Ghost Recon Shadow Wars

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Ghost Recon Shadow Wars
Ghost Recon Shadow Wars

Tom Clancy´s Phantasie scheint wohl wie immer reichlich blühend zu sein. Kein Wunder also, dass nun auch die Ghost Recon Splittergruppe aus dem Soldaten Universum ein Stelldichein für Nintendos kleines 3D-Wunder erhält. Wir haben uns mit dem patriotischen Squad auf die Jagd begeben um die bösen roten mal wieder in die Schranken zu weisen, dabei erfuhren wir so einiges.

Mein erster Gedanke, als ich „rundenbasierendes Strategiespiel“ hörte, war überwältigend. Ich selber habe ein absolutes Faible für kleine Taktik Shooter, bei denen man mit knappen Ressourcen und wohlüberlegten Manövern gegen eine Feindliche Übermacht bestehen muss. Hier ist es dann auch kein Problem, wenn zum Beispiel das Ganze etwas karger ist, solange die taktische Komponente ordentlich schwere Kopfnüsse bietet. Die ersten Alarmglocken schrillten allerdings schon imaginär los, als bekannt wurde, welche Storyline dieses Mal für diesen Ghost Recon Auslandseinsatz herhalten musste. So hat sich Ubisoft ohne großartig nachzudenken dem Stoff angenommen, welcher in den 80er Jahren im Agentenkino sein großes Homecoming hatte; die rote Gefahr in Form des Kommunismus.

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Die Formel ist mal wieder recht einfach. Russischer Kommunisten Despot will Macht erlangen. Die US and A finden das nicht so prall und intervenieren. Da man allerdings keinen internationalen Zwischenfall provozieren will, schickt man ein englisch sprechendes, amerikanisch geprägtes Sondereinsatzkommando nach Russland, um dort diesem Despoten das Licht aus zu knipsen. Das hat zumindest bei mir recht schnell dazu geführt, dass ich die Zwischensequenzen schneller weggeklickt habe, als Tom Clancy Rainbow Six rufen könnte.

Kommen wir aber zum wichtigsten Merkmal von Tom Clancys Ghost Recon Shadow Wars. Dem Strategieelement. Diese ist für Handheld Verhältnisse richtiggehend Klasse und spannend umgesetzt. Man steuert ein kleines Squad aus Elite Soldaten, die sich in ihren Klassen unterscheiden. So hat man in der Truppe einen Scharfschützen, ein Frontschwein mit Sturmgewehr oder aber eine Sanitäterin, die die Gruppe per Medikit heilen kann. Jeder einzelne Charakter hat zudem seiner Klasse angepasst, ein eigenes Bewegungsschema sowie Schussfeld. So kann der Sniper recht weit ins offene Terrain laufen, allerdings verliert seine Schusskraft an Wirkung, sobald er direkten Feindkontakt hat. Während im Vergleich dazu, der Machine Gunner einen Vorteil hat, sobald er nah an Feinde herankommt.

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Natürlich muss man hier auch taktisch agieren, da jede Spielfigur nur einen streng begrenzten Aktionsrahmen in Form von Punkten aufweisen kann. Das heisst für den Laien, dass es nicht möglich ist, erst einmal alle Feinde zu klump zu ballern und dann einen Millenium Marathon ins feindliche Lager zu starten. Hier muss man dann entscheiden was man machen will. Entweder direkte Konfrontation mit hoher Wahrscheinlichkeit, das nächste Feuergefecht nicht zu überleben, oder aber den Scharfschützen so positionieren, dass er heran marschierende Feinde wie Äpfel pflücken kann. Was man auch bei all den Möglichkeiten einbeziehen muss, sind Höhenunterschiede auf dem Terrain sowie Deckungs Hotspots in Form von Häuser und/oder Bäume. Denn die Gegner sind nicht in der Lage durch Wände zu schießen, wenn sie uns nicht sehen können. Wir können aber ebenso nicht durch Felsen schießen.

Hier verwundert es, dass die taktische Komponente bei diesem Handheld Titel wirklich sehr umfangreich und spaßig ausgefallen ist. So hat man wirklich unendlich viele Möglichkeiten, Missionen abzuschließen, da zwar die Truppe erhalten bleibt, aber das weite Areal für reichlich Angriffs – sowie Rückzugspunkte Flache bietet. Daher kann man durchaus sagen, dass Ghost Recon Shadow Wars alleine von der taktischen Auslegung eine Art Referenz darstellt.

Kommen wir aber zu dem möglicherweise größten Kritikpunkt bei Ghost Recon Shadow Wars; die Grafik und der verbundene 3D Effekt. Der 3D Effekt kann leider nicht vollends überzeugen. Einzig in Zwischensequenzen oder aber dem Statistik Menü kommt eine gewisse Art der plastischen dreidimensionalität auf. Im Spiel selber, kann man diesen Effekt nur in Außenarealen bewundern, die über verschiedenen geographische Merkmale wie Felsspalten oder Erhebungen verfügen. In Gebieten, wo man sich im Inneren von Gebäuden befindet, wirkt der 3D Effekt zu keiner Zeit. Hier kann man auch den 3D Regler zum Test einfach mal auf Aus stellen und sehen, dass sich diesbezüglich kaum etwas verändert. Was merkwürdig ist, da der Effekt wie schon erwähnt bei Außengebieten mittel bis gut funktioniert.

Was ebenfalls negativ anzukreiden ist, ist die Grafik im allgemeinen. Diese wirkt regelrecht altbacken und entstammt der Pre-Nintendo DS Ära. Die Helden unterscheiden sich fast kaum von ihren Feinden und das Spielareal wirkt wie aus einem Farblosen Hobby Baukasten zusammen gezimmert. Hier wird eine Art Pseudo Cell Shading Effekt „versucht“, der einfach nicht passt. Hier sieht man in den Zwischensequenzen eindeutig, dass man hier nur schnell einen Titel zum Nintendo 3DS Launch auf den Markt werfen wollte, denn die Zwischensequenzen sehen gut aus, auch wenn sie nur Standbilder sind, während der Rest Netzhautpeitschen Niveau hat.

Ghost Recon Shadow Wars, optisch mies aber taktisch Klasse

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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