Air Conflicts : Secret Wars

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Air Conflicts : Secret Wars
Air Conflicts : Secret Wars

Flugsimulatoren haben mich nie so wirklich interessiert, da ich eher der Generation Top „Dangerzone“ Gun angehöre und statt einem Doppeldecker doch eher mit einer Tomcat irakische Terrorflieger vom Himmel hole. Games Farm sorgt nun allerdings dafür, dass auch Konsolenspieler ihre Chance erhalten dem zweiten Weltkrieg ihren Stempel aufzudrücken.

Wir spielen Deedee, die wohl den weiblichen Counterpart zu MacGyvers Jack Dalton darstellt. Denn unsere Deedee betreibt in den wirren des Krieges ein recht lukratives Geschäft, den Schmuggel von diversen Waren, über Alkohol bis zu Maschinenteilen, die der Widerstand gegen die Nazis benötigt. Insgesamt in circa 49 Missionen dürfen Widerstandspiloten hier ihr fliegerisches Können präsentieren. Der Clou bei den Missionen : Nicht alle Missionen spielen im zweiten Weltkrieg, sondern einige der Missionen dienen als Grundlage für die aktuellen Ereignisse. Diese Missionen sind im ersten Weltkrieg angesiedelt und sorgen für einige Abwechslung bei der Storyline.

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Die Missionen sind daher trotz der relativ universalen Parameter; Zerstöre alle Bodeneinheiten/ Zerstöre alle feindlichen Flieger etc, dadurch in gewisser Weise fordernd und halten zumindest die gesamte Spieldauer bei Laune. Die Präsentation der Level ist allerdings auf einem anderen Blatt notiert. Sehr steril und leider frappierend an ein Low Budget Spiel erinnernd werden wir hier in Landschaften entlassen, die sich durch verschiedene grün – und braun Töne unterscheiden, bei denen ab und an ein Baum für die nötige Abwechslung sorgt. Kriegsschauplätze sind zwar im allgemeinen karg und trostlos, allerdings hätte man ja hier wenigstens noch ein paar kleinere Details auf die Level verteilen können, um so wenigstens ein gewisses Grundmaß an Abwechslung zu gewährleisten. Zum Beispiel zerstörte Städte die über den Begriff kaputte Favelas hinauslaufen, oder wenisgtens nicht so aussehen.

Audiophile dürfen ruhig schon mal Ritt der Walküren auf ihrem Schallplattenspieler laufen lassen, denn Musik sucht man in Air Conflict Secret Wars vergeblich, zumindest Musik die man hören möchte. Hier gewinnt der Weltkriegs Flugzeugshooter keine Preise des Propagandaministeriums.

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Wer die Missionen abgeschlossen hat, darf sich am Multiplayermodus versuchen, der leider toter (ich übertreibe bewusst) als ein Friedhof ist. Wir liessen Air Conflicts sogar noch mehrere Stunden nach Redaktionsschluss im Suchmodus verharren, allerdings fanden wir nicht einen einzigen Spielpartner, der sich mit uns ins Feuergefecht stürzen wollen würde. Das liegt allerdings nicht daran, dass wir Trolle wären oder zu gute Spieler. Es gibt einfach niemanden der spielen will. Sehr Schade vor allen Dingen für Achievementfans, denn ein großer Teil der Achievements basiert auf Multiplayerkills.

Wo Air Conflicts Secret Wars überzeugen kann, ist die Steuerung der Flugzeuge sowie deren charakteristische Eigenschaften. So steuern sich die Flugzeuge tatsächlich wie ältere Kriegsmodelle, denn scharfe U-Turns sind hier nicht möglich, stattdessen muss man eine physikalisch korrekte Schleife fliegen um Feinde zu attackieren. Auch wenn es für Anfänger zu Beginn etwas unfair sein mag, so hat zumindest mir, dieser Aspekt besonders viel Spaß gemacht.

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So bleibt unter dem Strich ein sehr solider Weltkriegsflugsimulator, der grafisch keine Blumentöpfe gewinnt, aber durch einen gewissen Anspruch punkten kann und sich auf das beschränkt, was einen Flugsimulator ausmacht; fliegen und schiessen.

Miguel Bethke
Chefredakteur, Vogelspinnenhalter mit Vorliebe für Strategie sowie Japano Spiele. Mag japanisches Essen und fiebert Fallout 4 entgegen.

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