Hyperdimension Neptunia mk2

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Hyperdimension Neptunia mk2
Hyperdimension Neptunia mk2

Von Sabine Bernd

Nachdem ich Hyperdimension Neptunia im vergangenen Jahr schon als Geheimtipp absegnete, auch wenn aufgrund der fehlenden Übersetzung ins deutsche vermutlich dennoch viele vor dem Kauf zurückschreckten, habe ich fast ein Jahr lang sehnsüchtig auf die Fortsetzung gewartet. Und da ist sie nun und wartet mit neuen Charakteren und Features auf, die einem ein Grinsen aufs Gesicht zaubern.

Quietschebunt mit einem Extraschuss an „Pink“ kommt das Intro daher, unterlegt mit einem extrem heiteren Titelsong mit dem Namen „Kirihirake! Grace Star“ von Nao. Hier werden bereits alle wichtigen, durchweg weiblichen Charaktere namentlich vorgestellt, was bei der enormen Anzahl ganz hilfreich ist. Nach Ende des Songs gelangt man in die Auswahl, ein neues Spiel zu starten oder ein bereits begonnenes weiterzuspielen. Als dritte Auswahlmöglichkeit hat man die Optionen, in denen man Sprache, Lautstärke etc. einstellt. Freigeschaltete Galeriebilder z.B. kann man sich jederzeit während des Spielens über das Startmenü anschaun.

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Story
„Beginning of the end“ lautet die Überschrift des Prologs und dieser beginnt extrem düster. Compa, eine blonde, gutherzige Krankenschwester, die sich noch in der Ausbildung befindet, und IF, die kühle, eigensinnige Brünette in einem viel zu großen Mantel, betreten das Gameindustri Graveyard, also übersetzt einen Friedhof. Hier haben sich vor drei Jahren schlimme Szenen abgespielt und seitdem werden die Protagonisten des ersten Teils, Purple Heart und Co, als Geiseln gehalten, indem sie durch seltsame tentakelartige Seile festgebunden sind. Besonders schön sind hier die Bilder der hilflosen Girls inklusive „Wackeleffekt“, die sich anschließend auch in der Gallery befinden (Findet es selbst heraus! 😉 ).

Nachdem Compa und IF wenigstens eine der Girls, nämlich Nepgear, retten können und sie vor einem riesigen Widersacher namens Judge the hard flüchten, finden sie sich in Planeptune wieder, der Heimat von CPU Purple Heart. Dort erfahren sie von Histoire, quasi dem Orakel des Landes Planeptune, dass vor drei Jahren Gameindustris CPUs von einem Gegner besiegt wurden. Das Synonym CPU kann man mit „Göttin“ gleichsetzen und jedes Land hat seinen eigenen CPU, wie Purple Heart für Planeptune. Doch seit die CPUs verschwunden sind, hat ASIC (The Arfoire Syndicate of International Crime), zu deren Anhängern auch Judge the hard zählt, die Weltherrschaft übernommen. Denn ASICs Anhänger verteilen umsonst illegale Chips an die Menschen, die dadurch beginnen, an ASIC zu glauben. Dieser Sinneswandel schwächt die bisherigen Götter bzw. CPUs, die jedoch den Glauben der Menschen brauchen, um sogenanntes Sharicite zu erzeugen, um ihre Kräfte einsetzen zu können. Doch das Verschwinden der CPUs sorgt zusätzlich dafür, dass die Leute aufhören, an sie zu glauben. Die Annahme ist, dass ASICs Primärziel es sei, deren eigene Göttin wieder aufleben zu lassen, was natürlich verhindert werden muss. Hierzu müssen nun die Schwestern der CPUs, die sogenannten CPU Kandidatinnen zu denen auch Nepgear gehört, versammelt werden, um die Anteile an Gameindustri wiederzuerlangen.

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Klingt auf Anhieb sehr komplex, aber im Prinzip ist es nun das Ziel, das eingeblendete Kuchendiagramm, auf welchem ASIC zu Beginn mit roter Farbe den größten Anteil einnimmt, zugunsten der „guten“ Länder wie Planeptune zu verringern. Hierfür müssen diverse Quest gelöst werden und Aufträge erfüllt werden, damit die Menschen wieder an die CPUs glauben, und natürlich müssen die verbliebenen CPUs aus den Gameindustri Graveyards gerettet werden.

Die Welten
Zu Beginn des Spiels befindet man sich in Planeptune. Die Oberfläche der Hauptstadt eines Landes erinnert stark an die Twitter-Plattform, jedoch wird hier nicht getwittert sondern gechirped. Viele kleine Chibi-Charaktere quasseln in Sprechblasen wirres Zeug und man sollte ab und zu genau hinhören, denn manchmal haben sie Wichtiges zu sagen. Weiterer Anhaltspunkt in den Städten ist der Shop, in dem man seine Ausrüstung zusammenkaufen kann und es gibt die „Guild“ – Gilde, bei der man diverse Missionen annehmen kann, z.B. „Besiege 3 Rettiche“ oder „Finde Item X“. Als letzte Möglichkeit kann man Items synthetisieren. Hierzu benötigt man die jeweiligen Zutaten, die man zuvor z.B. in den Dungeons gesammelt hat. Dies ist im Hinblick auf die Erstellung neuer Waffen sehr wichtig.

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Auf in den Kampf
Das erste Abenteuer startet in einem solchen Dungeon in nächster Umgebung. Was ganz praktisch ist für jemanden, der bisher noch kein RPG gespielt haben sollte ist, dass das Orakel Histoire einem, bevor es losgeht, Anweisungen zum Kampfmodus gibt. Hierbei sollte man gut aufpassen, damit man nicht später wahllos die Buttons drückt.
Das Team besteht zu anfangs aus drei Mitgliedern, zu denen im Laufe des Spiels weitere hinzustoßen, so dass man sich eine Auswahl an seinen Lieblingscharakteren zusammenstellen kann. Auf der Dungeon-Map kann man neben Items auch Symbole der Gegner finden, die dort herumlaufen. Hat man gerade keine Lust auf einen Kampf oder zu wenig Energie, kann man sie leicht umgehen. Will man sich dennoch in einen Kampf stürzen, so sollte man den Gegner beim nähern direkt attackieren, um im Vorteil zu sein. Die Kämpfe sind rundenbasiert und zu Beginn lässt sich nur die Standardattacke ausführen, was bei der Krankenschwester Compa lustigerweise eine überdimensionale Spritze ist, mit der sie die Gegner attackiert.

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Im Verlauf des Spiels lernt man schnell mehrere Attacken und Combos, was natürlich viel mehr Spaß bereitet. Generell sind die Kämpfe absolut fair und man kann die Widersacher recht schnell in den Boden stampfen. Bei den stärkeren Gegner ist die Überlegung einer Angriffsstrategie unabdinglich. Hat man einen Gegner besiegt, erhält man ggf. Items, die man z.B. für Missionen sammeln muss. Wenn man genug Gegner besiegt hat, steigt man einen Level höher und erhält ggf. neue Attacken und Fähigkeiten. Desweiteren können mit den Attacken auch Combos ausgeführt werden oder man wendet Teamattacken an. Das leveln sollte man generell nicht vernachlässigen, weil die Gegner in jedem Dungeon stärker werden. Dies kann natürlich wie bei jedem RPG zwischendurch recht nervig werden, hält sich jedoch im Rahmen. Im Laufe des Spielgeschehens können sich die CPU Kandidatinnen noch mit ausreichender Anzahl an Skill Points in ihre HDD-Form verwandeln, wodurch sie wesentlich stärker werden und kraftvollere Angriffe ausführen können.

Neuerungen
Eine der besten Neuerungen des Spiels ist der sogenannte Lily Rank. Je öfter man zusammen mit einzelnen Charakteren den Kampf erfolgreich bestreitet, desto höher wird der Lily-Rank, eine Smiley-Skala die von „Hate“ bis „Love“ reicht. Ist der Lily-Rank hoch, können beide betreffenden Charaktere zusammen Objekte entwickeln, die als Ausrüstungsgegenstände sehr wichtig sein können. Dafür benötigt man wie oben bereits erwähnt diverse Zutaten, die sich größtenteils in den Dungeons finden lassen. Der Lily-Rank ist jederzeit über das Menü einsehbar. Im Menü erhält man auch Infos über Charaktere, Monster, die verschiedenen Orte und Dungeons sowie natürlich alles Statusmeldungen. Dort kann man das Spiel auch zwischendurch speichern, es sei denn, man befindet sich gerade in einem Dungeon, denn dort gibt es spezielle Speicherorte.

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Was viele wieder einmal abschrecken wird ist leider ist die Tatsache, dass es neben der japanischen lediglich eine englische Sprachausgabe mit englischen Untertiteln gibt. Das ist sehr schade, denn das Spiel hat großes Potenzial und macht wirklich Spaß. Vor allem als Anime-Fan bekommt man hier große Augen pur. Leider oder zum Glück nur in Form von weiblichen Charakteren – das kann jeder für sich entscheiden. Ich jedenfalls hoffe darauf, dass die Serie fortgesetzt wird. Die Charaktere sind allesamt so liebevoll gestaltet, dass man sie schnell in sein Herz schließt.

Hyperdimension Neptunia mk2 wartet sowohl mit verbesserter Grafik als auch mit schönerem Soundtrack auf. Mich persönlich hat die Story direkt von Anfang an gepackt und ich konnte den Controller nicht mehr aus der Hand legen. Das lange Warten und die Vorfreude haben sich 100%ig gelohnt und ich kann diesen Titel wirklich jedem empfehlen, auch wenn es nur englische Synchro und Untertitel gibt. Stundenlanger Spielspass sind garantiert.

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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