Amy
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Liebe Leser, erinnert ihr euch noch daran, was einige Leute zum erscheinen von Resident Evil 4 respektive 5 lauthals krakeelt haben? Wir wollen wieder Survial Horror haben und nicht so ein Actionkram heul heul schrei schrei und wäh wäh. Genau diese Leute sind nun erstaunlicherweise die lautesten Schreihälse, wenn es darum geht, dem französischen Survivalhorror Spiel AMY per Kommentar eine Ohrfeige zu zimmern. Zitat eines besonders intelligenten US-Forenlesers „They are French, they never make any good games“. Irgendwer sollte ihm mal erzählen wer die Freiheitsstatue erschaffen hat, ich bin mir sicher dass da irgendwas mit einem Franzosen war.

Dies sind noch die humaneren Anfeindungen, die das Spiel AMY des französischen Entwicklers Lexis Numerique über sich ergehen lassen muss. Wir versuchen allerdings zu erklären warum gerade hier die 2er Wertungen oder das Prädikat „Worst game ever“ sowas von selten grenzdebil sind dass man sich a la Captain Jean Luc Picard mit voller Wucht die flache Hand ins Gesicht schlagen will um den Facepalm des Jahrhunderts einzuleiten bei soiel geballter Blödheit.

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In AMY geht es um die Namensgeberin Amy, welche über telekinetische Fähigkeiten verfügt sowie autistisch veranlagt ist und daher zu einem Testobjekt für dubiose Forscher wird. Mit diesen Umstand kann sich Amy´s Schutzbefohlene Lana nicht anfreunden und so holt bzw entführt sie AMY kurzerhand aus besagtem Labor. Während einer Zugfahrt in die Freiheit explodiert in weiter Ferne dieses Forschungslabor und das Unheil nimmt seinen Lauf.

AMY ist ein Survivalhorror Spiel der ersten Generation. Ein Umstand, der mit den üblichen Stärken und Schwächen einher geht, die man eben in diesem Genre kennen sowie lieben und hasen zugleich gelernt hat. Beginnen wir einfach mal damit, wie man Lana steuert. Lana ist kein Ultra Macho Kick Ass Space Marine mit 100 Jahren Waffen – sowie Nahkampfexpertise. Sie ist einfach nur eine fragile junge Frau die sich Sorgen um ihren kleinen Schatz macht. Daher sollte man in AMY kein Starship Troopers Ärschetreten erwarten, wenn es darum geht sich den Mutanten und Geistern zu erwehren. Statt Dauergeknüppel werden hier Schläge verteilt, die nach einmaligem Ausholen ein paar Sekunden bedürfen, um Lana wieder zu Kräften kommen zu lassen und einen zweiten Schlag ins gegnerische Gesicht zu landen.

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Auch das rennen gestaltet sich in AMY erschreckend real, das heisst das man eben nicht den Marathonsprint im Dauerzustand laufen kann, sondern ab und an genötigt ist, inne zu halten und sich einfach nur zu verstecken. Ja richtig verstecken, also sich nicht auf Scharmützel mit den Feinden einlassen. Ganz schön langweilig für Leute bei denen es alle 5 Sekunden immer Krach Bumm machen muss. Mir persönlich haben diese ruhigen Stellen sehr gut gefallen, da hier ebenfalls Stealth Elemente zum tragen kommen, die ab und an sehr gut funktionieren aber manchmal etwas unausgegoren sind. Allerdings nichts wo man sich fragen muss, „Was das jetzt sollte“.

Überhaupt gestaltet sich AMY trotz des einzelnen Spiels als Multispiel. Auf normalem Schwierigkeitsgrad ist es durchaus möglich jedem Mutanten die Gene aus dem Leib zu dreschen. Hier sind Treffer nicht allzu tragisch und Gegner recht schnell Brei. Auf dem schwierigsten Grad allerdings ist AMY ein waschechtes Stealth Spiel mit dem Hauptfokus auf Ausweichen, Ignorieren und keinen Zirkus veranstalten.

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Grafisch zeigt sich AMY von einer sehr soliden Seite, die zwar an den üblichen Hasteleien kränkelt, aber dennoch einen düsteren Charme entwickeln kann, sofern man sich auch auf das Spiel einlässt und auch mal eine Stunde verstreichen lässt, in der man sich die Steuerung zu Gemüte führt. Für einen Downloadtitel also ganz passabel.

Das größte und unverzeihliche Manko in AMY ist das Checkpoint System, bzw die vollkommene Abstinenz dieses. Schreitet man in einer Mission nach vorne, erscheinen zwar Checkpunkte, die man passiert, aber schaltet man dann das Spiel aus, muss man beim nächsten Mal wieder von vorne beginnen in der Mission. Die einzige Möglichkeit daher ist es, eine Mission komplett abzuschliessen. Hier muss Lexis Numerique dringend mit einem Patch nachhelfen. Ob man dies tun wird ist leider fraglich, da dank der Fachpresse sowie ignoranten Flamern und Kleingeistern AMY keinerlei Lebenschancen mehr hat.

Ich prophezeie eines, in 6 Jahren werden all die Hater und Flamer zurückblicken und sagen AMY das war mal ein netter kleiner Trash Geheimtipp.

Meine persönliche Empfehlung ist; spielt die Demo, meidet Reviews mit extremen Wertungen und bildet euch bitte bitte bitte einfach selber ein Urteil. Ich habe mit diesem Titel durchaus Freude gehabt und war eigentlich nur angenervt vom Checkpoint System.

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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