Kritiken - PC
Mit "Phileassons Geheimnis" erscheint das erste Add-On für Drakensang: Am Fluss der Zeit. Aber kann es das Hauptspiel um ein tolles neues Kapitel erweitern oder ist das Geheimnis doch nur ein lahmer Ausflug? Aufklärung gibt es bei uns...



Coverbild Drakensang: Am Fluss der Zeit, Phileassons Geheimnis

Publisher: dtp Entertainment
Developer: Radon Labs
Release: 20.08.2010
Genre: Rollenspiel
USK: 12
Erschienen für: Erschienen für windows


  • toller neuer Schauplatz
  • neue Gegner inkl. Bosse
  • neues Rüstungs-Set
  • Story ist zu verwirrend
  • keinerlei neue Fähigkeiten oder Zaubersprüche
  • kaum neuen Waffen
  • viel zu kurz
Wer das Original Pen & Paper „Das Schwarze Auge“ spielt, kann mit Phileasson auch auf seine legendäre Abenteur-Reise gehen. Mit „Die Phileasson Saga“ von Bernhard Hennen erschien eine überarbeitete Auflage des 12-teiligen legendären Abenteuers überarbeitet für die 4. Auflage des Regelwerkes und völlig überarbeiteter Story. Erschienen bei: Ulisses Spiele


6 Punkte

Drakensang: Am Fluss der Zeit, Phileassons Geheimnis

Mit "Phileassons Geheimnis" erscheint das erste Add-On für Drakensang: Am Fluss der Zeit. Aber kann es das Hauptspiel um ein tolles neues Kapitel erweitern oder ist das Geheimnis doch nur ein lahmer Ausflug? Aufklärung gibt es bei uns...

Von Carsten Meyer

Wer das Ende vom Fluss der Zeit bereits gesehen hat, der wusste schon, dass da etwas neues kommt. Denn am Ende der Credits sieht man, wie Drachenboote anlegen und einige Thorwaler an Land gehen...

Diese Mannschaft gehört zu dem wohl berühmtesten seefahrenden Aventurier aller Zeiten: Asleif „Foggwulf“ Phileasson. Doch bevor wir dieser Berühmtheit von Mann zu Mann gegenüberstehen, müssen wir erst eine Quest-Reihe bei einer Nachtwache am Hafen starten. Kurz darauf legen Drachenboote in der Nähe des Hafens an. Doch zunächst treffen wir nur auf ein paar Boots-Männer der Mannschaft und die rechte Hand vom Kapitän, mit dem leicht zu merkenden Namen Ynu. Ynu ist ein Moha und dank seiner „Visionen“ ist er auch der spirituelle Führer von „Foggwulf“.
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Wir machen uns also auf die Suche nach Phileasson, da Ynu sich Sorgen um ihn macht. Es dauert nicht lange und wir finden unseren gesuchten Helden, der sich allerdings sehr schnell in einen sogenannten „Sphären-Riss“ von uns verabschiedet. Natürlich folgen wir ihm als Abenteurer ohne lange zu zögern durch den Riss und befinden uns fortan in der Hochelfen-Metropole Tie´Shieanna. Dabei muss man gestehen, dass der neue Schauplatz wirklich eine willkommene Abwechslung bietet und wunderschön daherkommt, zumindest solange die Stadt nicht brennt. Wer sich ein wenig im Universum von DSA auskennt, weiß, dass die Hochelfen-Stadt bereits vor 3.000 Jahren unter der Belagerung der namenlosen Horden unterging. Doch scheint dies weder Phileasson noch unserer Heldentruppe sonderlich nahe zu gehen. Man macht sich einfach in bester Indiana Jones-Manier mit Thorwaler auf, dieses „Phänomen“ zu ergründen. Allerdings hat Phileasson - so scheint es - ein anderes Ziel vor Augen, welches uns allerdings erst sehr spät offenbart wird und somit in vielen Verstrickungen, Verschwörungen und Verrat mündet.
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Fortan werden wir uns in der Elfenstadt immer wieder auf den Weg machen um die Bedrohung durch die Namenlosen Horden aufzuhalten. Dabei gibt es unterschiedliche Typen innerhalb der Horde. Da sind zum einen die Schützen, die Krieger und die mächtigen Oger. Aber auch die Anführer, die ein neues Feature mit sich bringen. Diese können ihre Untertanen in einem begrenzten Wirkungskreis buffen, was diese zu einem Primärziel degradiert. Ferner existieren unter den neuen Kreaturen auch Skarabäen und Skorpione. Neben einem neuen Rüstungs-Set und zwei Rezepten bleiben die großen Neuerungen allerdings aus. Einzig das Auffüllen des bekannten Dukaten-Beutels ist positiv.

Im Laufe des Abenteuers muss man jedoch ständig zu neuen Sphärenrissen aufbrechen, die Ynu uns mitteilt. Und somit wirkt das gesamte Abenteuer doch arg künstlich gestreckt. Die wenigen Quests sind fast immer identischer Natur und nach kurzer Spielzeit fühlt es sich so an, als würde man ständig nur von links nach rechts laufen und keinen wirklichen Fortschritt in der Storyline machen. Auch Phileasson als Begleiter taugt erschreckend wenig, da er den anderen Mitgliedern der Gruppe hoffnungslos unterlegen ist, und somit eher als Ablenkungsdummy für die Gegner dient. Zumal man den Helden erst kurz vor dem Finale selbst ausrüsten und entwickeln kann.
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Die Story nimmt auch nicht wirklich Fahrt auf und quält sich regelrecht von einer lahmen Quest in die nächste ohne dass es dabei optionale Nebenquests zu absolvieren gibt. Dies ist ist bei der beschränkten Größe der Elfenstadt auch kaum machbar, denn einzig die zwei Hallen und der große Vorhof werden oft genug recycled. Zum Abschluß gibt es noch einen viel zu einfachen Dungeon, der aber dafür unverhältnismäßig groß ist und die wohl Drakensang unwürdigste Quest bereit hält, die man sich nur vorstellen kann. In dieser Quest muss man sechs Kristalle sammeln und sich in jeder Kammer einer nicht gerade fordernden Skelett-Horde stellen.Danach geht es direkt weiter und die sechs soeben erbeuteten Kristalle müssen in sechs Säulen verankert werden. Also wieder sechs viel zu einfache Kämpfe, die uninspirierend sind. Erst viel zu spät gewinnt das Add-On an Fahrt und macht richtig Spaß. Allerdings ist es dann auch schon fast vorbei. Das wirklich gute Finale mit einem Boss-Kampf am Löwentor tröstet etwas über die Mängel hinweg, da auch viele Fragen beantwortet werden


Fazitkasten Grafik
Was als vollwertiges Add-On daherkommen möchte und sich dann leider als halbe Portion Abenteuer entpuppt, ist für Drakensang-Verhältnisse eine kleine Enttäuschung geworden. Zu wenig Story und Inhalt machen das ganze eher zu einem Mini DLC. Ich hätte mich sehr gern mit Foggwulf auf Reisen begeben, aber dieser Ausflug scheint wohl nur als Vorspeise zu dienen. Hier hätte man viel mehr aus der Drakensang-Lizenz machen können. Dank nettem Schauplatz und einem guten Finale aber noch ein ganz knapp vertretbarer Ausflug.