Battlefield: Hardline

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Die Battlefield Reihe erfreut sich seit geraumer Zeit einer stetig wachsenden Fanbase und schafft es zugleich ihre eigene Qualitätsschraube immer weiter nach oben zu drücken. Über 15 Millionen verkaufte Battlefield 3 Titel sprechen ihre eigene Sprache. Mit Battlefield: Hardline wird der moderne Krieg als Schauplatz verlassen und man stürzt sich in das Tagesgeschäft von Undercover Cops.

Gerade Battlefield Titel sind darauf ausgelegt, durch einen gut konzipierten Multiplayer Modus Anreize für Spieler zu setzen. Während die Story respektive der Singleplayer Modus oftmals eher der Kategorie „Schmückendes Beiwerk“ zuzuordnen war, ändert sich dies mit Battlefield: Hardline. Die Entwickler von Visceral Games, die schon mit der Dead Space Serie unter EA enorme Erfolge verbuchen konnten, wollen mit Battlefield: Hardline auch storytechnisch neue Maßstäbe setzen. Um die Story tiefgründig umzusetzen, wurden Vorbilder wie Miami Vice, The Shield und ähnliche Cop-Serien mit multidimensionalen Charakteren als Vorbilder genommen.

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Die Handlung in Battlefield: Hardline ist dememtsprechend schematisch an ihren Vorbildern umgesetzt. Miami wird durch eine neue Wunderdroge mit hohem Suchtpotential in den Würgegriff genommen. In diesen Drogenkrieg stolpert ein junger Polizist namens Nicholas Mendoza, der durch einen sabotierten Einsatz, zwischen die Fronten gerät. Denn nicht nur die Drogendealer spielen falsch, selbst in der hiesigen Polizei lauern Maulwürfe, Verrat und Niedertracht.

Die neue Herangehensweise an einen Battlefield Titel tut der Serie definitiv gut. Statt dem regulären niedermähen der Gegner im Sekundentakt, orientiert man sich hier an den Vorgehensweisen der Polizei. Das bedeutet soviel wie, statt reihenweise Feinde zu töten, stehen Verhaftungen lebender Krimineller im Vordergrund. Durch den sehr engen Kontakt zwischen den Gangstern und den Cops, in einem eher überschaubaren Rahmen, wirken die Synchronsprecher und die Darsteller der Protagonisten durchaus glaubwürdig und auch authentisch. Die Non-Lethal Festnahmen gesuchter Krimineller beschert dem Spieler Erfahrungspunkte, die dann in Gadgets und Verbesserungen investiert werden können. Allerdings ist dies formal eine Hilfestellung für Spieler die Probleme bei Stealth Einlagen haben.

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Die Stealth Mechanik im Spiel hat ein grundlegendes Problem, sie verliert im weiteren Verlauf des Spiels ihren Elan. Zu Beginn ist es so, dass man einzelne Personen verhaften muss und dies ist nachvollziehbar, wenn man als Polizist die Marke zieht und mit der Waffe zielt. Im späteren Spiel jedoch stellt man fest, dass Battlefield: Hardline hier nicht mehr konsistent ist und dass selbst Beverly Hills Cop hier etwas glaubwürdiger erscheint. Denn eine Festung die bis oben hin voller Gangster ist, die ebenfalls bis an die Zähne bewaffnet sind, werden beim Anblick einer Marke nicht die Hände in die Höhe strecken und sich ergeben. Vielmehr werden diese wohl direkt auf mich schiessen.

Trotz der sehr guten Grafik, wirkt die Kampagne leider etwas sehr kurz und hat zwar weite Areale zu bieten, aber man kommt entsprechend auch sehr zügig durch, sofern man sich im Battlefield Universum gut auskennt oder eine hohe Affinität zu FPS hat. Trotzdem ist diese Entwicklung ein Schritt in die richtige Richtung, denn auch Singleplayer-Spieler wollen von einer gut durchdachten und fesselnden Story profitieren können.

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Schaut man sich den Multiplayer Part an, fällt sofort auf, dass man sich von dem Gedanken „Ich holze alles mit nem Raketenwerfer ab“ verabschieden sollte. Denn auch hier heisst es Cops gegen Kriminelle, statt Armee gegen Terroristen. Daher darf man sich auf urbane Maps freuen, bei denen es stets darum geht, dem Gegner einen Schritt vorraus zu sein. Positiv zu erwähnen ist der Hotwire Modus. Hier geht es darum Autos zu klauen und eine bestimmte Geschwindigkeit zu erreichen und währenddessen nicht gestoppt zu werden. Dieser Modus ist sehr fair, da es hier nicht alleine um schnelle Reflexe oder den besten Sniper Spot geht, als vielmehr darum effizient und vorrausschauend Autos zu lenken.

Die anderen beiden Spielmodi; Blood Money und Überfall basieren auf dem Capture the Flag Prinzip. Geldtaschen klauen und den Sturm der Gegner überleben. Diese Modi sind davon abhängig, wie fair und gut das Team miteinander interagiert und den Taschenträgern zum Beispiel den Rücken deckt.

Battlefield: Hardline ist ein richtiger und konsequenter Schritt in Sachen Storytelling bei FPS und kann trotz einiger Defizite durchaus überzeugen.

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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