Call of Duty: Black Ops: Declassified

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Call of Duty: Black Ops: Declassified
Call of Duty: Black Ops: Declassified

Call of Duty Black Ops: Declassified (in der Review nur noch CODBOD genannt) ist einer der Titel, bei denen man als Tester verzweifelt. Richtig verzweifelt. Auf der einen Seite hat man permanent das Gefühl, wohl irgendwie den falschen Spielmodi aktiviert zu haben oder aber eine Pre Alpha Version erhascht zu haben. Auf der anderen Seite wächst der ungemeine Frust über eine geradezu dreiste Masche, nicht nur Vita Fans zu beleidigen sondern auch die Leichtgläubigkeit mancher COD-Fans schamlos auszunutzen. Denn CODBOD ist Müll, schlicht und ergreifend Datenmüll zum Vollpreis.

In CODBOD spielt ihr in der Rolle von Alex Mason und Frank Woods die Ministory zwischen beiden Black Ops Teilen. Theoretisch ein interessanter Ansatz, da man beiden Black Ops Titeln doch attestieren kann in gewisser Weise interessante Versatzstücke in ihrer Story untergebracht zu haben. In CODBOD wird die fulminante Effekt – und Materialschlacht allerdings abgespeckt und auf rudimentäre Handheld Limitierungen umgeschrieben, die der Playstation Vita unwürdig sind.

codbod screen 3

Um der Vita als Plattform gerecht zu werden, wurden einige Anpassungen im Interface vorgenommen, die das COD Erlebnis auch für die Hosentasche erträglich gestalten sollen. Die Schultertasten übernehmen weiterhin die Schußfunktion, allerdings wurde das Granaten werfen sowie das Snipern auf beide Touchareale; vorne und hinten, verlegt. Diese Art der Steuerung ist nicht nur unpraktikabel, sie ist schlicht und ergreifend nicht eingängig. Durch das verlagern und verändern des Grundsteuerungprinzips, hat man im Spiel selber mit immensen Problemen zu kämpfen, die das Auftreten von Pixelgegnern in den Schatten stellen. Primär wirkt CODBOD wie ein hyperaktives Stelldichein, ständig rusht man durch sehr kleine Maps und vor allen Dingen am Geschehen vorbei. Dadurch wird der Spielfluß allerdings nicht im Flow gehalten, da man ständig nachjustieren muss, um halbwegs auf Kurs bleiben zu können.

Trotz zweier Analogsticks ist diese Art des Spielerlebnisses nervtötend und demotivierend. Maps bzw Schauplätze sind in der Regel nur ein paar Quadratmeter groß, sofern man sie auf die Realität projizieren würde. Einige der eher banalen Missionen sind in der Tat auf Tutorial Niveau, das heißt, man kann sie in 3 Minuten abschliessen. Wir reden hier nicht von Minispielen oder Puzzleausflügen, wir reden hier von einem Shooter, die per se schon recht kurze Zeitspannen umfassen. Dass man diese Zeiten sogar noch unterbieten kann ist für sich genommen ein wahres Armutszeugnis, da hier selbst mit Wohlwollen keinerlei Gegenwert zu den monetären Ausgaben geliefert wird. Oder wie rechtfertigt man unter 2 Stunden Spielqual zum Vollpreis von 50 Euro?

codbod screen 2

Hier kommt man auch schon zum Kernproblem; Spieldauer und Umsetzung. Missionen wirken permanent wie unter Zeitdruck zusammengeschustert, ohne Sinn und Verstand. Man hetzt vom Levelstart bis ans Levelende, hat dabei keine Checkpoints; diese sind auch gar nicht nötig da man in zwei bis drei Minuten eh mit der Mission fertig ist. Daneben sind die Gegner selbst für COD oder Shooter Verhältnisse der absolute Supergau. Von dumm kann keine Rede mehr sein, wenn sämtliche Gegner durch debiles traktieren regelrecht auf sich aufmerksam machen um dann abgeknallt zu werden. Hier ist der Begriff Shooter von der Stange absolut zutreffend. Man bedenke, stünde hier kein Call of Duty auf der Verpackung, dieses Spiel würde nicht einmal als Indiegame durchgehen. Was Indiegames nicht schlecht machen soll, in keinster Weise.

Feinde stehen eigentlich nur rum und schießen ab und an grob in unsere Richtung. Ob besagtes Terroristenpersonal einen immensen Todeswunsch hegt ist mir nicht bekannt. Vielmehr fühlt sich CODBOD an wie ein permanentes Ätzgespräch mit einem Ignoranten Menschen. Eine Penetranz die nervlich nur schwer zu verdauen ist. Dazu gesellt sich die Monotonie eines Sonntag Vormittag, die man aber nicht damit erklären kann, dass die Playstation Vita angeblich zu wenig auf dem Kasten hat. CODBOD ist weit unter dem Niveau, welches man von einem Vita Titel erwarten kann.

codbod screen 1

Da man sich wohl auch bei Acticvision darüber im klaren war, dass man etwas mehr als eine 1.5 Stunden Kampagne braucht um mal eben den Vollpreis zu kassieren, entschied man sich noch für einen Multiplayer Modus sowie den Hostile Modus, der auf dem Horde bzw Wellen Prinzip basiert. Ihr kämpft gegen Gegnerwellen und zwischendurch darf der Waffenhaushalt aufgestockt werden. Allerdings in CODBOD geplagt von KI Bugs und mangelndem Spaß.

Wäre Call of Duty: Black Ops Declassified ein Tier im Dschungel, so würde es auf der Nahrungskette ganz weit unten hocken, soviel ist mal sicher

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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