Doom
Doom

Über Doom muss man wohl keinerlei Worte mehr verlieren. Doom ist neben dem Duke und Wolfenstein 3D wohl der bekannteste Shooter der 90er PC Ära. Damals noch als Diskette auf dem Schulhof getauscht und heimlich vor den Eltern versteckt, dennoch dem Jugendschutz ein Dorn im Auge. Nun im Jahre 2012 allerdings ist der Reiz des verbotenem dem Zeitgeist gewichen und wir dürfen uns über Doom auf XBLA freuen.

Viel negatives gibt es über Doom eigentlich nicht zu berichten, ausser der Tatsache, dass man wieder einmal feststellen muss, dass man wieder ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel hat und es schon verwunderlich ist, dass man Doom noch auf Diskette spielen durfte, während man es heute innerhalb von 3 Minuten per Downloadcode auf die Xbox360 geladen hat.

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Aber um diesem Klassiker die absolute Nostalgieehre zu erweisen hier die Story. Ihr übernehmt die Rolle eines namenlosen Space Marine, der untermalt von bester Midi Mucke gegen die Schergen der Hölle zu Felde zieht. Tja das ist sie, die Doom Story. Na was fällt auf? Richtig, viele der heute ach so gelobten Call of Duty Spiele haben ebenfalls eine Story die man in einem Satz abfrühstücken kann. Ausser Grafik verbessern, bleibt eben doch alles beim alten, denn Doom für XBLA hat ebenfalls einen Multiplayermodus und Moorhuhn Gegner. Naja gut es gibt kein Prestigelevel für besonders begabte Stubenhocker, aber das ist zu verschmerzen.

Anders als in vielen weichgespülten Shootern der Post 2000er Ära, kann es in Doom sehr schnell vorkommen, dass man bestimmte Levels gar nicht mehr schaffen kann, sofern man vorher nicht ein reichhaltiges Waffenarsenal angesammelt hat. Schon mal versucht einen Spider Mastermind mit einer Schrotflinte oder 9mm Pistole zu besiegen? Genau ist eigentlich unmöglich, es sei denn ihr seid Cheater oder so ein Doom Gott wie mein Kollege Danny (K4LUR4K). Genau das ist der Reiz, den Doom selbst heute noch auf die Spieler ausübt.

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Neben den Alibi Rätseln, die sich darauf beschränken, Schlüsselkarten oder Totenkopfschlüssel zu finden, gibt es noch diverse Fallen, die das Prädikat Falle auch verdienen. Denn in Doom gibt es keinen Quick Time Event, damit der wirklich letzte Depp mit Aim Bot noch eine Chance hat, dem Unheil zu entfleuchen. Nein in Doom seid ihr einfach weg vom Fenster, wenn ihr voller Genuss die BFG9000 von einem durch Licht erhellten Podest nehmt, nur um festzustellen dass hinter euch mal eben 30 Barons of Hell gespawnt sind, die euch schon mit den Fingern am Hals rumspielen.

Nach heutigem Standard wirkt die Gewalt in Doom absolut comichaft und zu übertrieben trashig. Allerdings macht dies ebenfalls den Reiz aus, denn das düstere satanische Levellayout und die an Nine Inch Nails erinnernde Industrial Gothic Synthi Rock Musik in den einzelnen Leveln sorgt für das nötige Angstgefühl im Nacken.

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Verabschieden sollten sich Doom Interessierte auch vom typischen „Wow mir wurde mit einer 1000mm Flak in den Schädel geschossen, ach geh ich einfach mal hinter einem Stuhl in Deckung und warte darauf dass sich meine Energie wieder auffrischt. Doom ist hier total straight, kriegt ihr es mit Kugeln so richtig auf den Kopf gebrannt, hilft nur noch ein Medipack oder ein Heilorb. Seid ihr aber so clever gewesen, sämtliche Medipacks vor dem eigentlichen Levelshowdown zu verbraten, habt ihr nur noch eines zu erwarten, den schnellen Bildschirmtod und die Gewissheit beim nächsten Mal den Quick Save zu benutzen.

Ein Pluspunkt ist, dass der Preis für Doom absolut erschwinglich ist und man hier ausnahmsweise mal nicht vom Entwickler per Nostalgieschiene regelrecht abgerippt wird. Doom kostet freundliche 400 Microsoftpunkte und ist damit zugleich Schnäppchen und absoluter Kaufgrund. Vielleicht für die männlichen Leser interessant, sollte euch eure Freundin spontan Doom für XBLA kaufen, heiratet sie noch heute.

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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