Fireburst
Fireburst

Hand aufs Herz, wer hat hier jemals etwas von Fireburst gehört? Niemand? Macht nichts, wir klären euch auf und lassen euch im Gefecht nicht allein. Fireburst ist ein sogenannter Offroad Action Racer bei dem es darum geht, entweder als erster durch das Ziel zu fahren oder aber den Rest der Mitbewerber in die ewigen Jagdgründe zu schicken. So weit so gut, wäre da nicht der sehr hohe Schwierigkeitsgrad und die fast schon gnadenlosen KI-Fahrer. Man muss sich Fireburst wie folgt vorstellen, ein Spiel das grafisch ordentlich daher kommt, eine interessante Fahrphysik aufweisen, dabei den Spieler aber oftmals an den Rande der Verzweiflung führen kann. Warum dem so ist erklären wir ebenfalls.

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Wie es sich für einen Carnage Racer genrespezifisch gehört, ist das Verschrotten von Autos oberstes Gebot. Ob man dabei zu Waffen wie Raketen und Maschinengewehren greift oder aber nur zur guten alten Abdrängtechnik, ist Kennern des Genres überlassen. In Fireburst hat das Verschrotten allerdings einen sehr radikalen Beigeschmack. So rammen einen die Gegner ohne Gnade, benutzen ihren Feuer Turbo, der uns übrigens verbrennt und explodieren lässt, oder aber sie kommen auf die Idee uns genau in der Kurve zu schneiden, bei der es dann heisst „Herzlichen Glückwunsch, du bist durch die Frontscheibe gegen die Betonwand geknallt“. Bei Rennen gegen diese KI-Fahrer hatte ich oftmals das Gefühl, dass bestimmte Dinge leider nicht wirklich fair sind. Ich kann mich natürlich auch irren und einfach nicht den Skill haben, der benötigt wird. Allerdings werden hier Super Mario Kart Assoziationen wach, wer hasst nicht den blauen Schildkrötenpanzer kurz vor der Ziellinie?

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Hat man sich in Fireburst ein wenig eingefuchst und die ersten sehr herben Niederlagen eingesteckt ohne dabei den Controller an die Tapete zu pfeffern, darf man sich an sehr schön und kreativ gestalteten Kursen erfreuen. Die einzelnen Rennstrecken sind dabei sehr abwechslungsreich und weisen interessante Gefahren wie Pfeiler oder Haarnadelkurven mit bösen Überraschungen auf. So sollte man immer Wasserquellen im Auge behalten, denn diese kühlen das Fahrzeug nach Nitro Boost Benutzung ab. Tut man dies nicht, fliegt man einfach in die Luft. Für einen kleinen XBLA Titel bietet Fireburst eine sehr stattliche Anzahl an spielerischen Möglichkeiten. Zum einen gibt es den regulären Racing Mode, bei dem man als Sieger aus Rennen hervorgehen muss, dann einen Demolition Modus bei dem es um pure Zerstörung der restlichen Rennbelegschaft geht. Dazu gibt es für jeden der einzelnen Fahrer noch einen Challenge Modus. In diesem Challenge Modus gilt es bestimmte Anforderungen zu erfüllen, die streckenweise tricky und sehr schwer sein können. Hier ist zumeist alles gegen den Spieler was man sich vorstellen kann, die Zeit, die Gegner und der eigene Boost. Daher stellt sich ein kleines Hoheitsgefühl ein, sobald man eine Challenge erfolgreich auf dem Zahnfleisch kriechend absolviert hat.

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Zuguterletzt gibt es den Multiplayer Modus, der sehr viel Spaß macht, weil man es Freunden und Fremden mal so richtig schön auf der Strecke verhageln kann, sofern man Suizidattacken ausführt. Suizidattacken sind überhaupt sehr nette Möglichkeiten, durch fiese Tricks Vorteile zu erschleichen. Das funktioniert recht simpel. Man wartet bis sich ein gegnerischer Fahrer vor oder neben einen gesetzt hat und drückt dann den Nitroboost. Dieser Boost lässt unser Auto in Flammen aufgehen und explodieren und nimmt dabei den Gegner gleich mit. Dank des leicht zeitversetzten Respawns und dem zeitlich leichten Vorteil für uns, können wir so aus prekären Situationen per Suizid entkommen. Das hört sich nun böse an, aber der Sinn dürfte klar sein. Fireburst ist ein interessanter Anarcho Racer, der aber teilweise etwas unfair und extra schwer daherkommt. Multiplayer Gefechte machen Laune und grafisch kann sich der kleine Titel durchaus sehen lassen.

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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