Dark Souls
Dark Souls

Wow es gibt Spiele, da würde ich mir am liebsten den Schädel volle Kanne auf die Tischplatte schlagen, weil sie so undankbar schwer sind. Dark Souls, der Nachfolger zu Demon Souls ist so eine schmucke Offenbahrung für Masochisten und Spielern, die japanische Gene im Blut haben. Denn Dark Souls wird seine Werbetagline gerecht „ You will Die“, wo ich dann noch hinzufügen möchte „ A Lot“.

Anders als bei anderen wirklich unfairen Spielen, die dank verkorkster KI oder Superman Gehabe der Gegner „ Hallo Call of Duty World at War auf Veteran, woher haben die verkackten Nazis eigentlich die unendlichen Granatenvorräte EXPLAIN“ ist Dark Souls allerdings eine wundervolle Ausnahme. Bockschwer aber fair, würde ich den Schwierigkeitsgrad nennen.
Das Spiel startet mit einem Introvideo, welches es tatsächlich geschafft hat mich einzuschüchtern. Ich wollte an diesem Punkt tatsächlich schon den Controller aus der Hand legen und sagen „Ach vergesst es, ich will nicht noch mehr Controller ins Jenseits befördern“. Nach dem ersten beschnuppern geht es dann auch gleich mit einem sehr ausfallsreichen Editor los, bei dem man wirklich sämtliche Attribute des Spielhelden auswählen kann. Tja wie sagte James Dean so schön „Live fast and die young und hinterlass eine hübsche Leiche“. Nachdem man sich mit dem Editor auseinandergesetzt hat und Haarfarbe sowie Statur gewählt hat, wird man auch schon gleich in den tiefsten Kerker geworfen, aus dem nicht einmal Macgyver herauskommen würde.

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Herrlich hier geht es dann schon fleissig weiter mit der Einschüchterung und den Hilfe Mami hol mich hier raus Heulereien. Als Bonus auf diesem nihilistischen Scherbenhaufen gesellt sich auch noch ein kleines Problem hinzu, Feinde sind rattig auf eure Seele, große Bosse finden sich gleich hinter der ersten Tür und ihr seid absolut unbewaffnet. God damn das ist er, der typische John McClane Moment, zur verdammten falschen Zeit am falschen Ort und dann auch noch ohne Waffen. Also was tut man? Richtig, man sucht sich den nächstbesten Feind, der sowieso ganz alleine in der Gegend steht und prügelt das restliche Tageslicht aus ihm raus.

Ach ganz vergessen, maximale Prügeleien sind leider nicht möglich, denn wie im realen Leben macht die krperliche Verfassung, kurz Stamina einen Strich durch diese Rechnung. Schläge und Roundhouse Tritte kosten euch wertvolle Stamina in Dark Souls. Also solltet ihr euch gleich von dem Gedanken verabschieden mit Gebrüll in die Schlacht zu rennen und euch einen Heldennamen zu machen, das funktioniert nicht. Warum funktioniert das nicht? Genau, Gegner lassen es sich selten gefallen Prügel zu beziehen, so wird dann häufig aus der Distanz mit Pfeilen geschossen, oder aber man wird hinterrücks über einen Abhang getreten und landet vor den Füßen eines Levelbosses, der selbst Godzilla locker platt machen würde.

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Ja aber was hilft uns denn dann? Das lässt sich beantworten und klingt einerseits auch recht ironisch. Eure einzige Hilfe im Spiel, sind Feuerstellen, an denen ihr eure verlorene Energie, sofern ihr es überhaupt ohne zu sterben bis ans Feuer schaffen solltet, wieder aufladen könnt oder aber Waffen und Fähigkeiten upgraden könnt. Das ironische ist, dass das Element Licht die tödlichste Waffe gegen gegner ist und man hier schon fast philosophische Tendenzen hineininterpretieren könnte. Platons Höhlengleichnis zum Beispiel, oder die Sonne als Idee des Guten.

Warum soll man denn so eine Ausgeburt japanischer Levelsadisten überhaupt spielen? Ganz einfach, Dark Souls ist einfach nur faszinierend und sorgt für ein gewisses Gefühl von Wärme. Da dank des horrenden Schwierigkeitsgrades auch sehr viele Möglichkeiten offenbart werden, wie man das Spiel in Angriff nehmen kann. Zum Beispiel kann man einen Boss von oben geschickt flankieren, ihm Energie abziehen und dann auf das beste hoffen, oder aber man kann diesen Boss in eine Enge treiben und von der Seite mit Schwert attackieren. Hier eröffnen sich dem Spieler mannigfaltige Lösungswege, den Gefahren aus dem Weg zu gehen.

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Wie man schon unschwer erkennen kann, ist es fast gar nicht möglich eine typische Baukasten Review über Dark Souls zu schreiben, denn Dark Souls ist kein Spiel per se sondern eine Erfahrung, die jeder einmal gemacht haben sollte. Der Schwierigkeitslevel ist grandios hoch, allerdings zu keiner Zeit mürbe oder unfair. Selbst nach dem X-ten Bildschirmtod hat man nicht das verlangen den Controller in den High End Fernseher zu donnern.

Dark Souls ist ein interessantes Konzept, Spieler zu kreativen Lösungsansätzen zu führen.

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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