riesigen Ausmaße des Lego Marvel Universums erkennen. Durch die Superhelden und ihre Fähigkeiten werden weitere neue Möglichkeiten ins Spiel gebracht. Eine offen begehbare Welt gab es bereits in Herr der Ringe, doch nun kommen wir mit Helden wie Spiderman oder Ironman bis auf die höchsten Wolkenkratzer und können uns Lego New York in seiner ganzen Blüte anschauen.

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Nicht schlecht, aber auch nicht perfekt
Beim Lego-Franchise verhält es sich ein bisschen wie mit Call of Duty. Never change a running System, or at least not too much. Mich persönlich stört das nur wenig, solange immerhin ein paar Features integriert oder Veränderungen vorgenommen werden. Da sich bei den Lego Titeln das Szenario mitunter stark ändert, wird der Umstand vielleicht etwas weniger stark wahrgenommen. Jedoch fällt mir gerade bei Marvel Super Heroes auf, dass sich der grundlegende Spielverlauf stark wiederholt. Wir verfolgen einen Geist quer durch New York, der uns zur nächsten Mission bringt. Dort treibt dann einer der Super-Schurken sein Unwesen und wir müssen ihm das Handwerk legen. Ist das getan, geht es wieder von vorne los, nur mit anderen Protagonisten. Dabei bekommen wir sowohl die Vielfalt der Helden als auch Bösewichte zu spüren denn es erwartet uns meistens ein anderes Heldenpaar.

Von Denise Meyer

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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