LA Cops
LA Cops

Mit den 70er Jahren konnte ich persönlich noch nie etwas anfangen. Die Mischung aus Gitarrenklängen, fiesen Klamotten und Disco sind nicht das, was ich mir unter kultig vorstelle. Meine Meinung tut allerdings nichts zur Sache und somit begeben wir uns mit den LA Cops auf Gangsterjagd und Brautschau.

Eine Ladung Schrot in die Türe wäre jetzt genau das Richtige

Eine Ladung Schrot in die Türe wäre jetzt genau das Richtige

LA Cops ist ein Twin Sticks Shooter, der aus Top Down Sicht gespielt wird. Ziel ist es mit zwei befreundeten Cops diverse Gebäude und Strassen, vor den Gangstern zu befreien, die die Nachbarschaft terrorisieren. Dabei fliesst natürlich Pixelblut um wenigstens kleine Schauwerte zu generieren und Hotline Miami zu imitieren.

Das Hauptargument für LA Cops liegt demnach nicht in dem sehr flachen Spielkonzept, sondern in der Präsentation selber. Das Geschehen wird begleitet durch typische 70er Jahre Boom Schika Wawa Musik, die für ganze 20 Minuten erträglich ist, aber dann zu einem Klischee ihrerselbst verkommt. Mit anderen Worten funktioniert musikalischer Humor nur ein paar Mal, bevor sich ein Abnutzungseffekt breit macht, der schon fast dazu nötigt, den Mute Knopf zu drücken und nebenher lieber einem Hörbuch zu lauschen.

Die Polizei, dein Freund und Helfer

Die Polizei, dein Freund und Helfer

Da hilft dann auch nicht mehr das strategische Element im Spiel, das wechseln zwischen den beiden Abziehbild Cops. Beide sind fast schon unerträglich Kopien namhafter Figuren aus 70er Jahre TV Serien oder Filmen. Durch das hin und her wechseln der beiden Figuren während einer Mission, eröffnen sich taktische Möglichkeiten, die man auf den ersten Blick als interessant oder guten Aspekt bezeichnen würde. Die Betonung liegt hier auf würde, denn das Spiel ist unvorteilhaft programmiert und Gegner verhalten sich oftmals absolut unfair und niederträchtig. Wir reden hier nicht von Dark Souls macht Spaß Niedertracht, sondern von Cheap Ass Hits Momenten, bei denen man seine Nachbarn aus dem Bett fluchen wird.

Lebend gefangen, ein seltener Anblick bei den Metzelcops

Lebend gefangen, ein seltener Anblick bei den Metzelcops

Die Steuerung ist für einen Twin Stick Top Down Shooter einfach nicht responsiv genug. Man hat oft den Eindruck, dass die Figuren zu träge und die Gegner zu flink sind. Der Flow den man sonst gewohnt ist, kommt in LA Cops einfach nicht in die Gänge. Vielmehr greifen verschiedene Bewegungen, wie zum Beispiel links/rechts strafing und schiessen nicht soft ineinander über. Wie man so eine spieltragende Dynamik nicht adequat umsetzen kann, ist und bleibt ein Rätsel.

Deeskalation im Kinderparadies

Deeskalation im Kinderparadies

Das alles wäre zu verschmerzen, wären die Missionen wenigstens abwechslungsreich oder würden von der Character-Switch Mechanik regen Gebrauch machen. Zwar kann man sich entscheiden zwischen Gewalt und Stealth, aber da die Gegner prinzipiell sehr hellhörig sind, wird man oft den Weg des geringen Widerstandes wählen und einfach alles zu klump ballern, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Hier bringt das Experience Point System auch keinen sonderlichen Tiefgang mehr.

Auch wenn man ein Fan der 70er ist, ist es nicht leicht, mit LA Cops warm zu werden. Durch den aufgesetzten Humor und die fast schon peinlichen Klischees fällt es fast schon schwer, eine gewisse Zielgruppe für LA Cops zu bestimmen. Dabei ist das Spiel kein totaler Reinfall, es handelt sich einfach nur um einen lieblos generischen Einheitsbrei, den man 5 Minuten nach dem spielen wieder vergessen hat.

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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