Borderlands: The Handsome Collection

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Borderlands, das Gearbox eigene Flaggschiff in Sachen Open World und Shootererfahrung, kann derzeit auf eine Reihe an Titeln blicken, die sich im Laufe der Zeit konstant verbessert haben. Mit Borderlands 2 steht bis heute ein Titel auf der Haben-Seite, der durch Humor, interessante Charaktere und Entdeckergeist brilliert. Mit der Borderlands Handsome Collection kommen Spieler nun in den Genuss, Borderlands 2 in voller Pracht, das heisst mit allen DLC, spielen zu können und obendrein gibt es das jüngst veröffentlichte Borderlands The Pre-Sequel noch dazu. Zwei großartige Shooter in einem Paket.

Macht auch im Orbit eine gute Figur; Borderlands The Handsome Collection

Macht auch im Orbit eine gute Figur; Borderlands The Handsome Collection

Um der geschichtlichen Kenntnis ein klein wenig auf die Sprünge zu helfen, schliesslich liegt der Release des originalen Borderlands 2 eine gewisse Zeit zurück, gibt es hier einen kleinen Exkurs in Sachen „Pandora und seine Geheimnisse“.

In Borderlands 2 übernimmt man die Rolle eines Vault Hunters, das futuristische Pendant zu einem Abenteurer und Söldner, dessen Aufgabe es ist, diverse Vaults aufzustöbern und besondere Artefakte und Technologien zu klauen, die die Geschichte des Universums verändern können und ganz nebenbei die Taschen mit Geld füllen. Man muss ja von irgendetwas leben. Einer dieser Vaults hat den Nimbus der Göttlichkeit inne und wird als eine Art Deus Ex Machina angesehen, hinter der auch Handsome Jack, der soziopathische Firmenpräsident der Hyperion Coprporation, stilsicher mit Diamantpony, her ist.

Wie war das noch gleich mit Dungeons and Dragons?

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Was sich hier schon wunderbar absurd anhört, wird im Spiel selber mit einer sehr gut dosierten Portion Humor vermittelt. Der Humor ist das Aushängeschild der Borderlands Reihe, im speziellen Teil 2, der durch Clap Trap und die hohe Anzahl an verkorkst sympathischen Borderlands Bewohnern seinen Höhepunkt feiert. Dabei setzt das Script des Spiels zwar auf Ironische Einlagen für Erwachse, die von sehr düster bis grotesk überschwinglich präsentiert werden, driftet dabei aber niemals in peinlichen Furz und Rülps American Pie Spaß ab, an dem man sich mittlerweile satt gesehen hat und man im besten Fall eine Gänsehaut vor Fremdscham erhält. Besonders die herrlichen Seitenhiebe und Popkulturreferenzen überzeugen hier. Für Freunde des O-Ton sein angemerkt, dass selbst die deutsche Synchronisation sehr gut funktioniert und sich Übersetzungsdiskrepanzen „Zur Hölle ja“ statt „Hell Yeah“ stark in Grenzen halten.

Der Umfang von Borderlands 2 ist für einen Shooter enorm. Die Gebiete, die man bereisen kann sind sehr weitläufig gestaltet und man kann viele Nebenschauplätze finden, die je nach Ausprägung auf den Spielverlauf einwirken können. Durch dieses enorme Areal, wird man als Spieler auch auf emotionaler Ebene angesprochen. Denn gerade die Möglichkeit, sich frei zu bewegen, neue Orte zu entdecken, die dann auch vom Spiel selber passend kommentiert werden zur aktuellen Situation, sorgen für eine kindliche Abenteuerlust. Man stellt sich oft die Frage, was wohl an der nächsten Ecke wartet, eine neue Waffe, Clap Trap oder einfach nur unheimliche Leere.

Wenn Waffen nicht helfen, dann ist Telekinese gefragt

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Durch die Integration sämtlicher DLC erweitert sich der Spielumfang nochmals enorm. Dadurch kann man Borderlands 2 einen Status als Mammutprojekt attestieren. Eine Gefahr besteht dennoch. Die DLC sind teilweise auf ein bestimmtes Minimallevel geeicht, welches man nicht unterschreiten sollte, da sonst kein Fortkommen in diesen Sondermissionen zu erwarten ist. Auch diese Situationen werden vom Spiel kommentiert und setzen so kleine Akzente in Sachen Storytelling.

Ähnlich umfangreich ist das Level Up System sowie die Modifikationsmöglichkeiten. Dadurch das neue Charaktere die Standard Vier erweitern, verändert sich je nach Klasse auch das gesamte Spiel, genauer gesagt die Art und Weise wie man selber das Spiel erfährt. Auch erspielte Skillpunkte, die auf verschiedene Attribute gelegt werden können, verändern die Erfahrung nachhaltig. Jemand der primär auf Feuerkraft setzt wird zwar weniger Lebenspunkte haben, aber dafür Gegner mit höheren Leveln schneller besiegen können. Auf der anderen Seite ist ein eher passiver Spieler dazu in der Lage, einem Kampf länger beizuwohnen. Ich persönlich bevorzuge hohe Schildwerte und die Möglichkeit Gegner per MG-Geschütz auf Distanz zu halten.

Der Flügelschlag des Schmetterlings ist überbewertet, im Angesicht eines Plasmakatanas

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Borderlands The Pre-Sequel greift ebenfalls sämtliche Merkmale von Borderlands 2 auf, befasst sich aber im Gesamtkontext mit der Geschichte um Handsome Jack und das Schaffen bis zu den aktuellen Geschehnissen. Das Pre-Sequel besticht hier durch eine sehr facetten und detailreiche Grafik, die sehr bunt ist und sich voll anfühlt.

In der Tradition alter Konsolenspiele bietet Borderlands neben dem Online Coop Modus auch den Couch Coop, bei dem der Bildschirm im Splitscreen unter den Spielern aufgeteilt wird. Hier muss ich rein subjektiv gestehen, dass mir Couch Coop bis dato bei keinem Spiel, abgesehen vielleicht von Mario Kart, gefällt. Das liegt zum einen am stark eingeschränkten Sichtfeld und zum anderen spielt die Größe des TV Geräts eine entscheidende Rolle.

Grafisch hat sich bei den Next Gen Umsetzungen einiges getan. Die Farben wirken satter und klarer. Das unterstreicht den comichaften Look des Spiels und unterstützt die Atmosphäre. Die Palette der Bewegungen sämtlicher Antagonisten wurde scheinbar ebenfalls erweitert. Mir kommt es stellenweise so vor, als seien die Gegner etwas cleverer und flinker auf den Beinen, da nun öfters meinen Schüssen ausgewichen wird.

Die Borderlands Handsome Collection ist absolut empfehlenswert, da der schiere Umfang nicht nur Core Spieler begeistert, sondern in gewissen Zügen auch Casualspielern die Möglichkeit gibt, das Spiel zu geniessen. Man kann den Titel längere Zeit am Stück spielen ohne Langeweile zu empfinden und aus Sicht eines Casualspielers, ist es ebenfalls möglich, ab und an ein paar Missionen zu spielen oder einfach nur die Gegend zu erkunden. Hier ist Gearbox Software der Spagat zwischen beiden Lagern gelungen.

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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