Dead Space 2
Dead Space 2

Vor zwei Jahren habe ich immer gewartet bis es dunkel geworden ist, um dann Dead Space zu spielen. Solch ein Spiel mit soviel Gruselstimmung darf man einfach nur im dunklen Zimmer spielen, um seine volle Wirkung zu entfalten.  Diese Rechnung ging immer auf. Man drehte sich manchmal sogar panisch um, weil man etwas hinter sich hörte, dass wie ein Schraubenschlüssel klang, der gerade zwei Stockwerke nach unten fiel und scheppernd zu Boden krachte. Und schon zwei Schritte weiter brach ein Necromorph durch den Luftschacht um mich in Stücke zu reißen. Doch der Techniker Isaac Clarke weiss sich mit seinem Plasma Cutter zu wehren. Und so war er am Ende der einzige Überlebende, der Katastrophe an Bord der USG Ishimura. Ganze drei Jahre später kommt Isaac Clarke wieder zu sich, in einer gigantischen Weltraum-Station namens „Titan“ im Orbit des Saturn.

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Das ganze Szenario kommt irgendwie vertraut vor? Nun das ´klingt irgendwie wie die Geschichte von Ellen Ripley und Ihrer Begegnung mit dem „Alien“. Und was meiner Meinung nach auch die beste Fortsetzung aller Zeiten war, macht Dead Space 2 einfach nach. Denn der Vergleich ist durchaus berechtigt. Was hat sich bei „Aliens – Die Rückkehr“ gegenüber dem ersten Film als erstes merklich geändert? Genau! Es waren nun viel viel mehr Aliens zu bekämpfen als noch damals auf der „Nostromo“. Und auch Isaac muss sich nun einer riesigen Necromorphwelle entgegenstellen. Meist zuhauf strömen die Necros aus allen Richtungen auf uns zu. Da brennt oft der Abzugs-Finger und die Munition wird durch Dauerfeuer oft knapp. Schon gleich zu Beginn des ersten Kapitels muss Isaac Clarke nicht nur um sein Leben rennen sondern zudem auch noch um sein Verstand bangen. Der arme Kerl hat seit den schrecklichen Ereignissen an Bord der USG Ishimura schlichtweg einen Schaden und kommt mit dem Verlust seiner geliebten Nicole nicht klar. Sie war eines der Opfer, die unter dem Einfluss des sogenannten Markers durchdrehten und sich in Windeseile in Necromorphe verwandelten. Nicole hingegen hatte sich vorher das Leben genommen und Isaac so alleine zurückgelassen. Nur damit der arme Überlebende sich nun einem Psychologen entgegensieht und plötzlich die Hölle losbricht…

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Auf einmal geht es los und ich renne um mein Leben und merke es sehr schnell auf die harte Tour. Innerhalb der ersten Minuten sterbe ich schon drei mal.. Ich bin dennoch weiter motiviert es gleich ein weiteres Mal zu probieren um mich dann doch wieder von einem anderen Necromorph erwischen zu lassen, weil ich dessen Todes-Animation noch nicht kenne. Diese sind sehr viel explizierter als noch zuvor. Um die Ecke gebracht wird man nun deutlich öfter. Als echte Neuerung kommt auch noch Isaacs Wahnsinn hinzu. Denn seine verstorbene EX-Geliebte manifestiert sich in Isaacs Verstand als wahre Furie und macht Alma aus „F.E.A.R.“ echte Konkurrenz. Somit kommt zwischendurch noch eine Prise mehr Horror in die bereits sehr dichte Atmosphäre. Dazu trägt vor allem wieder die erstklassige Sound-Kulisse bei und natürlich für echten Horror auch die fantastischen Licht- und Schatteneffekte. Grafisch ist Dead Space 2 nicht mehr das Gelbe vom Ei und wirkt auch nicht bedeutend besser als sein Vorgänger und dennoch mag man hier und da ein paar nette neue Details sichten. Vor allem bei den Charakteren und Isaac selbst, denen man auch Emotionen ansehen kann. OH! Hatte ich das nicht erwähnt? Auf der riesigen Raumstation treffen wir tatsächlich auch auf andere Charaktere mit denen wir gemeinsam gegen den neuen Ausbruch kämpfen. So bekommt Isaac nun auch endlich mal die Chance sich als Charakter zu entfalten und sogar zu sprechen anstatt stumm durch die Gänge zu latschen!!

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Als weitere Neuerung war ich sofort begeistert vom freien Gleiten mit den Düsen im Zero Gravity Modus. Das macht richtig Spaß und fügt sich nahtlos in die Steuerung ein. So werde ich doch glatt zu Iron Man. Dieses Mal können wir damit sogar ins freie All hinaus fliegen. Der Umfang von Dead Space 2 ist sehr viel weitläufiger und abwechslungsreicher als noch auf dem großen Raumschiff in Teil 1. So komme wir in der Station recht viel rum und neben einem Einkaufs Zentrum und dem Wohnbereich und sogar einer großen Kirche der ansässigen Sekte. Dort treffe ich auf eine neue Gattung, die sich Stalker nennen. Diese Mistviecher verstecken sich im Schatten und schreien los, nachdem sie auf mich, aus dem Hinterhalt stürmen. Was Ihnen auch oft gelingt da diese immer nur im Rudel angreifen und zudem auch noch Hindernisse umgehen können. Auf einmal stehen Sie hinter dir! Dies ist eine nette Hommage an die Velociraptoren aus dem Film Jurassic Park „Clever Girl“ anyone? Dann komm ich auch in eine Schule. Plötzlich höre ich dieses Babygebrabbel und da krabbelt doch tatsächlich eine niedliche kleine Krabbel-Gruppe auf mich zu. Doch die merken recht schnell das ich nicht Ihre Mama bin und es macht BOOM, wir alle enden im roten Matsch. Eine weitere absolute Nervensäge ist der Puker, der wie der Name es schon sagt uns mit einer Säure-artigen Substanz anspuckt, die uns zudem verlangsamt, dieses Vieh hat eine Treffsicherheit, die jeden Scharfschützen vor Neid erblassen lässt.

Später gehe ich raus und dann sehe ich in diese weite ferne des Alls. Ich komme eine Sekunde zur Ruhe und denke gerade darüber nach, wie schön es sein könnte, doch dann sehe ich es und erstarre vor Angst, ich denke mir nur: „Oh mein Gott!“. Aber was ich sehe, das wird hier nicht verraten!

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Das Waffen-Arsenal ist wie üblich gut bestückt und am meisten Spaß macht mir das Harpunen-Gewehr. Mit dieser makaber-lustigen Waffe lassen sich die Necros herrlich an die Wand nageln und zudem im alternativen Feuermodus auch noch schocken. Natürlich lassen sich dererlei Waffen und auch die sogenannte RIG an der Werkbank mit Power-Nodes aufrüsten, allseits bekannt. Das sollte man freiligst auch tun. Denn ein Problem im Kampf gegen solche Horden an Gegnern wird Munitionsknappheit sein. Dagegen hilft natürlich nur kreatives töten mit möglichst wenig Munitionsverbrauch.

Zum Beispiel durch die bekannte Stase, die Gegner einfrieren lässt. Mit dieser netten Möglichkeit haben wir Tricks drauf, die sogar Jedis beherrschen. Gegenstände auf Gegner schmeißen oder sogar einfach deren abgetrennte Körperteile als Waffe gegen Sie zu nutzen, um sie mit Ihren Krallen-Armen an der nächsten Wand zu tackern. Oder ich nehme einfach eins der Krabbelbabys und schmeiße es einer Horde angerannter Necros entgegen, die ich vorher verlangsamte. Zugegeben Meister Yoda würde das nicht begrüßen, aber ich kämpfe hier ums nackte Überleben gegen eine Überzahl, da ist mir jedes Mittel recht. Wartet…! Habt ihr das auch gehört?

Von Carsten Meyer

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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