Castlevania Puzzle: Encore of the Night

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Castlevania Puzzle: Encore of the Night
Castlevania Puzzle: Encore of the Night

Konami und die Franchises, eine tragische Geschichte wenn man sich die bisherigen Ausflüge ansieht. Silent Hill für das iPhone eher schlecht und uninteressant, Metal Gear Solid Touch ein sehr solider Touch-Shooter und Dance Dance Revolution eine ansprechende und tolle Umsetzung des Arcade Titels. Hier fehlt nur noch Castlevania um den Reigen der Lizenzen voll zu machen.

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Dracula und die Schergen der Dunkelheit sind mal wieder am Start und wollen, wie könnte es auch anders sein, die Welt in ewiges Dunkel tauchen. Zeit die Peitsche und das Schwert einzupacken, allerdings heute nicht, denn heute gilt es per Puzzle und Logik, Dracula den Pflock ins Herz zu rammen. Was als Puyo Puyo Pop Fever schon funktioniert hat, sollte ja auch bei Castlevania funktionieren, nicht wahr? Tatsächlich ist das simple Puzzle-Prinzip fingerfreundlich kombinierbar mit dem düsteren Castlevania Grundton. Schnell ist erklärt was eigentlich Alucards Ziel ist. So muss man hier in guter Puzzle-Manier farblich passende Blöcke zu Gruppen formen, um so dem Gegner in einem Sanduhr-Dreh durch Combos soviel Energie wie möglich abzuziehen. Es fallen wie üblich von oben Steine herunter, die aus zwei Elementen bestehen und dazu noch aus verschiedenen Farben zusammen gesetzt sind. Nun gilt es durch wischende Fingerbewegungen diese Blöcke taktisch sinnvoll zu manövrieren um Kettenreaktionen auszulösen. Sollte der Standardfall allerdings nicht in den Plan passen, ist es durch einfaches tippen auf das Display möglich, den Zweier-Block zu drehen um ihn so in eine farblich passende Lücke zu lotsen.

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Gegner sind allerdings nicht hilflos, denn jede Reaktion, welche von uns zu langsam oder unbedacht ist, liefert dem Gegner genug Zeit, um uns eine Reihe Blöcke zu schicken, die geschützt sind und nicht so einfach aufzulösen sind. Hier gilt es in unmittelbarer Nähe eine Kettenreaktion auszulösen um den Schutzmechanismus zu zerstören und einen hohen Schaden abzuwenden. Den Schaden den man selber erleiden muss und austeilen kann, wird am Ende eines Sanduhr-Drehs kumuliert, daher gilt, je mehr Combos man auf seiner Seite hat, desto höher die Wahrscheinlichkeit dem Gegner das Leben zur Hölle zu machen. Zu Beginn sind die Kämpfe recht einfach und fast schon auf Tutorial-Niveau, da die Skelette und Untoten relativ schnell über den Puzzlejordan geschickt werden können ohne großen Aufwand. Allerdings sollte man keine falschen Abkürzungen in Draculas Schloß nehmen, denn meist geht dies mit einem Kampf einher, den man nicht gewinnen kann. Spätere Gegner sind teilweise extrem schwer zu besiegen. In der Theorie sollte man solche Kämpfe durch geschicktes Verteilen von Erfahrungspunkten zu seinen Gunsten entscheiden. Bei Encore of the Night ist dies allerdings nicht der Fall, denn man gewinnt zwar Erfahrungspunkte durch Kämpfe und kann diese dann verteilen auf Hit Points oder Zaubersprüche. Einen sichtbaren Effekt hat dies allerdings nicht auf die Kämpfe, da es auch passieren kann, dass jemand der aufgepowert ist, bei einem Gegner unterliegt, während jemand der keinerlei Punkte verteilt hat, diesen Gegner locker von der Platte putzt nur bedingt durch die gerade passenden Steine. Es hängt eben teilweise alles vom Zufall ab und nicht gerade vom Können. Allerdings ist man nach einer Niederlage nie gewillt das iPhone gegen die Wand zu werfen.

Das zu begehbare Schloß ist sehr umfangreich und man muss einige Winkel sehr genau unter die Lupe nehmen, um diverse Artefakte zu finden, die dafür sorgen, dass man auch vormals nicht erreichbare Räume erreichen kann. Ein angenehmer Nebeneffekt dieser Ausflüge sind die mini Achievements. Diese haben meist Auflagen wie xx-% der Räume im Schloß gefunden zu haben oder aber irgendwelche speziellen Rüstungsgegenstände zu finden die eine bestimmte Rüstung vervollständigen. Man sollte allerdings mit der Architektur des Schlosses vertraut sein, denn sonst verläuft man sich sehr leicht und findet den richtigen Weg so schnell nicht mehr wieder.

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Musikalisch ist wie man es von Castlevania gewohnt ist, alles auf einem sehr hohen Niveau, so gibt es einige Stücke mit Wiedererkennungsgarantie. Viele sind es allerdings nicht. Vielmehr wiederholen sich die wenigen Stücke permanent. So haben sämtliche Kämpfe ein und dieselbe musikalische Untermalung, die nur bei Boss Kämpfen variert.

Nach teilweise sehr enttäuschenden Ausflügen großer Namen auf das iPhone, darf sich Konami jetzt auf die Schulter klopfen, da der Bann der schlechten Spiele für das iPhone endlich gebrochen wurde.Musikalisch ansprechend wie von Castlevania gewohnt und mit einem süchtig machenden Spielprinzip unterlegt, kann dieser Ausflug der Castlevania-Reihe in neue Regionen absolut überzeugen. Zwar muss man Abstriche machen, was das RPG-Element betrifft, allerdings macht der hohe Suchtfaktor dieses Manko wieder wett.

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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