Deathsmiles
Deathsmiles

Endlich ist es da. Nein die Rede ist nicht von Duke Nukem Forever, sondern von Deathsmiles. DEM Shoot Em Up Klassiker der jüngsten Zeit. Vorher leider nur in Japan erhältlich und zum Missfallen der Fans mit einem unnötigen Regionalcode versehen, schafft es dieser Titel nun endlich in die PAL-Regionen Händlerregale.

Die Story von Deathsmiles ist einfach aber zugleich faszinierend verrückt. Fünf Mädchen landen durch widrige Umstände in der Welt von Gilverado. Ein Ort, an dem sich verlorene Seelen versammeln, die nochmals eine zweite Chance auf ein Nachleben erhalten. Die zunächst noch vier Heldinnen haben allesamt eine mehr oder weniger tragische Background Geschichte zu bieten, die über Kindermord bis hin zu Schuldgefühlen das gängige Horrorprogramm für Pädagogen liefert. Die Welt von Gilverado ist eigentlich eine friedliche Welt. Zumindest bis eines Tages ein riesiges Dimensionsportal am Himmel erscheint und Monster über die friedliche Welt herfallen. Zeit für unsere vier Mädels ; Windia, Casper, Follett und Rosa, diesem Treiben ein schnelles Ende zu setzen.

deathsmiles screenshot 1
Wem Shoot Em Up Spiele so gar nichts sagen, dem sei hier einfach mal kurz erklärt, was dieses Genre so besonders und faszinierend macht. Nämlich die Einzigartigkeit des simplen Spielprinzips. In Shoot Em Up´s fliegt man normalerweise von links nach rechts oder aber von unten nach oben über den Bildschirm und erledigt dabei allerhand Feinde. Ab und an erscheinen sogenannte Power Ups, mit denen man das Raumschiff, Schweinchen oder Schulmädchen aufrüsten kann. Diese Power Ups sind meist Schilde, Laser oder Granaten die den Bildschirm von sämtlichen feindlichen Flugkörpern befreien. Kleiner Unterschied von herkömmlichen Shoot Em Up´s zu Deathsmiles ist der grandiose Japano-Style, der einem hier regelrecht um die Ohren gehauen wird. So ist bei Deathsmiles alles poppig bunt und wechselt sich mit Gothic Lolita Finsternis in feinstem Renaissance Flair ab.

Die Gegner scheinen allesamt aus verrückten 100 Yen Mangas entsprungen zu sein. So trifft man auf fliegende Kürbisköpfe, eingegrabene Dämonen sowie tanzende Paare, die sehr an die tanzende Geister aus Super Castlevania 4 für das Super Nintendo erinnern. Ein Fest für Verrückte. Hier ist allerdings noch lange nicht Ende der Fahnenstange, denn selbst das vernichten der Feinde ist eine Philosophie für sich. So sammelt man zum Beispiel Glocken ein, die eine Leiste füllen, mit der man das Sperrfeuer aktivieren kann. Sperrfeuer ist ein kurzfristiger Schutz vor feindlichen Projektilen und dient dazu, der Gefahrensituation zu entfliehen, wenn der Bildschirm, mal wieder vollständig in lila getaucht, den Mädels an den Kragen will. Als Zusatzwaffe dient eine Super Granate, die wie bereits erwähnt sämtliche Feinde vernichtet und deren Projektile für eine kurze Zeit keinen Schaden bei den Mädels anrichten können.

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Wer jetzt meint das schiessen und ausweichen auf die Dauer langweilig ist, der irrt ganz gewaltig. Denn Deathsmiles hat noch einiges mehr zu bieten. So kann man bestimmte Goodies, in Form von Kuchen, die verlorene Energie wieder auffüllen, nur dann erhalten, wenn man die einzelnen Levelabschnitte in einer bestimmten Reihenfolge absolviert. Außerdem gibt es noch Bonuslevels zu erkunden, bei denen man auf spezielle Gegner trifft, die es regelrecht in Sich haben und für Staunen sorgen. Das ist allerdings nur ein Spielmodus. Es gibt noch einige weitere zu erkunden, denn der Publisher Rising Star verwöhnt europäische Spieler mit einer exklusiven Deluxe Edition zu Deathsmiles, die sämtliche Spielmodi beinhaltet, die es zuvor nur limitiert in Japan zu horrenden Preisen zu erwerben gab.

Zusätzlich zum Arcade Mode gibt es noch den Xbox360 Mode, den Mega Black Label Mode und den 1.1 Mode und zwar in verschiedenen Ausführungen. Und selbst dann hat der Spieler noch die Wahl zwischen drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden bei den einzelnen Leveln wählen zu können. Für ein einfaches Shoot Em Up geradezu überwältigend vollgepackt, auch wenn sich die einzelnen Varianten nur in kleinen Unterschieden voneinander abheben.

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Für erweiterten Wiederspielwert ist ebenfalls gesorgt, denn jedes spielbare Mädel hat zwei verschiedene Endsequenzen, die man ebenfalls alle einmal gesehen haben sollte. Wenn man noch Sakura dazu zählt, kommt man auf nicht weniger als 10 Mal durchspielen, damit man wirklich alles gesehen hat. Cave hat sich mit diesem Shoot Em Up ein gnadenlos perfektes Denkmal gesetzt und die Messlatte für zukünftige Shoot Em Up´s in fast unerreichbare Regionen erhoben.

Deathsmiles ist und bleibt die bis dato unangefochtene Referenz in Sachen Japano Shoot Em Up.

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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