Cyber Kriminalität: Absicherung zu gering

Miguel Bethke
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Trotz zahlreicher Ängste vor finanziellen oder technischen Schäden durch Internetnutzung ist die selbstständige Absicherung gegen solche Risiken derzeit in Deutschland noch gering: Nur jeder zweite Internetnutzer (55 Prozent) schützt sich z.B. durch Softwarelösungen oder andere Sicherheits- und Privatsphäre-Funktionen. Ein Grund für die niedrige technische Absicherung ist die Gleichgültigkeit der Nutzer: Fast die Hälfte (46 Prozent) hält eine Absicherung gegen Gefahren im Internet für überflüssig, da Hacker immer eine Sicherheitslücke finden würden. Dies zeigen die Ergebnisse der aktuellen Studie „CyberRisiken im Privatbereich“ des internationalen Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov, für die 1.005 Internet-Nutzer vom 28.10. bis 04.11.2014 repräsentativ befragt wurden.

Nichtsdestotrotz gibt die Mehrheit (67 Prozent) der User der aufgrund der wahrgenommenen Risiken im Internet an, sich besonders vorsichtig im Netz zu bewegen. Dabei haben die meisten Befragten in Bezug auf finanzielle Schäden Angst vor Phishing (44 Prozent). Hierbei werden in der Regel persönliche Bankdaten abgefangen. Aber auch das Hacking eines Online-Shopping- (43 Prozent) oder Banking-Accounts (41 Prozent) fürchten die Nutzer. Bei dem technischen Gefährdungspotenzial befürchten neben der Gefährdung durch SPAM mehr als 40 Prozent der User auch eine unabsichtliche Infizierung durch eigene Aktivitäten im Internet, sei es beim Besuch einer Website, beim Download oder durch das Öffnen von Mails.

Unter den Usern, die sich selbstständig absichern, nutzt die Mehrheit von ihnen dabei Antivirenprogramme (91 Prozent) und Firewalls (78 Prozent). Nur Rund ein Drittel (29 Prozent) nutzt Verschlüsselungsdienste von Mails oder Dateien. Werden Antivirenprogramme genutzt, steht Avira mit 41 Prozent an erster Stelle. Dann folgen Kaspersky (19 Prozent), Norton (16 Prozent), McAfee und Avast (jeweils 12 Prozent). Nur von wenigen werden Ad-Aware, Bitedefender, F-Secure oder Panda (jeweils 2 Prozent) genutzt.

„Generell unterschätzen vor allem ältere, weniger nutzungsintensive und weniger kompetente Internet-User das Gefahrenpotenzial. Hier können durch Aufklärungsarbeit die Risikowahrnehmung und die Absicherungsbereitschaft deutlich gesteigert werden“, weiß Dr. Oliver Gaedeke, Vorstand bei YouGov. Aber auch entsprechende Versicherungen können zum Schutz gegen Cyber-Risiken abgeschlossen werden. Immerhin liegt die generelle Abschlussbereitschaft für solch eine Versicherung derzeit bei 19 Prozent. „In diesem Geschäft gibt es durchaus Potenzial für einen Vertriebsverbund. So könnten Anbieter von Antivirenprogrammen beispielsweise Luxuspakete inklusive Cyberversicherung anbieten“, so Dr. Gaedeke weiter.

Das für den Konsumenten neue Risikofeld wird in der Studie „CyberRisiken im Privatbereich“ umfassend untersucht, sowie die damit verbunden Handlungsstrategien erfasst. Wo die Internet-Nutzer die Risiken genau sehen und wie sie sich versuchen abzusichern, wird umfassend dargestellt. Die Studie richtet sich somit an IT-, Software- und Telekommunikationsunternehmen, aber auch Business Developer und Produktentwickler bei Versicherern.

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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